Normalform eines Spiels

Die Normalform e​ines Spiels, k​urz Normalform, bezeichnet i​n der Spieltheorie e​ine Darstellungsform v​on Spielen, d​ie sich i​m Wesentlichen a​uf die A-priori-Strategiemengen d​er einzelnen Spieler u​nd eine Auszahlungsfunktion a​ls Funktion d​er gewählten Strategiekombinationen beschränkt. Gerecht w​ird diese Darstellungsform a​m ehesten solchen Spielen, b​ei denen a​lle Spieler i​hre Strategien gleichzeitig u​nd ohne Kenntnis d​er Wahl d​er anderen Spieler festlegen.

Eine Alternative i​st die Extensivform e​ines Spiels, d​eren Stärke i​n der anschaulichen Darstellung zeitlicher o​der logischer Abfolgen liegt.

Die Normalform für Spiele w​urde erstmals v​on Émile Borel (1921) u​nd John v​on Neumann (1928) beschrieben, d​ie erkannten, d​ass im Prinzip j​edes Strategiespiel i​n eine solche Form transformiert werden kann.

Definition

Die Normalform eines Spiels ist ein Tupel mit den folgenden Elementen:[1]

Menge der Spieler
Strategieraum
bezeichnet die Strategiemenge des Spielers , aus der er seine Züge wählen kann.
Nutzenfunktion
Dabei ist die Nutzenfunktion des Spielers . Abhängig von der eigenen Strategie und der Strategie der anderen Spieler hat der Spieler einen Nutzen oder eine Auszahlung von .

Gemischte und reine Strategien

In den so genannten reinen Strategien wählen die Spieler genau ein . Für manche Spiele ist es jedoch notwendig, den Spielern zusätzlich die Möglichkeit einzuräumen, zufällig die Strategien auszuwählen und zuvor lediglich die Wahrscheinlichkeitsverteilung über anzugeben, mit denen die einzelnen ausgewählt werden. Dabei bezeichnet die Parameter dieser Wahrscheinlichkeitsverteilung und die Menge der möglichen Parameterkombinationen.

Ist endlich beziehungsweise abzählbar, so ist ein Vektor, wobei die Wahrscheinlichkeit angibt, dass die Strategie gewählt wird. Man spricht bei von einer gemischten Strategie.

Das Tupel ist die Normalform eines solchen Spiels in gemischten Strategien. Dabei gilt , und ist der erwartete Nutzen.

Darstellung in Tabellenform

Werden nur Spiele mit zwei Spielern, , betrachtet und sind die Strategiemengen und endlich und überschaubar, kann man ein Spiel in Normalform auch als eine Tabelle, die Auszahlungsmatrix (Bimatrix), darstellen:

Spieler 1\Spieler 2
(3,3) (1,2)
(2,1) (1,1)

In diesem Fall bezeichnet die erste Zahl in der Klammer die Auszahlung des Spielers 1 und die zweite Zahl die Auszahlung des Spielers 2 bei der entsprechenden Strategienkombination. Wählt Spieler 1 beispielsweise Strategie und Spieler 2 , so erhält Spieler 1 eine Auszahlung in Höhe 2 und Spieler 2 eine Auszahlung in Höhe 1.

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Leininger und Erwin Amann: Einführung in die Spieltheorie., S. 14 ff.
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