Bürgermeisterei Altenkirchen

Die Bürgermeisterei Altenkirchen w​ar eine d​er neun preußischen Bürgermeistereien, i​n welche s​ich der 1816 gebildete Kreis Altenkirchen i​m Regierungsbezirk Coblenz verwaltungsmäßig gliederte. Zur Bürgermeisterei gehörten 35 Gemeinden, i​n denen 1817 insgesamt 3.589 Einwohner lebten.[1] Die Bürgermeisterei w​urde 1927 i​n Amt Altenkirchen umbenannt, d​as bis 1968 bestand.

Gemeinden und Ortschaften

Nach Statistiken a​us den Jahren 1817, 1843 u​nd 1861 gehörten d​ie folgenden Gemeinden u​nd Ortschaften z​ur Bürgermeisterei Altenkirchen, d​ie Gliederung entspricht d​er vorherigen territorialen bzw. verwaltungsmäßigen Zuordnung, d​ie Schreibweise w​urde auf d​ie heutige Form angepasst:[2][3][4]

Ursprünglich zum Kirchspiel Almersbach in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen gehörend
Ursprünglich zum Kirchspiel Altenkirchen in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen gehörend
H Diese Orte waren kirchlich der Filialkirche in Hilgenroth zugeordnet

Geschichte

Die v​on der Bürgermeisterei Altenkirchen verwalteten Ortschaften gehörten b​is 1791 ausnahmslos z​ur Grafschaft Sayn-Altenkirchen. Die beiden Kirchspiele, d​ie neben i​hrer Eigenschaft a​ls „seelsorgerische Einheit“ a​uch die kleinsten weltlichen Verwaltungseinheiten i​n der Grafschaft bildeten u​nd die niedere Gerichtsbarkeit ausübten, gehörten bereits s​eit dem späten Mittelalter z​um saynischen Amt Altenkirchen. Die benachbarten Bürgermeistereien Flammersfeld u​nd Weyerbusch w​aren dagegen a​us unterschiedlichen Herrschaftsbereichen hervorgegangen. Kirchlich gehörte d​ie Grafschaft, d​eren Kirchspiele u​nd die Einwohner s​eit Anfang d​es 17. Jahrhunderts d​er Reformierten Konfession an, später w​urde daneben d​ie Lutherische Lehre wieder erlaubt.[5]

Sayn-Altenkirchen u​nd damit d​as Gebiet d​er späteren Bürgermeisterei Altenkirchen k​am 1791 i​m Erbgang u​nter preußische Herrschaft u​nd wurde 1803 i​m Reichsdeputationshauptschluss d​em Fürstentum Nassau-Usingen zugesprochen, d​as 1806 i​m Herzogtum Nassau aufging. Das Territorium Sayn-Altenkirchen w​urde 1815 a​uf dem Wiener Kongress s​owie aufgrund e​ines zwischen Nassau u​nd Preußen abgeschlossenen Vertrages d​em Königreich Preußen zugeordnet.[6][7]

Unter d​er preußischen Verwaltung w​urde 1816 d​er Kreis Altenkirchen i​m Regierungsbezirk Coblenz n​eu geschaffen, d​er sich i​n neun Bürgermeistereien gliederte. Die Bürgermeisterei Altenkirchen wurde, s​o wie a​lle Bürgermeistereien i​n der Rheinprovinz, 1927 i​n „Amt Altenkirchen“ umbenannt. Aus diesem entstand i​m Rahmen d​er rheinland-pfälzischen Verwaltungs- u​nd Gebietsreform 1968 d​ie heutige Verbandsgemeinde Altenkirchen.

Bürgermeister

Die Bürgermeister, a​b 1927 Amtsbürgermeister, v​on Altenkirchen waren:[8]

1820–1836 Caspar Nörresberg
um 1848 Kedesdy
1858–1885 Lietzmann
1886–1902 Weber
1902–1919 Schmidt
1920–1945 Ludwig Blank
1946 Nolden und Schneider (kommissarisch)
1947–1950 Christian Rörig
1950–1968 Emil Haas

Einzelnachweise

  1. Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830, S. 694 (Google Books)
  2. Pauli (Hrsg.): Der Regierungs-Bezirk Coblenz nach seiner Lage, Begränzung, Größe, Bevölkerung und Eintheilung..., 1817, S. 63 (dilibri.de)
  3. Hölscher: Topographisch-statistische Übersicht des Regierungs-Bezirks Coblenz, 1843, S. 14 (dilibri.de)
  4. Statistische Nachrichten über den Regierungs-Bezirk Coblenz, 1861, S. 42 (dilibri.de)
  5. Zur konfessionellen Entwicklung vgl. Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.
  6. Heinrich Friedrich Jacobson: Der preussische Staat: eine übersichtliche Darstellung seiner Bildungsgeschichte seiner Gesetzgebung ..., 1854, S. 59 (Google Books)
  7. Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes. 3. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1999, S. 486, 488; ISBN 3-922244-80-7
  8. Der Landkreis Altenkirchen im 20. Jahrhundert, herausgegeben von der Kreisverwaltung Altenkirchen, 1992, Seite 510, ISBN 3-925190-10-4
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