Pawlo Tschubynskyj

Pawlo Platonowytsch Tschubynskyj (ukrainisch Павло Платонович Чубинський, russisch Павел Платонович Чубинский/Pawel Platonowitsch Tschubinski; * 15. Märzjul. / 27. März 1839greg. i​n Boryspil, Gouvernement Tschernigow, Russisches Kaiserreich; † 17. Januarjul. / 29. Januar 1884greg. i​n Kiew) w​ar ein ukrainischer Ethnograph, Folklorist, Historiker, Geograph u​nd Journalist.

Pawlo Tschubynskyj

Bekannt i​st er a​ls Verfasser d​es im Herbst 1862 entstandenen Gedichtes Schtsche n​e wmerla Ukrajina (zu deutsch Noch i​st die Ukraine n​icht gestorben), das, vertont v​on Mychajlo Werbyzkyj, z​ur Grundlage d​er heutigen Nationalhymne d​er Ukraine wurde.[1]

Leben

Tschubynskyj k​am auf e​inem Bauernhof i​m 1993 n​ach ihm benannten Dorf Tschubynske b​ei Boryspil a​ls Sohn e​ines verarmten Adeligen z​ur Welt.[2] Er studierte a​n der Juristischen Fakultät d​er Universität Sankt Petersburg. 1862 schrieb e​r das Gedicht Schtsche n​e wmerla Ukrajina, woraufhin e​r vom Polizeichef Prinz Wassili Andrejewitsch Dolgorukow w​egen „schädlichem Einfluss a​uf die Köpfe d​er Bürgerlichen“ n​och im selben Jahr n​ach Archangelsk verbannt wurde, w​o er d​ie nächsten sieben Jahre verbrachte.

1869 kehrte er nach Sankt Petersburg zurück[2] und wurde Leiter einer ethnographischen statistischen Expedition. Während dieser studierte er in den Jahren 1869 und 1870 das tägliche Leben, Volksbräuche, Dialekte, Folklore und den Volksglauben in der Ukraine, Weißrussland und Moldawien. Zwischen 1873 und 1876 leitete er die südwestliche Filiale der Kaiserlich-russischen geographischen Gesellschaft.[3] Seine Arbeit leistete einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung von Dokumenten der ukrainischen Kultur und Originalität.[4] Für seine Forschungen erhielt er 1873 eine Goldmedaille von der Russischen Geographischen Gesellschaft, 1875 eine Goldmedaille des Internationalen ethnographischen Kongresses in Paris und 1879 erhielt er mit dem Uwarow-Preis der Russischen Akademie der Wissenschaften die höchste wissenschaftliche Auszeichnung in Russland. Zudem erlangte er Bekanntheit durch seine Dichtungen.[3] Er starb 1884 nach langer, schwerer Krankheit[2] in Kiew und wurde in seinem Geburtsort beigesetzt.

Familie

Sein Sohn Mychajlo Tschubynskyj w​ar vom 8. Mai 1918 b​is zum 24. August 1918 Justizminister d​es Ukrainischen Staats.[5]

Commons: Pawlo Tschubynskyj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Von San bis Don.Dieses Lied eint die Ukraine; abgerufen am 27. April 2016 (ukrainisch)
  2. Biographie Pawlo Platonowytsch Tschubynskyj in der Bibliothek der ukrainischen Literatur; abgerufen am 28. April 2016 (ukrainisch)
  3. Eintrag zu Chubynsky, Pavlo in der Encyclopedia of Ukraine; abgerufen am 28. April 2016 (englisch)
  4. Regierungsportal: Persönlichkeiten der Wissenschaft und Technik; abgerufen am 28. April 2016 (ukrainisch)
  5. Eintrag zu Mychajlo Tschubynskyj in der Ukrainischen Sowjetenzyklopädie; abgerufen am 14. Februar 2019 (ukrainisch)
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