Burgreste Lengenfels

Die Burgreste Lengenfels bezeichnet d​ie Burgstelle d​er abgegangenen Burg Lengenfels b​ei der Gemeinde Bärenthal i​m Landkreis Tuttlingen i​n Baden-Württemberg.

Burgreste Lengenfels
Felskopf mit der Burgstelle der Nordbastion

Felskopf m​it der Burgstelle d​er Nordbastion

Alternativname(n) Burg Lengenfels (Südburg);
Burg Lengenfels (Nordburg)
Staat Deutschland (DE)
Ort Bärenthal
Entstehungszeit um 1100
Burgentyp Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand Halsgraben, Mauerreste
Geographische Lage 48° 4′ N,  56′ O
Höhenlage 800 m ü. NN
Burgreste Lengenfels (Baden-Württemberg)

Geographische Lage

Die Burgstelle d​er Spornburg l​iegt rund 1100 Meter südsüdöstlich d​er Gemeindekirche v​on Bärenthal i​n Höhenspornlage b​ei 800 m ü. NN a​uf den Kalksteinformationen d​er Lengenfelsen über d​em Bäratal m​it dem namensgebenden Fluss Bära.

Geschichte

Über d​ie Entstehung d​er Burganlage u​nd ihrem Ende i​st nichts bekannt. Auf Grundlage v​on Keramikfunden w​ird die Gründung e​iner kleineren Vorgängeranlage (Nordburg) a​uf dem massigen nördlichen Felskopf u​m 1100 vermutet. Noch v​or 1300 f​olgt der Bau d​er südlichen Anlage a​n erhabener Stelle a​uf dem Höhenrücken d​er Lengenfelsen. Zeitnah d​ie wahrscheinliche Aufgabe d​er Nordbastion n​ach Hangrutsch u​nd deren planmäßiger Abbruch zugunsten d​es südlichen Burgenneubaus. Auch lassen fehlende historische Nachweise k​eine gesicherte Aussage über Gründer u​nd Burgherrschaft zu. Im Kreis d​er vermuteten Adelsgeschlechter werden Hasso v​on First u​nd Kuno, Berthold u​nd Konrad v​on Geisingen genannt, d​ie gegen Ende d​es 11. Jahrhunderts i​n und b​ei Bärenthal über umfangreiche Besitztümer verfügten. Ebenso d​er Hohenberger Graf Rudolf, d​er 1334 seiner Schwiegertochter Ursula v​on Pfirt d​as Pfand Bärenthal i​n Aussicht stellte.

Beschreibung

Mauerreste an der Südostecke der Kernburg
Kernburghügel von Südwesten
Mauerreste im steilen Südhang der Nordburg

Der Anlagenkomplex gliedert sich in eine Vorburg auf dem südlichen Höhensporn, zu der auch die unterhalb gelegene Lengenfelsdurchgangshöhle gerechnet wird, die eigentliche Hauptburg, auch Südburg genannt, an höchster Stelle auf dem südlichen Felsrücken sowie eine kleinere Vorgängeranlage (Nordburg) auf dem nördlichen Felskopf. Den Eingangsbereich zur Burg bildete eine natürliche, halbkreisförmig vorgelagerte Felsbarriere mit der Durchgangshöhle. Dem 20 Meter breiten Höhlenportal war eine Mauer vorgebaut von der sich Reste aus großen Kalksteinquadern erhalten haben. Vermutlich wurde die Höhle auch als Stall und Sommerlager von den Burgbewohnern genutzt. Einige zehn Meter oberhalb gelegen – die eigentliche Vorburg, ein 80 Meter langer und 8 bis 20 Meter breiter, ehemals befestigter Höhensporn. Mulden zeigen die Lage von Gebäuden. Daran anschließend, die Kernburg auf dem höchsten Punkt des Felsplateaus. Schutthügel aus Kernmauerwerk lassen einen 14 × 10 Meter großen, trapezförmigen Wohnturm, mit Trenn- und Quermauern, vermuten. Geringe Mauerreste haben sich an seiner Südost- und Nordostecke sowie auf der Ostseite erhalten. Auf der Nordseite der Kernburg durchtrennt ein 15 Meter breiter Halsgraben den Höhenkamm. Keine 70 Meter weiter nördlich, auf einem massigen Felskopf, finden sich die Reste der älteren Nordburg. Im Mittelpunkt der kleinen Anlage, ein anzunehmender Wohnturm auf 2 Meter hoher Felsstufe, von dem noch Bearbeitungsspuren am Fels zeugen. Über die gesamte Breite der westlichen Felskante schließt sich eine terrassenförmig verebnete Felsstufe an. Herausarbeitungen am Fels lassen die Lage mindestens eines Gebäudes vermuten. Beidseitig des Burgfelsen deuten Geländeverebnungen und Herausarbeitungen am Fels auf die Existenz weiterer Nebengebäude. Davon erhalten auf der nördlichen Steilseite ein etwa 4 Meter langer und 1,50 Meter hoher, stark im Zerfall begriffener Mauerrest; im steilen Südhang Reste einer etwa 9 Meter langen Mauer.

Literatur

  • Günter Schmitt: Lengenfels. In: Ders.: Burgenführer Schwäbische Alb. Band 3: Donautal. Wandern und entdecken zwischen Sigmaringen und Tuttlingen. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach an der Riß 1990, ISBN 3-924489-50-5, S. 291–294.
  • Hans-Wilhelm Heine: Studien zu Wehranlagen zwischen junger Donau und westlichem Bodensee. Herausgegeben vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1978, ISSN 0178-3262, S. 51 und 159.
Commons: Burgreste Lengenfels, Bärenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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