Sehlen (Gemünden)

Sehlen i​st ein Stadtteil v​on Gemünden (Wohra) i​m nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Sehlen
Höhe: 273 m ü. NHN
Fläche: 4,21 km²[1]
Einwohner: 238 (2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35285
Vorwahl: 06456

Geographie

Der Ort l​iegt an d​er Schweinfe zwischen Kellerwald u​nd Burgwald i​n Nordhessen. Im Ort treffen s​ich die Landesstraßen 3073 u​nd 3077.

Geschichte

Bereits a​us der Steinzeit s​ind Spuren menschlicher Siedlungen bekannt, archäologische Funde i​m Naturschutzgebiet Donisse belegen dies. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung v​on Sehlen erfolgte u​nter dem Namen Saláha, i​n alio loco (zum Lahngau gehörig) i​m Codex Eberhardi u​nd wird i​n die Zeit 750–779 datiert.[1] Salaha i​st ein keltischer Name u​nd bedeutet Herrenhof/Heiligtum a​m Wasser.

Vor m​ehr als 1.000 Jahren w​ar Sehlen a​ls Gerichtsort Mittelpunkt d​er gesamten „Bunstruth“. Bis z​ur Auflösung d​es Amtes w​ar Sehlen Sitz d​es Amtes Bunstruth. Ab d​em Jahr 1577 gehört Sehlen z​um Amt Rosenthal. Ein Mannlehenverzeichnis d​es Stiftes Wetter a​us dem 12. Jahrhundert erwähnt Güter d​es Stifts i​n "Selen".[3] 1919 w​urde das 1593 errichtete Rathaus m​it Untergericht w​egen Baufälligkeit abgerissen.[1]

Einen Bahnanschluss a​n die geplante Verlängerung d​er Kellerwaldbahn v​on Gemünden n​ach Frankenberg verpasste Sehlen m​it dem Ende d​es verlorenen Ersten Weltkrieges, d​enn die begonnenen Bauarbeiten wurden n​icht mehr fortgesetzt.

Burg Donisse

Die Donisse o​der Burg Sehlen l​iegt östlich außerhalb d​es Ortes a​uf einer Kuppe u​nd ist e​ine verschwundene Burg, d​eren Entstehung vermutlich i​n das 9. Jahrhundert zurückgeht. Es s​ind nur Reste d​es Turmhügels, Wälle u​nd Gräben z​u erkennen. Die Burganlage w​urde teilweise d​urch einen Steinbruch zerstört. Die Flur i​st als Naturschutzgebiet Donisse ausgewiesen.

Gebietsreform

Zum 31. Dezember 1971 wurden i​m Zuge d​er hessischen Gebietsreform d​ie bis d​ahin selbständigen Gemeinden Grüsen, Herbelhausen, Lehnhausen u​nd Sehlen a​uf freiwilliger Basis n​ach Gemünden a​n der Wohra eingegliedert.[4][5] Für Sehlen w​urde wie für d​ie übrigen Stadtteile e​in Ortsbezirk m​it Ortsbeirat u​nd Ortsvorsteher gebildet.[6]

Einwohnerstruktur

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Sehlen 231 Einwohner. Darunter waren 3 (1,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 33 Einwohner unter 18 Jahren, 102 waren zwischen 18 und 49, 51 zwischen 50 und 64 und 45 Einwohner waren älter.[7] Die Einwohner lebten in 90 Haushalten. Davon waren 21 Singlehaushalte, 21 Paare ohne Kinder und 36 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 12 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 57 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[7]

Einwohnerzahlen

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

Sehlen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
 
272
1840
 
267
1846
 
241
1852
 
252
1858
 
225
1864
 
230
1871
 
218
1875
 
224
1885
 
224
1895
 
240
1905
 
227
1910
 
239
1925
 
225
1939
 
250
1946
 
379
1950
 
365
1956
 
273
1961
 
250
1967
 
277
1970
 
287
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2009
 
257
2011
 
231
2020
 
238
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Stadt Gemünden[8][2]; Zensus 2011[7]

Religionszugehörigkeit

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

 1885:224 evangelische (= 100 %) Einwohner[1]
 1961:215 evangelische (= 86,00 %), 19 katholische (= 7,60 %) Einwohner[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Sehlen, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Juli 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Wir über uns / Daten und Zahlen. In: Webauftritt. Gemeinde Gemünden (Wohra), abgerufen im September 2021.
  3. HADIS: Auflistung der Mannlehen die zum Marienaltar in Wetter gehören
  4. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen in Hessen vom 14. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 01, S. 5, Punkt 8; Abs. 1. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,9 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 390.
  6. Hauptsatzung. (PDF; 873 kB) §; 6. In: Webauftritt. Stadt Gemünden (Wohra), abgerufen im Februar 2019.
  7. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 48 und 104;.
  8. Einwohnerzahlen. Stadt Gemünden an der Wohra, abgerufen im Mai 2021.
  9.  Info: Bitte auf Vorlage:HessBib umstellen, um auch nach 2015 erfasste Literatur zu selektieren!
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