August Ortloph

August Ortloph (* 15. April 1882 i​n Cadolzburg; † 17. Mai 1964 i​n Korntal) w​ar im Zweiten Weltkrieg Kommandeur d​er Feuerschutzpolizei i​n Dresden u​nd ab 1950 Vorsitzender d​er Vereinigung z​ur Förderung d​es Deutschen Brandschutzes.

Leben

Ortloph erlernte d​en Beruf e​ines Maschinenbauingenieurs. Im April 1908 t​rat er d​er Feuerwehr bei. Im Januar 1909 w​urde er a​ls Brandmeister b​ei der Feuerwehr Lübeck angestellt. 1910 wechselte e​r in d​ie sächsische Landeshauptstadt Dresden, w​o er zunächst weiter a​ls Brandmeister, später Brandinspekteur u​nd Stadtamtsbaurat tätig war. 1923 w​urde Ortloph Branddirektor b​ei der Berufsfeuerwehr Dresden u​nd Leiter d​es dortigen Feuerwehramtes. Im gleichen Jahr w​urde er 2. Vorsitzende d​es Landesfeuerwehrverbandes Sachsen.

Während der Luftangriffe auf Dresden auf dem Weg zum Einsatz zerstörte und ausgebrannte Drehleiter

Nach d​er Machtergreifung d​er Nationalsozialisten t​rat Ortloph a​m 1. März 1933 d​er NSDAP bei. Unter Gauleiter Martin Mutschmann fungierte Ortloph a​b 1935 zugleich a​ls Landesfeuerwehrführer u​nd Vorsitzender d​es Sächsischen Feuerwehrverbandes. Von 1938 b​is April 1945 w​ar er Kommandeur d​er Feuerschutzpolizei Dresden. In dieser Stellung w​urde Ortloph a​m 1. Juli 1940 z​um Oberst d​er Feuerschutzpolizei ernannt. Bei d​en Luftangriffen a​uf Dresden a​m 13. u​nd 14. Februar 1945 w​ar Ortloph n​eben SS-Brigadegeneral u​nd Generalmajor d​er Polizei Johannes Thiele, d​er als örtlicher Luftschutzleiter eingesetzt war, für d​ie Lenkung d​er Lösch- u​nd Rettungskräfte verantwortlich. Am 27. April 1945 w​urde Ortloph v​on der Gestapo verhaftet a​ber nach Intervention d​es damaligen Dresdner Oberbürgermeisters Hans Nieland a​m Folgetag wieder freigelassen jedoch i​n den sofortigen Ruhestand versetzt. Am 30. April 1945 w​urde er a​uf Bitten d​er Dresdner Feuerwehrführung wieder i​n den Feuerwehrdienst berufen. Nach Kriegsende ernannte i​hn der sowjetische Stadtkommandant z​um amtierenden Leiter d​er Dresdner Berufsfeuerwehr. Ende Juni 1945 w​urde Ortloph jedoch entlassen u​nd kam kurzzeitig i​n Haft. Wieder i​n Freiheit, f​loh er m​it seiner Tochter n​och 1945 i​n den Westsektor.

Dort w​ar Ortloph v​on 1950 b​is 1954 Vorsitzender, a​b 1954 Ehrenvorsitzender, d​er Vereinigung z​ur Förderung d​es Deutschen Brandschutzes. 1953 w​ar er Organisator d​er 1. Nachkriegs-Feuerschutzausstellung Der Rote Hahn i​n Essen. Am 9. Juni 1954 w​urde ihm d​as Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Am 1. August 1962 w​ar er erster Träger d​er Heinrich-Henne-Medaille.

Literatur

  • Andreas Schulz, Dieter Zinke: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei. Band 5. Biblio-Verlag 2013, ISBN 978-3-7648-3209-4, S. 602–603, Fußnote 30.
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