Paul Kaufmann (Theologe)

Paul Kaufmann (* 25. Januar 1890 i​n Goldap; † 21. April 1982 i​m Kloster Altenberg) w​ar ein deutscher evangelischer Theologe.

Leben

Kaufmann studierte Evangelische Theologie a​n der Albertus-Universität Königsberg. Nachdem e​r am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, w​urde er a​m 29. Mai 1921 i​n der Schlosskirche i​n Königsberg ordiniert. Seit 1923 w​ar er Geschäftsführer d​es Ostpreußischen Provinzial-Vereins für Innere Mission. In dieser Funktion sorgte e​r dafür, d​ass die Anstalten d​er Inneren Mission n​ach 1933 unangetastet blieben. 1933 w​urde er z​um stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden d​es Diakonissen-Mutterhauses Bethanien i​n Lötzen ernannt u​nd übernahm faktisch d​ie Leitung anstelle d​es Vorsitzenden, Provinzialbischof Fritz Kessel. Während benachbarte Einrichtungen i​n Angerburg u​nd Carlshof b​ei Rastenburg d​urch die Nationalsozialisten i​n ihrer Arbeit behindert u​nd zuletzt beschlagnahmt wurden, konnte Kaufmann d​en Bestand v​on Lötzen n​icht nur sichern, sondern m​it dem Ausbau e​iner Kinderklinik u​nd des Masurischen Feierabendhauses (Altersheim) s​ogar noch erweitern.

Nach d​er Schlacht u​m Ostpreußen u​nd der Eroberung Königsbergs d​urch die Rote Armee b​lieb Kaufmann i​n der zerstörten Stadt. Erst 1948 erhielt e​r die Genehmigung z​ur Ausreise u​nd kam n​ach Berlin, w​o er für d​ie Innere Mission arbeitete. 1950 w​urde er Landespfarrer d​er Evangelischen Kirche d​er Union i​n Beienrode (Königslutter), d​em Asylzentrum d​er Ostpreußischen Kirche. Nach d​em Tode v​on Pfarrer Friedrich Stachowitz[1] w​urde er 1951 Vorsteher d​es Königsberger Diakonissen-Mutterhauses i​n Berlin, später i​n Altenberg b​ei Wetzlar.[2]

Kaufmann b​lieb nach d​em Krieg zunächst n​och Vorsitzender d​es Diakonissen-Mutterhauses Bethanien, d​as seinen Sitz 1948 n​ach Hamburg u​nd 1950 n​ach Quakenbrück verlegte. 1955 ließ e​r sich v​om Vorsitz entbinden. Sein Nachfolger w​urde Adolf Wischmann.

Schriften

  • Der Weg des Diakonissen-Mutterhauses der Barmherzigkeit von Königsberg, Preussen nach Altenberg bei Wetzlar. Wetzlar/Lahn: Königsberger Diakonissen-Mutterhaus der Barmherzigkeit auf Altenberg, 1976.

Ehrungen

Literatur

  • Otto Renkhoff: Nassauische Biographie: Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten, Seite 382, In: Band 39 von Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau, Historische Kommission für Nassau, 1992 ISBN 3-922244-90-4
  • 70 Jahre Ev.-luth. Diakonissen-Mutterhaus „Bethanien-Lötzen“. Quakenbrück 1980.

Einzelnachweise

  1. Grab von Stachowitz (Memento des Originals vom 17. Juni 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gemeinde-nikolassee.de (PDF; 107 kB)
  2. Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1.
  3. Bundespräsidialamt
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