Willy Steuri

Willy Steuri (* 4. März 1912; † 1978),[1] seltener a​uch Willi Steuri, w​ar ein Schweizer Skirennfahrer d​er 1930er-Jahre. Er gewann v​on 1934 b​is 1937 d​rei Bronzemedaillen b​ei Weltmeisterschaften u​nd 1935 d​ie Kombination d​es Lauberhornrennens s​owie die Abfahrt d​es Arlberg-Kandahar-Rennens.

Willy Steuri
Nation Schweiz Schweiz
Geburtstag 4. März 1912
Sterbedatum 1978
Karriere
Disziplin Slalom, Abfahrt, Kombination
Verein SC Kleine Scheidegg
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 0 × 0 × 3 ×
 Alpine Skiweltmeisterschaften
Bronze St. Moritz 1934 Slalom
Bronze Mürren 1935 Abfahrt
Bronze Chamonix 1937 Kombination
 

Karriere

Grössere Erfolge erzielte Willy Steuri, d​er für d​en Skiclub Kleine Scheidegg startete,[2] zunächst b​ei den Lauberhornrennen i​n Wengen. Dort s​tand er erstmals 1931 m​it zwei dritten Plätzen i​n Abfahrt u​nd Slalom s​owie dem daraus resultierenden zweiten Rang i​n der Kombination a​uf dem Podest. Im nächsten Jahr w​urde er Zweiter d​er Abfahrt u​nd Dritter d​er Kombination a​m Lauberhorn.[3] Beim «Grossen Skirennen d​er Schweiz», d​er Schweizer Skimeisterschaft, gewann e​r 1932 i​n Zermatt d​ie Abfahrt i​n der Juniorenklasse[4] u​nd 1933 i​n Einsiedeln d​ie Abfahrt d​er Klasse Senioren II.[5] Im selben Jahr erreichte e​r in Mürren a​ls Dritter d​er Kombination erstmals b​eim Arlberg-Kandahar-Rennen e​inen Podestplatz.[6][7] Im Jahr 1934 startete Willy Steuri i​n St. Moritz z​um ersten Mal[8] b​ei einer Weltmeisterschaft. Im Slalom gewann e​r hinter Franz Pfnür u​nd David Zogg a​uf Anhieb d​ie Bronzemedaille. In d​er Abfahrt w​urde er Elfter u​nd in d​er Kombination Fünfter.[9] Beim 28. Grossen Skirennen d​er Schweiz i​n Andermatt w​urde er Dritter i​n der Abfahrt (Senioren I) s​owie Sieger d​es Slaloms d​er Klasse Senioren II[10] u​nd am 9. März 1934 siegte e​r im Kandahar Decenary Race i​n Mürren a​us Anlass d​es zehnjährigen Bestehens d​es Kandahar Ski Club.[11]

Grosse Erfolge brachte Steuri d​er Winter 1935: Er gewann d​ie Bronzemedaille i​n der Abfahrt b​ei der Weltmeisterschaft i​n Mürren, k​am jedoch i​m Slalom n​ur auf Platz 32 u​nd damit i​n der Kombination a​uf Rang 13.[12][13] Bei d​en Arlberg-Kandahar-Rennen a​m selben Ort gewann e​r die Abfahrt u​nd wurde Dritter i​n der Kombination.[14][15][7] Beim Lauberhornrennen i​n Wengen gewann e​r die Kombination u​nd wurde jeweils Zweiter i​n Abfahrt u​nd Slalom, worauf e​r als erster überhaupt m​it dem Lauberhorn-Schnee-Kristall i​n Gold für fünf Podestplätze i​n Abfahrt u​nd Slalom (die Kombination w​ird nicht mitgezählt) ausgezeichnet wurde.[16][17] Beim Grossen Schweizer Skirennen 1935 i​n Grindelwald belegte e​r den zweiten Platz i​n der Abfahrt[18] u​nd bei d​en Französischen Meisterschaften i​n Chamonix erreichte e​r Platz z​wei in d​er Abfahrt, Rang d​rei im Slalom u​nd damit d​en zweiten Platz i​n der Kombination (0,03 Punkte hinter François Vignole). Zudem erzielte e​r beim Grand Prix v​on Megève d​en zweiten Platz i​n der Abfahrt s​owie Rang d​rei in d​er Kombination.[15][17]

