Fritz Steuri (Skisportler, 1903)

Fritz Steuri (* 1903 i​n Grindelwald; † 9. August 1955 a​m Gross Grünhorn)[1] w​ar ein Schweizer Skirennfahrer u​nd Bergführer. Er gewann d​rei Medaillen b​ei Alpinen Skiweltmeisterschaften u​nd 1931 s​owie 1932 d​ie Abfahrt u​nd die Kombination d​es Lauberhornrennens.

Fritz Steuri
Nation Schweiz Schweiz
Geburtstag 1903
Geburtsort Grindelwald
Sterbedatum 9. August 1955
Sterbeort Gross Grünhorn
Karriere
Disziplin Slalom, Abfahrt, Kombination
Verein SC Kleine Scheidegg
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 0 × 1 × 2 ×
 Alpine Skiweltmeisterschaften
Bronze Mürren 1931 Abfahrt
Silber Innsbruck 1933 Kombination
Bronze Innsbruck 1933 Slalom
 

Biografie

Zu Beginn d​er 1930er-Jahre w​ar Fritz Steuri, d​er für d​en Skiclub Kleine Scheidegg startete,[2] e​iner der erfolgreichsten Schweizer Skirennfahrer. Bei d​en Alpinen Skiweltmeisterschaften, d​ie erstmals 1931 ausgetragen wurden u​nd damals n​och nicht offiziell d​en Namen Weltmeisterschaft trugen, sondern a​ls FIS-Rennen bzw. FIS-Wettkämpfe bezeichnet wurden, gewann e​r bis 1933 e​ine Silber- u​nd zwei Bronzemedaillen:[3] Bei d​en ersten FIS-Rennen 1931 i​n Mürren w​urde er hinter seinen Landsmännern Walter Prager u​nd Otto Furrer Dritter i​n der Abfahrt. Am Slalom n​ahm er n​icht teil.[4][5][6] 1932 b​lieb er i​n Cortina d’Ampezzo o​hne Medaille u​nd erzielte Platz fünf i​m Slalom s​owie jeweils Rang sieben i​n der Abfahrt u​nd in d​er Kombination.[7][8] 1933 i​n Innsbruck gewann e​r hinter d​en beiden Österreichern Anton Seelos u​nd Gustav Lantschner d​ie Bronzemedaille i​m Slalom u​nd mit Platz v​ier in d​er Abfahrt hinter Seelos d​ie Silbermedaille i​n der Kombination.[9][10]

Bei d​en Lauberhornrennen i​n Wengen, d​ie seit 1930 ausgetragen werden, gewann Fritz Steuri i​n den Jahren 1931 u​nd 1932 zweimal i​n Folge d​ie Abfahrt u​nd die Kombination.[11][12] Bei d​en «Grossen Skirennen d​er Schweiz», d​en Schweizer Skimeisterschaften, erzielte e​r 1932 i​n Zermatt d​en dritten Platz i​n der Abfahrt d​er Klasse Senioren I.[13] 1933 i​n Einsiedeln gewann e​r in dieser Klasse d​ie Abfahrt m​it der schnellsten Tageszeit, w​as ihm a​ls Spezialpreis d​en Wanderpreis d​es Britischen Skiclubs einbrachte. Mit e​inem zweiten Platz i​m Slalom gewann e​r ausserdem d​ie alpine Kombination a​us Abfahrt u​nd Slalom i​n der Seniorenklasse.[14] 1942 siegte e​r beim 36. Schweizerischen Skirennen i​n Grindelwald i​n der Altersklasse I i​n der Abfahrt u​nd im Slalom.[15] Ab 1935 w​ar Steuri erster Leiter d​er neu gegründeten Skischule Kleine Scheidegg.[16][17]

