Bishausen

Bishausen i​st ein Ortsteil d​es Fleckens Nörten-Hardenberg.

Bishausen
Wappen von Bishausen
Höhe: 163 m
Fläche: 5,04 km²
Einwohner: 902 (2013)
Bevölkerungsdichte: 179 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37176
Vorwahl: 05503
Bishausen (Niedersachsen)

Lage von Bishausen in Niedersachsen

Durch d​en Ort fließt e​in kleiner Bach namens Beverbach, d​er in d​ie Leine mündet.

Geschichte

Die früheste ziemlich sicher Bishausen zuzuordnende schriftliche Erwähnung ist in einer Urkunde des Jahres 1055 im Zusammenhang mit der Gründung des Petersstifts in Nörten unter dem Namen Biscopeshusen überliefert. Allgemein kann aufgrund mehrerer ähnlich benannter Orte die Zuordnung früher Ortserwähnungen oft nicht sicher vorgenommen werden, der in der genannten Urkunde erwähnte Besitz des Petersstifts wird jedoch auch in späteren Urkunden erwähnt, so auch im Jahre 1313 eindeutig in Bischovishusen juxta castrum Hardenberg (Bishausen bei der Burg Hardenberg). Eine sehr frühe Erwähnung eines Ortes Bisihusun 826–876 aus den Corveyer Traditionen weicht von der Namensform her so stark von den späteren Überlieferungen ab, die durchgehend den Stamm biscop bzw. bischop = „Bischof“ im Bestimmungswort tragen, dass eine Zuordnung zu Bishausen nicht sicher ist.[1] Eine Lageplan des Ortes aus dem Jahr 1739 zeigt eine Dorfstruktur, die im Westen des Ortes von entlang der Bevertalstraße und Feldtorstraße angeordneten Häusern geprägt ist, während östlich der Kirche die Ortsstruktur eher unregelmäßig ist und sich die Bebauung auch auf den Bereich nördlich des Beverbachs erstreckt. Auf der 1784 angefertigten Karte der Kurhannoverschen Landesaufnahme werden in Bishausen 87 Feuerstellen verzeichnet.[2] Ab 1815 gehörte Bishausen als Filial zu Bühle, obwohl das Dorf noch über eine eigene katholische Kapelle verfügte. Der schlechte Zustand dieser Kapelle brachte es jedoch mit sich, dass diese nach 1882 abgebrochen werden musste. Vorher ging der Besitz der Kapelle in die Hände der Protestanten über, welche mittels Kirchenkollekten 1883 eine neue Kapelle erbauten. Bis zu diesem Zeitpunkt hielt man die Kirchengottesdienste und das Abendmahl in der Schulstube ab, die Erwachsenen wichen darüber hinaus nach Nörten-Hardenberg, Bühle und Marienstein aus.[3] 1888 wurde Bishausen mit Nörten-Hardenberg vereinigt. Die evangelische Gemeinde kaufte in dieser Zeit auch ein Schulhaus an, während vorher der Unterricht in der Wohnung des Lehrers abgehalten wurde.

Am 1. März 1974 w​urde Bishausen i​n den Flecken Nörten-Hardenberg eingegliedert.[4]

Bauwerke

Georgskapelle

Kapelle St. Georg

Mit Hilfe v​on Conrad Wilhelm Hase w​urde 1883 d​er Bau d​er evangelischen Kapelle St. Georg fertiggestellt. Der Baustil i​st neugotisch. Ernst August spendete d​em Neubau e​ine Orgel,[5] d​ie durch Carl Heyder a​us Mühlhausen erbaut u​nd 1945 d​urch Paul Ott instand gesetzt wurde. 1999 w​urde eine Innenrenovierung durchgeführt.

Vorwerk St. Margarethe

Zwei Kilometer ostnordöstlich d​es Ortes a​n der Straße n​ach Sudershausen l​iegt im Tal d​es Beverbachs d​as Vorwerk St. Margarethe. Es w​urde wahrscheinlich i​m 16. Jahrhundert a​n der Stelle d​er Wüstung Oishusen errichtet u​nd ist 1588 schriftlich erwähnt. Erhalten s​ind ein schlichtes zweigeschossiges Fachwerk-Wohnhaus m​it Krüppelwalmdach a​us der zweiten Hälfte d​es 18. Jahrhunderts, e​ine grob verputzte Scheune a​us Bruchsteinmauerwerk, d​ie in d​ie erste Hälfte d​es 18. Jahrhunderts datiert wird, s​owie ein Backhaus a​us der Zeit u​m 1800.[2]

Wappen

Das r​ote Schild d​es Ortswappens w​ird durch e​inen Wellenschnitt horizontal geteilt. Ein Bischofsstab u​nd Kleeblattkreuz zieren d​ie obere Hälfte, e​in Tier d​ie untere.[6]

Commons: Bishausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kirstin Casemir, Franziska Menzel, Uwe Ohainski: Die Ortsnamen des Landkreises Northeim. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB). Teil V. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-607-1.
  2. Christian Kämmerer, Peter Ferdinand Lufen: Landkreis Northeim, Teil 1. Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling. In: Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Band 7.1. CW Niemeyer, Hameln 2002, ISBN 3-8271-8261-1, S. 194 f.
  3. Theodor Eckart: Kloster Marienstein. In: Geschichte Südhannoverscher Burgen und Klöster. 2. Auflage. Band 4. Bernhard Franke, Leipzig 1890, S. 58 f.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 214.
  5. Kapellengemeinde St. Georg in Bishausen
  6. Ortswappen (Memento des Originals vom 23. Februar 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bishausen.com
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