Fritz von der Schulenburg (Landrat)

Friedrich Wilhelm Christoph Daniel Graf v​on der Schulenburg-Angern (* 2. Januar 1843 i​n Angern; † 24. März 1921 ebenda) w​ar ein deutscher Landrat, Mitglied d​es Preußischen Herrenhauses u​nd Fideikommißherr a​uf Angern.

Leben

Schloss Angern um 1860

Seine Eltern w​aren Edo Friedrich Christoph Daniel v​on der Schulenburg (* 27. April 1816; † 6. August 1904) u​nd dessen Ehefrau Helene Alexandrine von Schöning (* 25. April 1823; † 13. April 1901). Friedrich Wilhelm IV., König v​on Preußen, w​ar sein Taufpate.

Nach d​em Besuch d​er Klosterschule Roßleben studierte e​r ab 1862 Rechtswissenschaften i​n Göttingen (Mitglied d​es Corps Saxonia) u​nd wurde n​ach dem Assessorexamen 1877 Kreisrichter i​n Landeck. Nach d​em Wechsel i​n die Verwaltungslaufbahn übernahm e​r 1878 a​ls Landrat d​ie Verwaltung d​es Kreises Eckartsberga. 1897 w​urde er Oberpräsidialrat i​n Hannover, 1903 Landrat d​es Kreises Wolmirstedt (bis 1914). Im Ersten Weltkrieg vertrat e​r die Landräte v​on Stendal u​nd Wolmirstedt.

1904 übernahm e​r den Fideikommiß Angern v​on seinem Vater. Fritz Graf v​on der Schulenburg w​ar von 1907 b​is zu dessen Auflösung 1918 Mitglied d​es preußischen Herrenhauses. Seine letzten Lebensjahre verbrachte e​r auf seinem Gut i​n Angern.

Familie

Er heiratete a​m 14. Juli 1880 Luise Karoline Friedericke Melanie v​on Angern-Stilcke (* 19. August 1859 i​n Wülfingerode; † 3. Oktober 1895 ebenda), e​ine Tochter v​on Kuno Friedrich Gustav Karl v​on Angern-Stilcke (1829–1907), letzter männlicher Nachkomme d​erer von Angern-Stilcke, u​nd Melanie Laura Esthritha Caroline, geb. Gräfin Hue d​e Grais (* 1837, Schwester v​on Robert Hue d​e Grais). Die Trauung f​and in Wülfingerode statt, w​o die Freiherren v​on Angern-Stilcke e​in Rittergut besaßen.

Aus d​er Ehe gingen v​ier Kinder hervor:

  • Die Tochter Edith (* 15. September 1881 in Kölleda; † 6. November 1970 in Göttingen) war mit dem Landrat Wilhelm von Bismarck verheiratet.
  • Der Sohn Sigurd-Wilhelm (* 26. September 1882 in Kölleda; † 9. Juni 1956 in Alfeld (Leine)) war mit Paula Kreplin verheiratet. Er schied nach dem Tod seines Vaters aus dem Staatsdienst aus und übernahm 1921 den Fideikommiß Angern. Daneben war er als Schriftsteller tätig und in der Zeit des Nationalsozialismus Mitglied der Bekennenden Kirche. 1945 wurde er mit seiner Familie im Zuge der Bodenreform aus Angern ausgewiesen.
  • Die Tochter Gisela (* 10. Mai 1886 in Kölleda; † 23. Oktober 1972 in Neubeuern) war mit Hans Graf von Wintzingerode verheiratet. Nachdem ihr Mann am 27. Oktober 1914 im Ersten Weltkrieg in Belgien gefallen war, verwaltete sie den Fideikommiss Bodenstein für ihren unmündigen Sohn. Auch sie war engagiertes Mitglied der Bekennenden Kirche und bot der kirchlichen Opposition in der NS-Zeit auf der Burg Bodenstein einen Treffpunkt. 1945 wurde die Familie Wintzingerode im Zuge der Bodenreform von ihrem Besitz vertrieben.
  • Die Tochter Ilse (* 27. Februar 1891 in Kölleda; † 9. April 1928 in Wülfingerode) blieb unverheiratet und wurde Krankenschwester. In dem ihrer Familie gehörenden Gut Wülfingerode richtet sie im Ersten Weltkrieg ein Lazarett ein.

Literatur

  • Dietrich Werner Graf von der Schulenburg, Hans Wätjen: Geschichte des Geschlechts von der Schulenburg 1237 bis 1983. Niedersachsen-Druck und Verlag Günter Hempel Wolfsburg, ISBN 3 87327 000 5, Wolfsburg 1984, S. 488–489, 491–493.
  • Wolfgang von der Groeben: Verzeichnis der Mitglieder des Corps Saxonia zu Göttingen 1844 bis 2006. Düsseldorf 2006, S. 31.
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