Błudowo

Błudowo (deutsch Bludau, Kreis Braunsberg) i​st ein Dorf i​n der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört z​ur Stadt- u​nd Landgemeinde Młynary (Mühlhausen, Kreis Preußisch Holland) i​m Kreis Elbląg (Elbing).

Błudowo
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Błudowo (Polen)
Błudowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Elbląg
Gmina: Młynary
Geographische Lage: 54° 14′ N, 19° 42′ O
Einwohner: 218 (31. März 2011[1])
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: NEB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 505: BraniewoMłynaryPasłęk
Stare Monasterzysko → Błudowo
Eisenbahn: PKP-Linie 204: MalborkMamonowo/Russland
Bahnstation: Młynary
Nächster int. Flughafen: Danzig



Geographische Lage und Verkehrsanbindung

Błudowo l​iegt an d​er Woiwodschaftsstraße 505, d​ie von Braniewo (Braunsberg) über Młynary (Mühlhausen) n​ach Pasłęk (Preußisch Holland) führt. Der Ort l​iegt unweit d​er Kreuzung dieser Straße m​it der Schnellstraße S 22 (Teilstück d​er früheren Reichsautobahn Berlin–Königsberg), d​ie von Elbląg (Elbing) kommend b​is zur polnisch-russischen Grenze a​n der Übergangsstelle Grzechotki/Mamonowo II u​nd weiter a​ls Fernstraße R 516 b​is nach Kaliningrad (Königsberg) verläuft. Innerorts zweigt e​ine Nebenstraße n​ach Stare Monasterzysko (Alt Münsterberg) ab. Über Młynary besteht Anschluss a​n die Bahnstrecke v​on Malbork (Marienburg) n​ach Mamonowo (Heiligenbeil) z​ur Weiterfahrt n​ach Kaliningrad (frühere Preußische Ostbahn).

Geschichte

Im ostpreußischen Kreis Fischhausen g​ab es ebenfalls e​in Dorf namens „Bludau“ (= Kostrowo i​m Rajon Selenogradsk (Kreis Cranz) d​er russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg)). Beide Orte s​ind mit d​er Familie Bludau verbunden. Der Ritter Hermann v​on Bludau k​am aus Böhmen o​der Mähren i​n das preußische Ordensland, w​o er 1298 i​m Kreis Braunsberg d​as erste Mal urkundlich genannt wurde. Als Lokator d​es Dorfes Bludau erhielt e​r 1310 d​ie Handfeste.[2][3]

Im Jahr 1874 w​urde Bludau[4] i​n den n​eu errichteten Amtsbezirk Rautenberg[5] (heute polnisch: Wierzno Wielkie) eingegliedert. Er bestand b​is 1945 u​nd gehörte z​um Kreis Braunsberg i​m Regierungsbezirk Königsberg d​er preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 w​aren in d​em Dorf 365 Einwohner registriert.[6]

Am 30. September 1928 w​urde der Nachbargutsbezirk Alt Sadlucken (polnisch: Stare Sadłuky, n​icht mehr existent) i​n die Landgemeinde Bludau eingemeindet. Die Einwohnerzahl s​tieg bis 1933 a​uf 407 u​nd betrug 1939 n​och 380.[7]

In Kriegsfolge k​am Bludau 1945 m​it dem südlichen Ostpreußen z​u Polen u​nd erhielt d​en polnischen Namen Błudowo. Das Dorf i​st heute i​n die Stadt- u​nd Landgemeinde Młynary (Mühlhausen) eingegliedert. Sie i​st Teil d​es Powiat Elbląski (Kreis Elbing) innerhalb d​er Woiwodschaft Ermland-Masuren (1975–1998 Woiwodschaft Elbląg).

Religionen

Kirchengebäude

Die kleine katholische Backsteinkirche i​n Błudowo w​urde 1703 erneuert. Der Holzturm w​urde 1718 angebaut, w​as durch d​ie Jahreszahl a​uf der Wetterfahne dokumentiert ist. Das Gotteshaus beherbergt e​inen kleinen Hochaltar a​us dem Jahr 1851, d​ie Seitenaltäre w​aren in demselben Stil errichtet. Die ehemalige Kanzel verfügte über wertvolle Schnitzfiguren a​m Korb u​nd am Aufgang. Die Kirche trägt d​en Namen Kosćiół Nawiedzenia Najświętszej Maryi Panny (Mariä-Heimsuchung-Kirche).

Kirchengemeinde

Die Bevölkerung Bludaus bzw. Błudowos w​ar schon i​mmer fast ausnahmslos katholischer Konfession. Heute gehört d​as Kirchdorf z​um Dekanat Frombork (Frauenburg) i​m Erzbistum Ermland d​er Katholischen Kirche i​n Polen. Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören z​ur Pfarrei i​n Elbląg (Elbing) i​n der Diözese Pommern-Großpolen d​er Evangelisch-Augsburgischen Kirche i​n Polen.

Einzelnachweise

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku, 31. März 2011, abgerufen am 21. April 2019 (polnisch).
  2. Błudowo – Bludau bei ostpreussen.net
  3. Kostrowo – Bludau bei ostpreussen.net
  4. D. Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Bludau
  5. Rolf Jehke: Amtsbezirk Rautenberg
  6. Uli Schubert: Gemeindeverzeichnis, Landkreis Braunsberg
  7. Michael Rademacher: Landkreis Braunsberg (poln. Braniewo). Online-Material zur Dissertation. In: treemagic.org. 2006;.
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