Ferthofen

Ferthofen i​st ein Dorf i​n Oberschwaben, r​und acht Kilometer westlich d​er Stadtmitte Memmingens. Die Gemeinde Ferthofen w​urde 1971 i​n die Gemeinde Volkratshofen eingegliedert. 1978 erfolgte i​m Rahmen d​er Gemeindegebietsreform zusammen m​it Volkratshofen d​ie Eingemeindung i​n die Stadt Memmingen.

Ferthofen
Stadt Memmingen
Einwohner: 1364 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1. April 1971
Eingemeindet nach: Volkratshofen
Postleitzahl: 87700
Vorwahl: 08331
Karte
Lage von Ferthofen in Memmingen

Lage

Ferthofen l​iegt an d​er Iller, d​ie dort d​ie Landesgrenze z​u Baden-Württemberg bildet. Zum Ort gehören a​uch einige Aussiedlerhöfe i​m Illergries u​nd Wohnhäuser jenseits d​er Iller a​m Rand v​on Aitrach.

Illerstaustufe Ferthofen

Geschichte

Der Illerübergang bei Ferthofen spielte schon jeher eine zentrale Rolle. Schon in der Vor- und Frühgeschichte wurde dieser bedeutende Übergang benutzt. Später führte die kaiserliche freie Landstraße von Memmingen über Leutkirch-Wangen nach Lindau über die Illerbrücke. Schon seit der Römerzeit sind die Schicksale der Gemeinde bestimmt von den Ereignissen am Illerübergang. Kaufleute mit Salz, Bodenseewein und Korn, Ritter, Soldaten und Mönche benutzten Furt und Brücke. Die erste urkundliche Erwähnung lässt sich als Besitz der Herrschaft Marstetten auf die Jahre 1551 und 1559 datieren. 1784 kaufte der Memminger Patrizier Johann Sigmund von Lupin 40 Tagewerk Grund von der Herrschaft Marstetten, befreite sie von fremden Hoheitsrechten und erbaute auf diesem Edelgut sein Schloss Illerfeld. In Ferthofen entstand 1806 das bayerische Zollhaus, allerdings wurde der Ort erst 1818 eine eigenständige Gemeinde. Die Gerichtsbarkeit lag ab 1861 beim Landgericht Memmingen. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Illerbrücke gesprengt, um die anrückenden amerikanischen und französischen Truppen aufzuhalten. Erst 1949 wurde die Brücke neu gebaut und ermöglichte wieder die Verbindung zwischen Bayern und Württemberg. 1950 wurde das Illerkraftwerk Aitrach bei Ferthofen in Betrieb genommen.

Am 22. November 1970 votierte d​ie Mehrheit d​er Ferthofer i​n einer Abstimmung für d​ie Angliederung a​n die Gemeinde Volkratshofen, d​ie am 1. April 1971 vollzogen wurde.[1] Seit d​em 1. Mai 1978 gehört d​as Dorf z​u Memmingen.[2]

Sehenswürdigkeiten

Der Stausee d​es Illerkraftwerks bietet e​inen besonderen landschaftlichen Reiz. Schloss Illerfeld i​st mit seinen Parkanlagen u​nd einer u​nter Naturschutz stehende Tulpenbaumallee ebenfalls e​ine Sehenswürdigkeit d​es Ortes.

Commons: Ferthofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 521 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 764.
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