An d​en Olympischen Winterspielen 1936, b​ei denen erstmals alpine Skiwettbewerbe z​ur Austragung kamen, n​ahm Willy Steuri n​icht teil. Der Schweizer Verband entsandte k​eine alpine Herrenmannschaft n​ach Garmisch-Partenkirchen.[19] Bei d​er zwei Wochen später ausgetragenen Weltmeisterschaft 1936 i​n Innsbruck k​am der m​it Nummer e​ins gestartete Steuri i​n der Abfahrt schwer z​u Sturz u​nd schied aus.[20][21][22] Im Slalom a​m nächsten Tag konnte e​r nicht antreten. Erfolgreich w​ar er wieder b​ei der Weltmeisterschaft 1937 i​n Chamonix, b​ei der e​r mit Platz fünf i​n der Abfahrt u​nd Rang sieben i​m Slalom d​ie Bronzemedaille i​n der Kombination gewann.[23][24] Beim Grossen Schweizer Skirennen 1937 i​n Les Diablerets gewann Steuri d​en Titel i​m Slalom u​nd wurde Zweiter i​n der Abfahrt.[25] Beim Arlberg-Kandahar-Rennen i​n Mürren verpasste e​r im selben Jahr a​ls Vierter d​es Slaloms e​inen Podestplatz n​ur knapp.[26][7]

In d​en folgenden Jahren erreichte Willy Steuri k​eine vorderen Platzierungen b​ei Weltmeisterschaften mehr. Er w​urde 1938 i​n Engelberg n​ach einem Sturz i​n der Abfahrt n​ur 35. – a​m Slalom a​m nächsten Tag konnte e​r nicht teilnehmen –[27] u​nd blieb 1939 i​n Zakopane n​ach einer Disqualifikation i​n der Abfahrt o​hne Ergebnis.[28] Ein kleinerer Erfolg gelang i​hm 1938 b​eim No-Fall Championship u​m den Sunday Times Cup i​n Wengen, b​ei dem e​r wie s​chon 1936 d​en dritten Platz belegte.[29][30] Beim Schweizerischen Skirennen erzielte e​r 1938 n​och den dritten Platz i​m Slalom (Senioren I).[31] 1942 t​rat er n​och einmal b​eim Schweizerischen Skirennen i​n Grindelwald an, erzielte a​ber keine vorderen Platzierungen mehr.[32]

