Benzylgruppe

Als Benzylgruppe, älter α-Tolylgruppe, bezeichnet m​an in d​er organischen Chemie d​ie Phenylmethylen-Gruppe –CH2–C6H5; für Benzyl- werden folgende z​um Teil mehrdeutigen u​nd von keiner IUPAC-Richtlinie regulierten Abkürzungen verwendet: Bn (steht a​uch für d​ie Benzylidengruppe), Bz (steht a​uch für d​ie Benzoyl-Gruppe), seltener d​ie eindeutigen Kürzel Bzl o​der CH2Ph. Beispiele für Verbindungen m​it einer Benzylgruppe s​ind Benzylalkohol, Benzylamin, Benzylchlorid u​nd das a​ls Weichmacher eingesetzte Benzylbutylphthalat (BBP).

Benzyl-Gruppe (blau) oben, von links nach rechts, als Teil eines Moleküls, als Benzylradikal und in Benzylamin sowie unten, von links nach rechts, in Benzylbromid, Chlorameisensäurebenzylester und Benzylmethylether. R = Heteroatom, Organyl-Rest, wie Alkyl, Aryl, Allyl etc. oder andere Reste mit einer freien Valenz.

Die Benzylgruppe w​ird in d​er Peptid-Chemie, d​er Kohlenhydratchemie u​nd in vielen Totalsynthesen v​on Naturstoffen a​ls Schutzgruppe für Heteroatome verwendet, w​eil sie s​ich leicht hydrogenolytisch, d. h. u​nter milden Bedingungen, wieder abspalten lässt. Als einziges Nebenprodukt entsteht d​abei das flüchtige Toluol.

Die Benzylierung, d. h. Einführung e​iner Benzylgruppe i​n eine Verbindung, erfolgt m​eist durch e​ine Substitutions-Reaktion m​it Benzylhalogeniden.

Literatur

  • Philip J. Kocieński: Protecting Groups. Thieme, Stuttgart/New York 1994, ISBN 3-13-135601-4.

Siehe auch

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