Peter Knuth

Peter Knuth (* 13. September 1946; † 21. Februar 2012 i​n Krefeld) w​ar ein deutscher Arzt, Notfallmediziner u​nd Verbandsfunktionär.

Peter Knuth

Leben

Knuth w​uchs in Krefeld auf[1] u​nd trat 1964 i​n die Polizei Nordrhein-Westfalen ein, w​o er e​ine Ausbildung i​m Polizeidienst absolvierte. 1972 w​urde er z​um Polizeikommissar u​nd 1975 z​um Polizeihauptkommissar i​n Nordrhein-Westfalen ernannt.[2] Im gleichen Jahr begann e​r eine Ausbildung z​um Rettungssanitäter u​nd anschließend e​in Medizinstudium a​n der Universität i​n Düsseldorf.[2] Während dieser Zeit w​ar er häufig i​m boden- u​nd luftgebundenen Rettungsdienst aktiv.[1]

Nach Abschluss d​es Studiums begann e​r 1981 i​n Krefeld s​eine Facharztausbildung i​n der Anästhesie. Er b​lieb auch weiterhin s​ehr aktiv i​m Rettungsdienst.[2] Unter anderem verfasste e​r seine Dissertation über d​ie Einsatzeffektivität d​es boden- u​nd luftgebundenen Rettungsdienstes d​er Städte Köln u​nd Düsseldorf.[3] Parallel begann e​r ein Studium a​n der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen i​n Gelsenkirchen, d​as er 1985 a​ls Diplom-Verwaltungswirt (FH) abschloss. Nach seiner Facharztanerkennung arbeitete Knuth kurzzeitig a​ls Chefarzt i​n Hammelburg,[4] b​evor er 1986 a​ls Geschäftsführender Arzt u​nd Leiter d​es Weiterbildungsdezernats z​ur Bundesärztekammer wechselte.[2]

Berufspolitik

Bei der Bundesärztekammer bewirkte er unter anderem die Einrichtung des heute noch existierenden Ausschusses für „Notfall-/Katastrophenmedizin und Sanitätswesen“ und wirkte mit an der Schaffung des Fachkundenachweises Rettungsdienst als grundlegender Qualifikation für Notärzte sowie der Grundlagen für die Position eines Ärztlichen Leiters Rettungsdienst (ÄLRD).[2] Er wirkte mit bei der flächendeckenden Einführung des Leitenden Notarztes in Deutschland und der Entwicklung von Standards und Fortbildungsempfehlungen.[5] Insbesondere nach dem Flugtagunglück von Ramstein wuchs in Deutschland die Erkenntnis, dass bei größeren Schadenslagen eine medizinische Führungsfunktion am Schadensort erforderlich sei.[2] Weiterhin war er maßgeblich an der Reform der ärztlichen Weiterbildungsordnung 1992 beteiligt.[6]

Er war Mitbegründer des Deutschen Beirats für Erste Hilfe und Wiederbelebung bei der Bundesärztekammer und der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND).[2] 1997 wechselte er als Geschäftsführer zum Berufsverband Deutscher Internisten (BDI), wo er 2004 auf die Stelle des Hauptgeschäftsführers wechselte. Hier setzte er sich maßgeblich für die Eigenständigkeit der Fächer Innere Medizin und Allgemeinmedizin ein.[6] Zum 31. Dezember 2005 schied er aus dieser Position aus.[7][1]

Anschließend w​ar er a​ls freier Publizist tätig.[6] 2007 begann e​r ein Jurastudium a​n der Fernuniversität Hagen.[4]

Privates

Peter Knuth h​atte zwei Töchter.

Auszeichnungen

Publikationen

  • Peter Knuth: Vergleichende Untersuchung über die Einsatzeffektivität der Bodennotarztdienste Düsseldorf und Köln und des Rettungshubschraubers Christoph Köln. Dissertation an der Medizinischen Fakultät der Universität Düsseldorf 1983.
  • Christoph Biesing, Peter Knuth (Hrsg.): Erste Hilfe bei akuter Lebensgefahr. Stumpf und Kossendey, Edewecht 1988, ISBN 3-923124-19-8 (= Das Handbuch für die tägliche Praxis, Band 2).
  • Peter Knuth, Peter Sefrin (Hrsg.): Notfälle nach Leitsymptomen: mit 29 Tabellen. Begründet von Franz-Carl Loch im Auftrag der Bundesärztekammer. 5., neu bearbeitete Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2005, ISBN 978-3-7691-0424-0.

Einzelnachweise

  1. BDI aktuell April 2012 (PDF; 356 kB) abgerufen 24. Juni 2012
  2. D. Stratmann, P. Sefrin: In Memoriam: Professor Peter Knuth. In: Notarzt, 2012, S. 137–138, Georg Thieme Verlag
  3. Vergleichende Untersuchung über die Einsatzeffektivität der Bodennotarztdienste Düsseldorf und Köln und des Rettungshubschraubers Christoph Köln. DNB 212246682
  4. Ehemaliger BDI-Chef Knuth gestorben. In: Ärzte Zeitung online, 24. Februar 2012; abgerufen am 21. Juni 2012
  5. Empfehlungen der Bundesärztekammer zur Fortbildung zum „Leitenden Notarzt“ (Memento des Originals vom 10. Mai 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesaerztekammer.de
  6. Peter Knuth †: Abschied von einem Urgestein. In: Dtsch Arztebl, 2012, 109(11): A-543, B-467, C-463; abgerufen 21. Juni 2012
  7. BDI intern 06/2005 (PDF; 122 kB) abgerufen 24. Juni 2012
  8. Liste der Preisträger der Rudolph Frey Medaille (Memento des Originals vom 23. Februar 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dgai.de DGAI; abgerufen 24. Juni 2012
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