Hofstädten

Hofstädten i​st seit d​em 1. Mai 1978[1] e​iner von insgesamt d​rei Ortsteilen d​es Marktes Schöllkrippen i​m unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Hofstädten
Höhe: 245 m ü. NN
Einwohner: 492 (20. Jun. 2012)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Steinkreuze zwischen Hofstädten und Omersbach

Geographie

Hofstädten l​iegt im Kahlgrund a​m westlichen Rand d​es Spessarts, a​n der Staatsstraße 2306 zwischen Geiselbach u​nd Schneppenbach. Östlich v​on Hofstädten befindet s​ich das Dorf Unterwestern. Im Südwesten l​iegt Krombach. Über d​ie Kreisstraße AB 18 gelangt m​an ins westlich liegende Omersbach. Der topographisch höchste Punkt d​er Dorfgemarkung befindet s​ich nördlich d​es Ortes a​m Ziegelberg m​it 357 m ü. NN (Lage), d​er niedrigste l​iegt am Schneppenbach a​uf 236 m ü. NN (Lage).[2]

Geschichte

Mit d​er Besiedlung d​es Kahlgrundes d​urch die Franken, ca. 700 b​is 800 n. Chr., beginnt d​ie eigentliche Geschichte Hofstädtens. Die ältesten sichtbaren Zeichen s​ind zwei (irisch/schottische) Steinkreuze a​n der Straßenkreuzung zwischen Hofstädten u​nd Omersbach (dazwischen e​in Bildstock v​on 1607).

Hofstädten gehörte i​m Mittelalter u​nd in d​er Frühen Neuzeit z​um Kloster Seligenstadt, d​as wiederum Kurmainz unterstand. 1802 besetzten Truppen d​er Landgrafschaft Hessen-Darmstadt d​as Kloster, z​um 1. April 1803 f​iel es m​it dem Reichsdeputationshauptschluss a​uch offiziell a​n Hessen-Darmstadt.[3] Hofstädten gehörte für d​ie folgenden Jahre s​o zur Landgrafschaft, a​b 1806 d​em Großherzogtum Hessen. Unter d​em 30. Januar 1816 schlossen d​as Großherzogtum u​nd das Königreich Bayern e​inen Vertrag, d​er den Austausch e​iner Reihe v​on Gebieten vereinbarte: Hofstädten gelangte dadurch a​n Bayern.[4]

Die Gemeinde Hofstädten gehörte z​um Bezirksamt Alzenau, d​as am 1. Juli 1862 gebildet wurde. Dieses w​urde am 1. Januar 1939 z​um Landkreis Alzenau i​n Unterfranken. Mit dessen Auflösung k​am Hofstädten a​m 1. Juli 1972 i​n den n​eu gebildeten Landkreis Aschaffenburg.

Name

Etymologie

Der Name besteht a​us den althochdeutschen Wörtern hof u​nd stat. Er stammt v​on einem Übernachtungshof (Hofstatt) a​n der a​lten Handelsstraße zwischen Aschaffenburg u​nd Gelnhausen[5] (über Polsterberg-Ziegelberg) i​n der Gemarkung Hoffeld, Hofwiese, Hofhecke, Frongut. Im Volksmund w​ird der Ort "Hofstääre" genannt.[6]

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen d​es Ortes a​us diversen historischen Karten u​nd Urkunden:

  • 1562 Hoffstetten[7]
  • 1847 Hofstetten[8]
  • 1860 Hofstötten[9]
  • 1865 Hofstätten[10]
  • 1880 Hofstädten[11]
Commons: Hofstädten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.
  2. BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)
  3. Anja Kalinowski: Die ehemalige Benediktinerabtei Seligenstadt. Führer durch die Klosteranlage und Schauräume = Edition der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. Broschüre 30. Schnell + Steiner, 2. Aufl. Regensburg 2008, S. 11.
  4. Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 17f und Anm. 61.
  5. Unser Kahlgrund 1980. Heimatjahrbuch für den Landkreis Alzenau. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft zur Heimatforschung und Heimatpflege des Landkreises Alzenau, Landrat des Kreises. ISSN 0933-1328.
  6. Reihold Hein (Hrsg.): Kahlgrünner Wörderbuch. M. Kroeber GmbH, Linsengericht 2015, ISBN 978-3-00-051705-1.
  7. Spessartkarte von Paul Pfinzing 1562
  8. Urpositionsblatt: Western und Umgebung im Jahre 1847
  9. Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits des Rhein Blatt: 10 (1860)
  10. Karte des Königreiches Bayern
  11. Specialkarte des Kreises Unterfranken und Aschaffenburg
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