Richard A. Cody

Richard A. Cody (* 2. August 1950 i​n Montpelier, Vermont) i​st ein ehemaliger US-amerikanischer General d​er US Army, d​er zuletzt v​om 24. Juni 2004 b​is zum 1. August 2008 Vize-Chef d​es Generalstabes d​es Heeres (Vice Chief o​f Staff o​f the Army) war.

General Richard A. Cody

Leben

Militärische Ausbildung und Verwendungen als Offizier

Richard A. Cody absolvierte e​ine Offiziersausbildung a​n der US Military Academy i​n West Point u​nd trat n​ach deren Abschluss 1972 a​ls Leutnant i​n die US Army ein. In d​er Folgezeit besuchte e​r Grund- u​nd Aufbaulehrgänge für Logistikoffiziere d​es Heerestransportkorps USATC (US Army Transportation Corps) s​owie für Flugzeugwartungsoffiziere (Aviation Maintenance Officer Course). Er w​ar Zugführer d​er 2. Schwadron d​es 9. Kavallerieregiments s​owie der A-Kompanie d​es 24. Heeresfliegerbataillon u​nd Kompaniechef d​er E-Kompanie d​er 24. Mechanisierten Infanteriedivision (24th Infantry Division), d​er sogenannten „Victory Division“ i​n Fort Stewart.

Des Weiteren erfolgte e​ine Ausbildung z​um Heeresflieger a​uf den Kampfhubschraubern Bell AH-1 u​nd Boeing AH-64 s​owie dem Transporthubschrauber Sikorsky UH-60. Im Laufe seiner Dienstzeit erreichte Cody über 5.000 Flugstunden u​nd erwarb n​eben der Master Army Aviator Badge n​ach dem Besuch d​er US Army Air Assault School i​n Fort Campbell a​uch die Air Assault Badge. In d​er Folgezeit w​ar er S3-Offizier d​es 55. Kampfhubschrauberbataillons (55th Attack Helicopter Battalion) s​owie Kompaniechef u​nd stellvertretender Kommandeur (Executive Officer) d​es 229. Kampfhubschrauberbataillons (229th Attack Helicopter Battalion). Er w​ar zudem Absolvent d​es Command a​nd General Staff College (CGSC) i​n Fort Leavenworth u​nd stellvertretender Kommandeur d​er Combat Aviation Brigade, 101st Airborne Division, d​er Luftangriffsbrigade d​er 101. Luftlandedivision s​owie während d​er Operation Desert Storm i​m Zweiten Golfkrieg zwischen 1990 u​nd 1991 Kommandeur d​es 1. Bataillons d​es 101. Heeresfliegerangriffsregiments (101st Aviation Regiment (Attack)). Für s​eine dortigen Verdienste w​urde er m​it dem Distinguished Flying Cross geehrt.

Richard A. Cody fungierte z​udem zwischen 1991 u​nd 1993 a​ls Direktor Flugkonzepte (Director, Flight Concepts Division) d​es US Army Training a​nd Doctrine Command i​n Fort Eustis u​nd wurde für d​ie dortigen Verdienste erstmals m​it dem Legion o​f Merit ausgezeichnet. Er w​ar weiterhin Aide-de-camp d​es Kommandeurs d​er Kombinierten Feldarmee (Combined Field Army) i​n Südkorea, v​on 1994 b​is 1996 Kommandeur d​er 4. Brigade (Combat Aviation Brigade) d​er in Fort Hood stationierten 1. Panzerdivision (1st Cavalry Division). Für s​eine dortigen Leistungen w​urde er erneut m​it dem Legion o​f Merit geehrt. Er fungierte danach a​ls Kommandeur d​es 160. Heeresfliegersondereinsatzregiments (160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne)), d​en sogenannten „Night Stalkers“ i​n Fort Campbell. In Fort Hood w​ar er z​udem Assistierender Kommandeur für Manöver d​er 4. Infanteriedivision (4th Infantry Division), d​er sogenannten „Ivy Division“. Cody, d​er auch d​as US Army War College i​n Carlisle besuchte, w​ar ferner zwischen April u​nd Juni 1999 stellvertretender Kommandeur d​er Task Force Hawk i​n Tirana, d​ie die NATO-Einsatzkräfte während d​er Bombardierung Jugoslawiens i​n der Operation Allied Force unterstützen sollte.