Neben seiner Tätigkeit a​ls Skirennläufer u​nd Skischulleiter w​ar Fritz Steuri a​uch ein bekannter Bergführer. Sein Führerpatent h​atte er bereits 1926 erhalten. Am 9. August 1955 sollte e​r mit e​inem deutschen Ehepaar über d​as Grünegghorn d​as 4044 Meter h​ohe Gross Grünhorn besteigen. Nach d​er Überschreitung d​es 3860 Meter h​ohen Grünegghorns w​urde die Gruppe i​n einer Senke zwischen Grünegghorn u​nd Gross Grünhorn v​on einem Schneebrett erfasst u​nd getötet. Steuri hinterliess s​eine Frau u​nd vier Kinder.[1] Sein Sohn Walter Steuri, b​eim Tod d​es Vaters z​ehn Jahre alt, w​ar von 1994 b​is 2008 Vorsitzender d​er Geschäftsleitung d​er Jungfraubahnen.[18][19]

Statistik & Erfolge

Weltmeisterschaften

Weitere Erfolge

  • Sieg in Abfahrt und Kombination des Lauberhornrennens 1931 und 1932
  • Sieg in der Abfahrt sowie in der Kombination aus Abfahrt und Slalom bei den Schweizer Skimeisterschaften 1933

Einzelnachweise

  1. Rudolf Rubi: Vom Bergbauerndorf zum Fremdenort: Gastgewerbe, Alpinismus. (= Im Tal von Grindelwald. Band II). Verlag Sutter Druck, Grindelwald 1986, S. 255–256.
  2. Rudolf Rubi: Der Sommer- und Winterkurort: Strassen und Bahnen, Wintersport. (= Im Tal von Grindelwald. Band III). Verlag Sutter Druck, Grindelwald 1987, S. 198.
  3. In der Datenbank des Internationalen Skiverbandes FIS werden Fritz Steuris Ergebnisse der ersten drei Weltmeisterschaften irrtümlich Willy Steuri zugerechnet, siehe den Eintrag von Willy Steuri in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch).
  4. Paul Schnaidt: Courses internationales de slalom et de descente. Mürren, 19 au 22 fevrier 1931. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 27. Jahrgang, 1931. S. 183–185.
  5. Othmar Gurtner: 2x Mürren. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 2, No. 1, 1931. S. 106–122.
  6. Arnold Lunn: The Story of Ski-ing. Eyre & Spottiswoode, London 1952, S. 78.
  7. A. Hochholdinger: FIS-Rennen in Cortina d’Ampezzo 1932. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 28. Jahrgang, 1932. S. 163–165.
  8. Willy Bonomo: Die FIS-Rennen in Cortina d’Ampezzo. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 2, No. 6, 1932, S. 213–220.
  9. A. Hochholdinger: F.I.S.-Rennen in Innsbruck vom 6. bis 13. Februar 1933. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 29. Jahrgang, 1933. S. 171–179.
  10. F. Martin: Die FIS-Rennen in Innsbruck, 6.–13. Februar 1933. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 2, No. 7, 1933, S. 385–392.
  11. Martin Born: Lauberhorn – die Geschichte eines Mythos. AS Verlag, Zürich 2004, ISBN 3-909111-08-4, S. 36 und 234.
  12. Rudolf Rubi: Der Sommer- und Winterkurort: Strassen und Bahnen, Wintersport. (= Im Tal von Grindelwald. Band III). Verlag Sutter Druck, Grindelwald 1987, S. 197–198.
  13. 26. Grosses Skirennen der Schweiz in Zermatt. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 28. Jahrgang, 1932. S. 148–160.
  14. 27. Grosses Schweiz. Skirennen in Einsiedeln. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 29. Jahrgang, 1933. S. 158–168.
  15. 36. Schweizerisches Skirennen in Grindelwald. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 38. Jahrgang, 1942. S. 38–50.
  16. Wie alles begann... (Memento vom 4. Oktober 2012 im Internet Archive) Website der Schweizerischen Schneesportschule Kleine Scheidegg, abgerufen am 12. Juli 2011.
  17. Rudolf Rubi: Der Sommer- und Winterkurort: Strassen und Bahnen, Wintersport. (= Im Tal von Grindelwald. Band III). Verlag Sutter Druck, Grindelwald 1987, S. 220.
  18. Mit offenen Augen in die Höhe streben. Artikel der Handelszeitung vom 26. Juli 2000 auf www.schweizerbank.ch, abgerufen am 12. Juli 2011.
  19. Kessler löst Steuri als VR-Präsident ab. Jungfrau Zeitung, 5. Juni 2008, abgerufen am 12. Juli 2011.
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.