Arthur Kather

Arthur Kather (* 7. Dezember 1883 i​n Prossitten, Kreis Rößel i​m Ermland; † 25. Juli 1957 i​n Osnabrück) w​ar ein katholischer Geistlicher, zuletzt Kapitularvikar d​es Bistums Ermland.

Grab von Kapitularvikar Arthur Kather im Kreuzgang des Domes zu Münster/Westfalen, Deutschland

Leben

Sein jüngerer Bruder w​ar Linus Kather.[1] Arthur Kather w​ar ein Sohn d​es Hauptlehrers i​n Braunsberg, besuchte v​on 1895 b​is 1902 d​as örtliche Gymnasium u​nd trat n​ach dem Abitur i​n das Priesterseminar Lyceum Hosianum ein. Die Priesterweihe empfing e​r am 11. Februar 1906 i​m Frauenburger Dom. Von 1906 b​is 1908 w​urde er a​ls Kaplan i​n Peterswalde u​nd in Neuteich s​owie von 1908 b​is 1914 i​n Braunsberg eingesetzt.

Während des Ersten Weltkriegs diente er erst als Feldkaplan, dann als Militärkaplan sowie Divisionspfarrer und erhielt das Eiserne Kreuz der II. und I. Klasse. Nach dem Versailler Friedensvertrag kehrte er nach Braunsberg zurück. Im Jahr 1919 wurde er von Bischof Augustinus Bludau zum Pfarrer ernannt und zum Leiter des ermländischen Caritasverbands sowie Jugendpräses der männlichen Jugend in der Diözese Ermland berufen. Anschließend wurde Arthur Kather zum Begründer des katholischen Bundes Neudeutschland (ND) in der Diözese Ermland. Vom 1. April 1924 bis zur Ausweisung durch die Gestapo am 12. September 1940 wirkte er als Propst und Dekan an der St.-Nikolai-Kirche in Elbing. In diesem Zeitraum erfolgte ebenfalls die Ernennung zum Geistlichen Rat.

Nachdem i​hm die Nationalsozialisten d​en Aufenthalt i​n der Diözese Ermland verboten hatten, f​and Arthur Kather Aufnahme i​m Erzbistum Breslau, w​o er v​on Oktober 1940 b​is Januar 1945 d​ie Kirchengemeinde Breslau-Hundsfeld s​owie als Hausgeistlicher d​as dortige Karmelitinnenkloster i​n Wendelborn betreute. Von Januar 1945 b​is Mai 1946 durfte e​r noch a​ls Kaplan i​n Sobięcin wirken, b​evor er v​on den polnischen Behörden a​us Niederschlesien ausgewiesen wurde.

Nach e​inem Aufenthalt i​n der Erzdiözese Paderborn w​urde er s​eit August 1946 a​ls Seelsorger d​es Marienheims i​n Rulle b​ei Osnabrück tätig. Nach d​em Tod d​es Bischofs v​on Ermland Maximilian Kaller i​n Frankfurt a​m Main a​m 7. Juli 1947 w​urde Arthur Kather a​m 11. Juli 1947 v​on Bruno Schwark z​um Kapitularvikar v​on Ermland bestimmt. Papst Pius XII. bestätigte d​iese Wahl, s​o dass Arthur Kather fortan Ermland a​uf der Fuldaer Bischofskonferenz vertrat. Im Juni 1949 w​urde die Ermlandzentrale v​on Rulle n​ach Honeburg b​ei Osnabrück-Haste verlegt. Im Februar 1949 ernannte d​er Heilige Stuhl Kather z​um Päpstlichen Hausprälaten u​nd im Dezember 1953 z​um Apostolischen Protonotar. Im Dezember 1956 ernannte e​r vier ermländische Geistliche, Gerhard Fittkau, Paul Hoppe, Ernst Laws u​nd Josef Lettau, z​u Konsistorialräten.

Am 9. Mai 1954 verlieh i​hm Bundespräsident Theodor Heuss i​n Werl d​as Große Verdienstkreuz d​es Bundesverdienstkreuzes.

Schriften (Auswahl)

  • mit Ernst Laws: Unser Weg in Gottes Herz. Ein geistliches Jahrbuch. Bischof Maximilian Kaller Stiftung, Münster 1963.

Auszeichnungen / Ehrungen

  • 1915/18: Eisernes Kreuz II. und I. Klasse
  • 1924/40: Ernennung zum Geistlichen Rat
  • 1947: Kapitularvikar Ermlands
  • 1949: Ernennung zum Päpstlichen Hausprälaten
  • 1953: Ernennung zum Apostolischen Protonotar
  • 1954: Großes Verdienstkreuz des Bundesverdienstkreuzes

Literatur

  • Barbara Wolf-Dahm: Kather, Arthur. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 1236–1238.
  • Alfred Penkert: Höhere Mächte haben entschieden. Flucht, Vertreibung und Ankommen ostpreußischer Katholiken in Spiegel ihres Briefwechsels mit Bischof Maximilian Kaller. LIT Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8258-1227-0, S. 291–333. (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Charta der deutschen Heimatvetriebenen. Ermlandfamilie, abgerufen am 28. Februar 2018.
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