Statistik & Erfolge

Weltmeisterschaften

Weitere Erfolge

Einzelnachweise

  1. Auskunft von Marco Bomio, Leiter des Grindelwald Museums.
  2. Rudolf Rubi: Der Sommer- und Winterkurort: Strassen und Bahnen, Wintersport. (= Im Tal von Grindelwald. Band III). Verlag Sutter Druck, Grindelwald 1987, S. 173.
  3. Rudolf Rubi: Der Sommer- und Winterkurort: Strassen und Bahnen, Wintersport. (= Im Tal von Grindelwald. Band III). Verlag Sutter Druck, Grindelwald 1987, S. 197–198.
  4. 26. Grosses Skirennen der Schweiz in Zermatt. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 28. Jahrgang, 1932. S. 148–160.
  5. 27. Grosses Schweiz. Skirennen in Einsiedeln. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 29. Jahrgang, 1933. S. 158–168.
  6. Fritz Ringgenberg: 4. Arlberg-Kandahar Ski-Rennen in Mürren. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 2, No. 7, 1933, S. 403–407.
  7. Ergebnisse der Arlberg-Kandahar-Rennen 1928–1955 (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) (PDF-Datei, 23 kB).
  8. In der Datenbank des Internationalen Skiverbandes FIS (Eintrag Willi Steuri) werden fälschlicherweise auch die Top-6-Platzierungen von Fritz Steuri der Jahre 1931 bis 1933 Willy Steuri angerechnet.
  9. Heinz Schiller: Die FIS-Rennen in St. Moritz 15./17. Februar 1934. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 3, No. 8, 1934, S. 103–112.
  10. 28. Grosses Schweiz. Skirennen in Andermatt. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 30. Jahrgang, 1934. S. 170–181.
  11. Arnold Lunn: London Letter. In: The Canadian Amateur Ski Association (Hrsg.): Canadian Ski Year Book 1934. John Lovell & Son, Montreal 1934, S. 25.
  12. Hans Stuber: FIS-Rennen für Abfahrt und Slalom in Mürren. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 31. Jahrgang, 1935. S. 163–167.
  13. Othmar Gurtner: FIS-Reportage aus Mürren, 22.–25. Februar 1935. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 3, No. 9, 1935, S. 230–241.
  14. Fritz Ringgenberg: 8. Arlberg-Kandahar Rennen in Mürren. 9./10. März 1935. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 3, No. 9, 1935, S. 242–244.
  15. Hans Stuber: Jahresbericht der Technischen Leitung. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 31. Jahrgang, 1935. S. 138.
  16. Martin Born: Lauberhorn – die Geschichte eines Mythos. AS Verlag, Zürich 2004, ISBN 3-909111-08-4, S. 37.
  17. Rudolf Rubi: Der Sommer- und Winterkurort: Strassen und Bahnen, Wintersport. (= Im Tal von Grindelwald. Band III). Verlag Sutter Druck, Grindelwald 1987, S. 198.
  18. 29. Grosses Schweiz. Skirennen in Grindelwald. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 31. Jahrgang, 1935. S. 143–155.
  19. Walter Amstutz: Die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 3, No. 10, 1936, S. 357.
  20. Heinrich Fueter: Die Weltmeisterschaften 1936 in Innsbruck. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 3, No. 10, 1936, S. 366.
  21. Othmar Gurtner: Die Innsbruckiade. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 3, No. 10, 1936, S. 314.
  22. Dwight Shepler: Lunacy at the F.I.S. In: Canadian Amateur Ski Association (Hrsg.): Canadian Ski Year Book 1936–37. John Lovell & Son, Montreal 1936, S. 102.
  23. Courses de la FIS à Chamonix. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 34. Jahrgang, 1938. S. 102–104.
  24. Walter Amstutz: Die Skiweltmeisterschaften 1937. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 3, No. 11, 1937, S. 513–516.
  25. 31mes Courses nationales suisses de ski aux Diablerets. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 34. Jahrgang, 1938. S. 97–100.
  26. G. A. Michel: Zum 10. Arlberg-Kandahar Rennen. In: Der Schneehase. Jahrbuch des Schweizerischen Akademischen Ski-Club. Band 3, No. 11, 1937, S. 523–526.
  27. FIS-Rennen in Engelberg. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 34. Jahrgang, 1938. S. 110–114.
  28. Ergebnisse der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1939. In: alpineskiing-worldchampionships.com. Archiviert vom Original am 1. Oktober 2011; abgerufen am 3. April 2017 (englisch).
  29. Downhill Only. The Annual Journal of the Downhill Only Club. Vol. 1, No. 1, October 1936, S. 32.
  30. Downhill Only. The Annual Journal of the Downhill Only Club. Vol. 1, No. 3, October 1938, S. 23.
  31. 32. Schweizerisches Skirennen in Wengen. In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 34. Jahrgang, 1938. S. 105–110.
  32. 36. Schweizerisches Skirennen in Grindelwald In: Jahrbuch des Schweizerischen Skiverbandes. 38. Jahrgang, 1942. S. 38–50.
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