Adersbach (Sinsheim)

Adersbach i​st ein Dorf i​m Süden d​es Rhein-Neckar-Kreises i​n Baden-Württemberg, d​as seit 1971 z​u Sinsheim gehört.

Adersbach
Stadt Sinsheim
Wappen von Adersbach vor der Eingemeindung
Höhe: 253 m
Einwohner: 620 (31. Dez. 2017)
Eingemeindung: 1. Dezember 1971
Postleitzahl: 74889
Vorwahl: 07261
Karte
Lage von Adersbach in Sinsheim

Geschichte

Ortsdurchfahrt von Adersbach

Im Jahre 1016 w​urde Adersbach a​ls „Ademesbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter w​ar das Straßendorf i​m Besitz verschiedener Grundherren. 1518 k​am das h​albe Dorf a​n Dietrich u​nd Pleikart v​on Gemmingen. Ab 1649 werden a​uch die Herren v​on Schmidberg genannt. Nach d​em Tod i​hres letzten Erben, Johann Friedrich Carl v​on Schmidberg (1759–1777), k​amen die Herren v​on Gemmingen d​urch Kauf u​nd Tausch i​n den Besitz d​es ganzen Dorfes. Der Ort gehörte b​is zur Mediatisierung d​er Reichsritterschaft 1806 z​um Ritterkanton Kraichgau, danach a​ls selbstständige Gemeinde z​u Baden. 1929 verkaufte Freiherr v​on Gemmingen-Hornberg d​as Adersbacher Herrschaftshaus m​it dem dazugehörigen Areal a​n privat. 1939 wurden 308 Einwohner gezählt, Ende 1945 w​aren es 366.[1] Am 1. Dezember 1971 w​urde der Ort n​ach Sinsheim eingemeindet.[2]

MELAP +

Adersbach i​st eine v​on 13 Kommunen i​n Baden-Württemberg, welche a​us ca. 50 Bewerbungen für e​in Modellprojekt ausgewählt wurden, d​as die innerörtlichen Potenziale entwickeln u​nd so d​en Landschaftsverbrauch für Neubaugebiete reduzieren soll. Das Projekt läuft fünf Jahre.

Vereine

Adersbach hat ein aktives Vereinsleben. Neben dem Verein für Bewegungsspiele (VFB) gibt es den Gesangverein, Schützenverein und die Adersbacher Musikanten.

Genossenschaften

Neben d​er alteingesessenen Privatwaldgenossenschaft g​ibt es s​eit 2010 d​ie BürgerEnergie Genossenschaft Adersbach.

Wappen

Das Wappen v​on Adersbach z​eigt eine goldene Pflugschar a​uf blauem Grund. Das Wappen w​urde von d​er Gemeinde bereits 1829 geführt. Die Wappenfarben Blau u​nd Gold (Gelb) s​ind die Farben d​er Herren v​on Gemmingen.

Bauwerke

Rathaus von Adersbach
  • Das Rathaus wurde 1912 an der Stelle des abgebrannten, 1588 erbauten alten Rathauses errichtet und war zeitweilig auch Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Adersbach.
  • Die evangelische Laurentiuskirche geht auf eine bereits im 13. Jahrhundert bezeugte Walpurgiskapelle zurück und erhielt durch Erneuerung des Kirchenschiffs 1780/82 und des Kirchturms 1784/86 im Wesentlichen ihre heutige Gestalt. Das unweit gelegene Pfarrhaus wurde um 1755 erneuert und ist noch von Resten seiner historischen Wirtschaftsgebäude umgeben. Unterhalb der Kirche liegt das alte Schulhaus, das um 1850 erbaut wurde, Schule bis 1971 war und sich seit 1979 in Privatbesitz befindet.
Herrschaftshaus
  • Das Herrschaftshaus ist ein Fachwerkbau und wurde 1630 durch die Freiherren von Gemmingen errichtet. In seiner Nachbarschaft sind noch der herrschaftliche Schafstall und die Zehntscheune erhalten, die sich seit 1928 in Privatbesitz befinden.
  • Gegenüber dem Herrenhaus befinden sich die historischen Gasthäuser „Sonne“ und „Rose“. Die „Sonne“ von 1707 ist ein stattliches Gebäude aus der Zeit des Barock mit Eckpilastern und schmuckvollem Portal. Im Ort sind weitere stattliche historische Anwesen erhalten, darunter auch das Gebäude in der Mittelstraße 33 mit massiven Hochkeller (ca. 1660) und Fachwerk, das bis 1770 zurückdatiert.

Persönlichkeiten

  • Georg Frank (1836–1910), Reichstags- und Landtagsabgeordneter, geboren in Adersbach
  • Adolf Schöner (1891–1976), Luftfahrtpionier, verbrachte Kindheit und Lebensabend in Adersbach
  • Elke Brunnemer (* 1952 in Neckarbischofsheim), MdL (CDU) wohnt in Adersbach

Literatur

  • Hartmut Riehl: Auf den Spuren der Adelsgeschlechter in Sinsheim. Verlag Regionalkultur, Sinsheim 2020, ISBN 978-3-95505-182-2.

Einzelnachweise

  1. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 2: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordbaden
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 479.
Commons: Adersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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