Muggenthal (Schönsee)

Muggenthal i​st ein Ortsteil d​er Stadt Schönsee i​m Oberpfälzer Landkreis Schwandorf i​n Bayern.

Muggenthal
Stadt Schönsee
Höhe: 610 m
Einwohner: 10 (12. Dez. 2012)[1]
Postleitzahl: 92539
Vorwahl: 09674
Muggenthal (Bayern)

Lage von Muggenthal in Bayern

Muggenthal
Muggenthal
Rad- und Wanderweg auf der ehemaligen Bahntrasse Nabburg-Schönsee bei Muggenthal
Wanderwege bei Muggenthal

Geografische Lage

Muggenthal bezeichnet z​wei Gehöfte, d​ie etwa 200 m voneinander entfernt a​n der Staatsstraße 2159 liegen (früher: Ober- u​nd Untermuggenthal). Muggenthal l​iegt am östlichen Ausgang d​es Rosenthales, w​o sich d​ie enge Durchbruchstrecke d​er Ascha z​ur Schönseer Hochfläche weitet.[2]

Geschichte

1387 wurden Ober- u​nd Untermuggenthal a​ls Teil d​er Hammerwerke a​n der Ascha erstmals schriftlich erwähnt (von Osten n​ach Westen, aschaabwärts: Dietersberg, Steinhammer, Schallerhammer, Ober- u​nd Untermuggenthal, Gaisthaler Hammer).[3]

Ober- und Untermuggenthal wurden in dieser Urkunde als Schienhämmer bezeichnet, das waren Hammerwerke, die Eisenerz verarbeiteten und das gewonnene Roheisen zu Schienen geformt an die weiterverarbeitenden Werke – oft im Böhmischen: Pfraumberg und Taus – gaben.[4] Vielleicht entstanden diese Hammerwerke schon früher und nutzten anfangs örtliche Eisenvorkommen.[5] Seit Ende des 14. Jahrhunderts bezogen sie Eisenerz aus der Amberger Gegend.[6]

Untermuggenthal wurde nach dem 15. Jahrhundert nicht mehr in den Amberger Lieferlisten aufgeführt. Obermuggenthal erschien nach dem 15. Jahrhundert als Blechhammer, d. h. als eisenverarbeitender Betrieb.[4] Im 15. Jahrhundert wurde die Errichtung von neuen Schienhämmern verboten, um die Erzeugung von Roheisen zu drosseln. Die Umwandlung der Schienhämmer in Blechhämmer dagegen wurde gefördert.[4]

Der Muggenthaler Hammer wechselte häufig den Besitzer. Zwischen 1569 und 1599 gehörte er zuerst Michael Moller, dann ab 1593 Conrad Moller, deshalb wurde er auch als Mollerhammer oder Mollermühl bezeichnet.[7] Im 17. Jahrhundert erlebten die Hämmer einen Niedergang und die Wasserkraft wurde im 18. Jahrhundert zum Betreiben von Kornmühlen, Sägewerken und Glasschleifen genutzt. Ab 1831 gab es in Untermuggenthal und in Obermuggenthal je eine Glasschleife.[8] Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Glasschleifen geschlossen.[9]

Heute (2012) i​st das o​bere Gehöft (ehemalig: Obermuggenthal) e​in Bauernhof m​it Pferde- u​nd Kuhhaltung, d​as untere Gehöft (ehemalig: Untermuggenthal) e​ine Fabrik z​ur Kunststoffverarbeitung u​nd Formenbau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das o​bere Gehöft (Obermuggenthal) i​st ein ehemaliges Hammerherrenhaus, d​ann Mühle, d​ann Spiegelglasschleife b​is 1937, a​us dem frühen 19. Jahrhundert, e​in Satteldachbau m​it Uhrentürmchen u​nd Stallgebäuden m​it barocken Gewölben, d​ie oberhalb d​er Kelleranlage aufgestockt wurden.[10]

An Muggenthal vorbei führt e​in Rad- u​nd Wanderweg, d​er auf d​er ehemaligen Bahnstrecke Nabburg–Schönsee angelegt wurde. Dieser Radweg i​st ein Abschnitt d​es Bayerisch-Böhmischen Freundschaftsweges v​on Nabburg n​ach Horšovský Týn.[11]

Literatur

  • Teresa Guggenmoos: Stadt Schönsee. Verlag der Stadt Schönsee, Schönsee 1981
  • Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970
  • Paulinus Fröhlich: Weiding bei Schönsee Beiträge zur Geschichte des Ortes. Weiding 1956
Commons: Muggenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Einwohnermeldeamt Schönsee
  2. Teresa Guggenmoos: Die Natur. In: Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970, S. 20.
  3. Teresa Guggenmoos: Aus der Geschichte des Schönseer Landes. In: Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970, S. 95, 111.
  4. Teresa Guggenmoos: Aus der Geschichte des Schönseer Landes. In: Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970, S. 111.
  5. Paulinus Fröhlich: Weiding bei Schönsee Beiträge zur Geschichte des Ortes. Weiding 1956, S. 63
  6. Teresa Guggenmoos: Stadt Schönsee. Verlag der Stadt Schönsee, Schönsee 1981, S. 146
  7. Teresa Guggenmoos: Stadt Schönsee. Verlag der Stadt Schönsee, Schönsee 1981, S. 152
  8. Teresa Guggenmoos: Stadt Schönsee. Verlag der Stadt Schönsee, Schönsee 1981, S. 152, 153
  9. Teresa Guggenmoos: Stadt Schönsee. Verlag der Stadt Schönsee, Schönsee 1981, S. 153
  10. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Regierungsbezirk Oberpfalz, Schönsee Baudenkmäler, Ortsteil Muggenthal, D-3-76-160-45, Stand 5. Juli 2012
  11. http://www.oberpfaelzerwald.de/de/bayerisch-boehmischer-freundschaftsweg
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