Convair Model 118

Die Convair Modell 118 ConvAirCar (nach dem Konstrukteur Ted Hall auch als Hall Flying Automobile bekannt) war ein Flugauto, von dem nur zwei Prototypen gebaut wurden. Geplante Zielgruppe war die breite Öffentlichkeit. Der erste Prototyp wurde nach einer Notlandung aufgrund von Treibstoffmangel beschädigt. Anschließend wurde der zweite Prototyp aus den Teilen des beschädigten Prototypen aufgebaut und geflogen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte nur wenig Käuferinteresse für das Projekt gewonnen werden und das Programm wurde kurz darauf beendet.[1]

Model 118 ConVairCar
Typ:Flugauto
Entwurfsland:

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Hersteller: Convair
Erstflug: 1. November 1947
(Model 116: 1946)
Stückzahl: 2
Convair Modell 118 im „Automobil“-Modus (der Flügel ist abgenommen)

Konstruktion und Entwicklung

Consolidated Vultee Aircraft Corporation (später Convair) suchte Eintritt i​n den Nachkriegsboom d​er Luftfahrt m​it einem fliegenden Auto für e​ine große Käuferschicht. Theodore P. „Ted“ Hall h​atte das Konzept e​ines fliegenden Autos v​or dem Zweiten Weltkrieg untersucht, w​obei der Konzern erfolglos d​ie Idee e​ines solchen Fahrzeugs für d​en Einsatz i​n Kommandoeinheiten während d​es Krieges vorgeschlagen hatte.

Nach dem Ende des Krieges wurde von Hall und Tommy Thompson das Flugauto Convair Model 116 entworfen und entwickelt. Es wurde im Popular Mechanics-Magazin im Jahr 1946 vorgestellt. Es bestand aus einer zweisitzigen Karosserie, angetrieben von einem hinten angebrachten 26-PS-Motor, mit abnehmbarem Eindecker Flügel, Leitwerk und einer Zugpropeller-Konfiguration mit einem 90PS Franklin 4A4 Motor und zweiflügeligem hölzernen Propeller. Das Flugauto flog am 12. Juli 1946 und machte 66 Testflüge.[2] Hall entwickelte anschließend ein komplexeres Modell als die 116, mit einer optimierten Zelle und einem stärkeren Flugmotor. Ein 25-PS-Crosley-Motor war im Heck der viersitzigen Kunststoffkarosserie, als „Automotor“ untergebracht, während ein 190 PS-Lycoming O-435C für den Antrieb des „Flugzeugs“ verwendet wurde. Ein hohes Produktionsziel von 160.000 Fahrzeugen war vorgesehen, mit einem geplanten Preis von 1.500 $ pro Fahrzeug. Convair erwartete, dass das Modell 118 in großer Zahl gekauft werden würde, um an Flughäfen vermietet zu werden.[3]

Geschichte

Testpilot Reuben Snodgrass f​log den Prototyp m​it der Registrierung NX90850 z​um ersten Mal a​m 15. November 1947. Am 18. November 1947, während e​iner einstündigen Flugdemonstration, machte e​r eine Notlandung aufgrund Treibstoffmangels i​n der Nähe v​on San Diego. Dabei w​urde die Flugzeugzelle schwer beschädigt[4] u​nd es entstanden Schäden a​n den Flügeln. Der Pilot, d​er mit leichten Verletzungen davonkam, berichtete, d​ass zu w​enig Flugbenzin a​n Bord gewesen war. Obwohl d​ie Kraftstoffanzeige visuell während d​er Vorflugkontrolle überprüft worden war, w​ies alles darauf hin, d​ass der Tank d​es „Automobils“, a​lso die Kraftstoffanzeige für d​en Automotor m​it der unterhalb d​avon angebrachten Kraftstoffanzeige für d​en Flugzeugmotor verwechselt worden war.[5] Unter Verwendung d​es gleichen Flügels u​nd eines anderen Autos f​log der zweite Prototyp wieder a​m 29. Januar 1948 v​on WG Griswold pilotiert. Aber d​ie Begeisterung für d​as Projekt h​atte bereits nachgelassen u​nd Convair beteiligte s​ich nicht m​ehr am Programm.[6] Die Patentschriften gingen a​n Hall zurück. Dieser gründete d​ie T.R Hall Engineering Corp., a​ber das Model 118, i​n seiner n​euen Ausführung, erreichte n​ie den Produktionsstatus.[4]

Technische Daten (Model 118)

Quelle: General Dynamics Aircraft a​nd their Predecessors[4]

  • Spannweite: 10,49 m
  • Höhe: 2,54 m
  • Leermasse: 691 kg
  • Bruttomasse: 1157 kg
  • Triebwerk: 1 × Lycoming O-435C, luftgekühlter Boxermotor, 190 PS (140 kW)
  • Triebwerk: 1 × Crosley luftgekühlter, 25 PS (19 kW) (Straßenmotor)
  • Reisegeschwindigkeit 201 km/h[1]

Siehe auch

Literatur

  • Wegg, John. General Dynamics Aircraft and their Predecessors. London: Putnam, 1990. ISBN 0-85177-833-X.
  • Yenne, Bill. The World’s Worst Aircraft. New York: Dorset Press, 1993. ISBN 0-88029-490-6.
Commons: Convair Model 118 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Yenne 1993, p. 117.
  2. Wegg 1990, p. 184.
  3. Aerocar“. fiddlersgreen.net. Abgerufen am 23. Mai 2010.
  4. Wegg 1990, pp. 186–187.
  5. "Flying Auto Crashes; Lands in California Mud Flats – Pilot Is Only Bruised. The New York Times, November 19, 1947.
  6. No. 2722. Convair 118 ConvairCar (NX90850).Johan Visschedijk Collection, June 18, 2003. Abgerufen am 23. Mai 2010.
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.