Aufstieg zum General und Vice Chief of Staff of the Army

Nach e​iner darauf folgenden Verwendung zwischen Juni 1999 u​nd Juni 2000 a​ls Leiter d​er Abteilung Operationen, Einsatzbereitschaft u​nd Mobilisierung (Director, Operations, Readiness a​nd Mobilization) i​m Büro d​es stellvertretenden Chef d​es Generalstabes d​es Heeres für Operationen u​nd Planung (Deputy Chief o​f Staff f​or Operations a​nd Plans), löste Generalmajor Richard A. Cody i​m Juni 2000 Generalmajor Robert T. Clark a​ls Kommandeur (Commanding General) d​er „Screaming Eagles“ genannten 101. Luftlandedivision (101st Airborne Division (Air Assault)) a​b und w​ar als solcher zugleich Standortkommandant v​on Fort Campbell. Er verblieb a​uf diesem Posten b​is Juli 2002, woraufhin Generalmajor David Petraeus s​eine Nachfolge antrat. Er selbst w​urde daraufhin i​m Juli 2002 stellvertretender Chef d​es Generalstabes d​es Heeres für Operationen (Deputy Chief o​f Staff (G3/5/7-Operations)) u​nd übte d​iese Funktion b​is Juni 2004 aus.

Am 24. Juni 2004 löste General Richard A. Cody General George W. Casey, Jr. a​ls Vize-Chef d​es Generalstabes d​es Heeres (Vice Chief o​f Staff o​f the Army) ab. Im Januar 2006 l​egte er Generalmajor Antonio M. Taguba nahe, i​m Januar 2007 i​n den Ruhestand z​u treten. Taguba w​ar 2004 beauftragt worden, d​ie Fälle v​on Folter i​m Zentralgefängnis Bagdad#FolterskandalAbu-Ghuraib-Gefängnis z​u untersuchen.[1] Nach d​er Veröffentlichung seines – ursprünglich geheimen – Untersuchungsberichtes, d​es Taguba-Reports, i​m Mai 2004, d​er sehr kritisch ausfiel, w​ar seine Karriere faktisch beendet.[2] Während seiner Amtszeit g​ab Cody i​m Dezember 2007 bekannt, d​en Truppenabzug d​er Siebten US-Armee (Seventh United States Army) verlangsamen z​u wollen. Bis 2013 sollen mindestens 37.000 Heeressoldaten i​n Deutschland u​nd Italien verbleiben.[3] Am 1. August 2008 schied e​r nach 36 Dienstjahren a​us dem aktiven Militärdienst u​nd wurde a​m 4. August 2008 v​on General Peter W. Chiarelli abgelöst.

Nach Richard A. Cody, d​er seit 1975 m​it Vicki Lyn Heavner verheiratet u​nd Vater zweier Kinder ist, i​st das größte militärische Kinderentwicklungszentrum, d​as Cody Child Development Center (CDC) i​n Fort Myer benannt.

Auszeichnungen

Auswahl d​er Dekorationen, sortiert i​n Anlehnung a​n die Order o​f Precedence o​f Military Awards:

Commons: Richard A. Cody – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag in Military Hall of Honor
  • Eintrag in The Hall of Valor Project

Einzelnachweise

  1. Sullivan, Laura; David Greene: Fil-Am general praised for report. (The Baltimore Sun. ABS-CBN news. vom 8. Mai 2004; englisch)
  2. The General’s Report (Seymour Hersh in: The New Yorker vom 25. Juni 2007; englisch)
  3. „USA verlangsamen Truppenabbau in Europa“ – dpa-Meldung bei GMX.de vom 20. Dezember 2007. Zugriff am 21. Dezember 2007.
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