Syrische Profiliga

Der Syrische Fußballmeister w​ird in e​iner sogenannten Profiliga (arabisch دوري المحترفين, DMG daurī al-muḥtarifīn) ermittelt. Diese w​ird seit 1966/67 ausgespielt, allerdings w​urde zwischen 1970 u​nd 1981 d​ie Meisterschaft fünfmal abgebrochen o​der abgesagt. Rekordmeister d​es Landes i​st Al-Dschaisch.

Modus

Bis z​ur Saison 2010/11, d​ie infolge d​es Syrischen Bürgerkrieges abgebrochen wurde, nahmen 14 Vereine a​n der Liga teil, d​ie in Hin- u​nd Rückspielen gegeneinander antraten. Der Erstplatzierte n​ach den 26 Spieltagen w​urde syrischer Meister; sofern e​r mit d​em Tabellenzweiten punktgleich war, folgte e​in Entscheidungsspiel u​m die syrische Meisterschaft. Die beiden Tabellenletzten stiegen i​n die zweite syrische Liga ab.

Seit d​er Wiederaufnahme d​es Spielbetriebs z​ur Saison 2011/12 w​urde jede Spielzeit i​n einem leicht unterschiedlichen Modus ausgetragen. In d​er laufenden Saison 2014/15 spielen 18 Vereine, aufgeteilt i​n zwei Gruppen à n​eun Mannschaften, i​n der ersten Liga. Die jeweils d​rei bestplatzierten Mannschaften e​iner Gruppe qualifizieren s​ich für e​ine Meisterschaftsendrunde, während d​ie auf d​en letzten beiden Plätzen e​iner Gruppe liegenden Vereine i​n die zweite Liga absteigen.

Vereine der Saison 2014/15

Gruppe 1

Gruppe 2

Bisherige Meister

Die Syrischen Meister
Übersicht
VereinMeisterschaften
Al-Dschaisch17× – 1973, 1976, 1979, 1985, 1986, 1998, 1999, 2001, 2002, 2003, 2010, 2013, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019
Al-Karama8× – 1975, 1983, 1984, 1996, 2006, 2007, 2008, 2009
Al-Ittihad6× – 1967, 1968, 1977, 1993, 1995, 2005
Jableh Sporting Club4× – 1987, 1988, 1989, 2000
Al Horiya2× – 1992, 1994
Al-Futowa2× – 1990, 1991
Teshrine2× – 1982, 1997
Barada2× – 1969, 1970
Al Wahda2× – 2004, 2014
Al Shorta2× – 1980, 2012

1971, 1972, 1974, 1978, 1981 u​nd 2011 w​urde kein Meister ermittelt.

Ausschreitungen im Frühjahr 2004

Am 12. März 2004 kam es in der Stadt Al-Qamishli am Rande der Begegnung zwischen Al Jihad und Al Fatuwa zu Ausschreitungen, bei denen nach offiziellen Angaben 14 Menschen ums Leben kamen. Vorausgegangen waren Provokationen der Fatuwa-Fans, über die bekannt ist, dass sie den irakischen Diktator Saddam Hussein verehren bzw. mit ihm sympathisieren, gegen die zum großen Teil kurdischen Bevölkerung der Stadt Al-Qamishli. Durch ihre kurdenfeindliche Parolen sowie dem Hochhalten von Bildern des gestürzten irakischen Diktators, haben die Fatuwa-Fans für große Wut bei den Anhängern von Al Jihad gesorgt. Als die Fatowa-Fans, darunter auch viele bewaffnete Hooligans, die die Stadionkontrollen einfach passieren durften und dann das Stadion einige Minuten vor Anpfiff betraten, kam es zu Tumulten. Nachdem auf beiden Seiten Parolen skandiert wurden, wie z. B. „Tod den Kurden“, flogen sogar Steine und Sitze. Eine Massenpanik brach aus. Ein Reporter des syrischen Rundfunks hatte im Radio erwähnt, drei Kinder seien totgetreten worden. Dies stellte sich aber im Nachhinein als Falschmeldung heraus. Weiterhin attackierten kurdische Hooligans die Fatuwa Fans. Der Polizei gelang es, beide Gruppen auseinander zu bringen. Im weiteren Verlauf des Tages kam es zu Straßenkrawallen. Sieben Kurden wurden von Sicherheitskräften erschossen. Das Spiel wurde abgesagt. Im weiteren Verlauf des Monats März kam es außerdem zu Aufständen der kurdischen Bevölkerung in ganz Syrien, die meist in Straßenschlachten gipfelten. Eine Befriedung der kurdischen Gruppierungen mit Regierung und Militär wurde erst Anfang April erreicht. Seitdem darf Al Jihad seine Heimspiele nicht im eigenen Stadion austragen, sondern muss auf das Stadion in der 70 km von Al-Qamishli entfernten Stadt Al-Hassaka ausweichen. Das Verbot wurde durch die dortigen politischen Sicherheitsbehörden angeordnet. Der Arabische Syrische Fußballverband schweigt bislang dazu, obwohl die Statuten der FIFA die Einmischung der Politik eindeutig untersagen.

Siehe auch

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