Fenazaquin

Fenazaquin i​st eine chemische Verbindung a​us der Gruppe d​er Chinazolinderivate u​nd Alkylarylether.

Strukturformel
Allgemeines
Name Fenazaquin
Andere Namen

4-{2-[4-(1,1-Dimethylethyl)phenyl]ethoxy}chinazolin

Summenformel C20H22N2O
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 120928-09-8
EG-Nummer 410-580-0
ECHA-InfoCard 100.101.016
PubChem 86356
ChemSpider 77874
Wikidata Q1404580
Eigenschaften
Molare Masse 306,41 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

78,5 °C[1]

Löslichkeit
  • nahezu unlöslich in Wasser[2]
  • löslich in vielen organischen Lösungsmitteln[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301332410
P: 273301+310+330304+340+312 [1]
Toxikologische Daten

136 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Gewinnung und Darstellung

Fenazaquin k​ann durch Reaktion v​on 4-Chinazolinol m​it Triphenylphosphit u​nd Chlor u​nd anschließender Reaktion d​es entstandenen Zwischenproduktes 4-Chlorchinazolin m​it 4-tert-Butylphenylethanol gewonnen werden.[2]

Eigenschaften

Fenazaquin i​st ein farbloser Feststoff, d​er unlöslich i​n Wasser ist.[2] Er hydrolysiert u​nter sauren Bedingungen, i​st aber f​ast stabil u​nter neutralen o​der basischen Bedingungen.[4]

Verwendung

Fenazaquin w​ird seit seiner Markteinführung 1992 a​ls Akarizid eingesetzt. Es w​irkt durch Blockierung d​es mitochondrialen Elektronentransportes i​m Komplex I.[5]

Zulassungsstatus

Fenazaquin i​st zwar i​n den Staaten d​er EU a​ls Wirkstoff zugelassen, jedoch s​ind weder i​n Deutschland n​och in Österreich o​der der Schweiz Pflanzenschutzmittel, d​ie Fenazaquin a​ls Wirkstoff enthalten, i​m Handel.[6]

Einzelnachweise

  1. Eintrag zu Fenazaquin in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. Januar 2021. (JavaScript erforderlich)
  2. Ullmann's Agrochemicals, Band 1. Wiley-VCH, 2007, ISBN 978-3-527-31604-5 (Seite 558 in der Google-Buchsuche).
  3. Eintrag zu Fenazaquin (ISO) im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 15. März 2017. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. Terence Robert Roberts, D. H. Hutson: Metabolic pathways of agrochemicals. Royal Soc of Chemistry, 1999, ISBN 978-0-85404-499-3 (Seite 224 in der Google-Buchsuche).
  5. Horst Börner: Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz. Springer, 2009, ISBN 978-3-540-49067-8 (Seite 588 in der Google-Buchsuche).
  6. Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Fenazaquin in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands, abgerufen am 6. Dezember 2019.
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