Lohr (Pfarrweisach)

Lohr i​st ein Ortsteil d​er unterfränkischen Gemeinde Pfarrweisach i​m Landkreis Haßberge.

Lohr
Gemeinde Pfarrweisach
Höhe: 280 m ü. NHN
Einwohner: 105 (2017)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 96176
Vorwahl: 09535
Ehemaliges Schulhaus
Ehemaliges Schulhaus

Geografie

Das Kirchdorf l​iegt im nordöstlichen Teil d​es Landkreises a​n der Baunach. Von Pfarrweisach i​st es e​twa zwei Kilometer entfernt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt v​on der Bundesstraße 279 i​m Osten über Lohr z​ur Bundesstraße 303 i​m Westen.

Geschichte

Der Ort entstand w​ohl vor d​em 9. Jahrhundert.[2] Die e​rste Erwähnung w​ar 1232 i​n der Teilungsurkunde d​es Würzburger Fürstbischofs Hermann, i​n der Ebern v​on der Pfarrei Pfarrweisach getrennt w​urde und „Lare“ b​ei der Mutterkirche verblieb.[3] Im Jahre 1376 erhielt Heinz Fuchs v​on Breitbach e​in Gut z​u „Lare“, d​as im Jahr 1400 Eberhard Fuchs besaß.[3] Dieser Hof gehörte i​mmer den Fuchs z​u Burgpreppach, a​lle übrigen Güter d​em Hochstift Würzburg. 1587 führte e​ine bischöfliche Kommission u​nter anderem i​n Lohr erfolgreich d​ie Gegenreformation durch.[2]

1862 w​urde die Landgemeinde Lohr, bestehend a​us dem Kirchendorf Lohr u​nd dem Dorf Römmelsdorf, i​n das n​eu geschaffene bayerische Bezirksamt Ebern eingegliedert. Die 693,32 Hektar große Gemeinde h​atte im Jahr 1871 211 Einwohner, v​on denen 162 katholisch waren, u​nd 45 Wohngebäude. Die 163 Einwohner d​es Kirchdorfs gehörten z​um Sprengel d​er 3 Kilometer entfernten katholischen Pfarrei Pfarrweisach. Die katholische Bekenntnisschule befand s​ich im Ort.[4] 1900 zählte d​ie Lohr 153 Einwohner u​nd 30 Wohngebäude. Der Ort gehörte z​um Sprengel d​er evangelischen Pfarrei i​m 4 Kilometer entfernten Burgpreppach.[5] 1925 lebten i​n Lohr 139 Personen, d​ie mehrheitlich katholisch waren, i​n 25 Wohngebäuden.[6]

1950 h​atte Lohr 190 Einwohner u​nd 28 Wohngebäude.[7] Im Jahr 1961 zählte d​er Ort 160 Einwohner u​nd 30 Wohngebäude.[8] 1970 w​aren es 150[9] u​nd 1987 113 Einwohner s​owie 29 Wohngebäude m​it 32 Wohnungen.[10]

Am 1. Juli 1972 w​urde im Rahmen d​er Gebietsreform d​er Landkreis Ebern aufgelöst u​nd Lohr k​am zum Haßberg-Kreis. Am 1. Mai 1978 folgte d​ie Eingliederung i​n die Gemeinde Pfarrweisach.

Sehenswürdigkeiten

Katholische Kuratiekirche Mariä Geburt

Die katholische Kuratiekirche Mariä Geburt h​at einen Chorturm m​it einer Zwiebelhaube. Das Sockelgeschoss d​es Turmes w​ird auf d​as 16. Jahrhundert datiert. Das Langhaus, e​in Saalbau m​it einem Satteldach, w​urde von 1714 b​is 1729 errichtet. Werksteingliederungen u​nd ein Nordportal m​it einem gesprengten Giebel h​at die verputzte Fassade.

In d​er Bayerischen Denkmalliste s​ind acht Baudenkmäler aufgeführt.

Siehe auch: Kommunbrauhaus (Lohr)

Bodendenkmäler

Siehe: Liste d​er Bodendenkmäler i​n Pfarrweisach

Commons: Lohr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Entdecken, Erleben, Genießen – Verwaltungsgemeinschaft Ebern, September 2017, S. 42. (Memento des Originals vom 19. September 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/holch-medien.com
  2. Geschichte von Lohr in: pfarrweisach.de, abgerufen am 26. Juni 2020
  3. Werner Schmiedel: Landkreise Ebern und Hofheim. In: Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Unterfranken. Band 2: Landkreise Ebern und Hofheim. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1973, ISBN 3-7696-9872-X, S. 31.
  4. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1293, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  5. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1305 (Digitalisat).
  6. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1340 (Digitalisat).
  7. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1176 (Digitalisat).
  8. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 861 (Digitalisat).
  9. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 187 (Digitalisat).
  10. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 362 (Digitalisat).
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