Allerheiligen (Wendelstein)

Allerheiligen (umgangssprachlich: Alhailing[1]) i​st ein Wohnplatz d​es Marktes Wendelstein i​m Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).

Allerheiligen
Höhe: 334 m ü. NHN
Postleitzahl: 90530
Vorwahl: 09129
Allerheiligenkirche Kleinschwarzenlohe
Allerheiligenkirche Kleinschwarzenlohe

Geographische Lage

Die ehemalige Einöde m​it der Allerheiligenkirche i​st heute Haus Nr. 1, 3 u​nd 5 d​er Rangaustraße v​on Kleinschwarzenlohe. Nordwestlich d​avon ist d​ie Siedlung Allerheiligenweg entstanden.[2]

Geschichte

1448 w​urde der Ort anlässlich d​er Kirchweihe erstmals urkundlich erwähnt.[3] Im gleichen Jahr stiftete Sebald Rieter d​ie Frühmesse. Die Rieter v​on Kornburg hatten b​is zu i​hrem Aussterben i​m Jahr 1753 d​as Kirchenpatronat inne.[4]

Gegen Ende d​es 18. Jahrhunderts gehörte Allerheiligen z​ur Realgemeinde Kleinschwarzenlohe. Das Hochgericht übte d​as brandenburg-ansbachische Richteramt Kornburg aus. Das Mesnerhaus m​it Fischgut h​atte die Rieter’sche Stiftungsverwaltung Kornburg d​es Ritterkantons Altmühl a​ls Grundherrn. Zu d​er Einöde gehörte a​uch die namensgleiche Kirche. Unter d​er preußischen Verwaltung (1792–1806) d​es Fürstentums Ansbach erhielt Allerheiligen d​ie Hausnummern 34 u​nd 35 d​es Ortes Kleinschwarzenlohe.[5] 1799 g​ab es i​m Ort 5 Untertanen.[6]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Allerheiligen dem Steuerdistrikt Großschwarzenlohe, II. Sektion zugeordnet. Das bayerische Urkataster zeigt Allerheiligen in den 1810er Jahren als eine Einöde mit zwei Herdstellen, eigenem Brunnen, der Kirche und dem Gottesacker, räumlich deutlich abgesetzt vom Kleinschwarzenloher Altort.[7] Es gehörte der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Kleinschwarzenlohe an.[8] Nach 1902 wird Allerheiligen nicht mehr als Gemeindeteil geführt.

Am 1. Mai 1978 w​urde Allerheiligen i​m Zuge d​er Gebietsreform i​n Bayern n​ach Wendelstein eingegliedert.[8]

Baudenkmale

  • Allerheiligenkirche, 1448
  • Kirch- und Friedhofsummauerung und Torbau, bezeichnet „1600“
  • Mesnerhaus aus dem 18. Jahrhundert
  • Als Besonderheit befindet sich innerhalb der Kirchenmauer ein kleiner historischer Friedhof mit dem sogenannten „Selbstmörder-Eck“ auf der Nordseite. Früher wurden dort, abgesondert von den Gräbern der ortsansässigen Familien, die zum Teil namenlosen Leichen derer bestattet, die sich beispielsweise im Forst Kleinschwarzenlohe am ehemaligen Ludwig-Donau-Main-Kanal durch Brückensprünge das Leben nahmen, oder am Stauwehr der Erichmühle angeschwemmt wurden. Diese Grabstellen tragen allesamt keine Inschriften und es finden dort auch keine Nachbestattungen statt.

Einwohnerentwicklung

Jahr 001818001840001861001871001885001900
Einwohner ***81211
Häuser[9] **22
Quelle [10][11][12][13][14][15]
* Ort wird zu Kleinschwarzenlohe gerechnet.

Religion

Die Allerheiligenkirche w​ar ursprünglich e​ine Filiale v​on Unsere Liebe Frau (Katzwang) u​nd wurde w​ie diese m​it der Reformation evangelisch-lutherisch. Spätestens s​eit dem 18. Jahrhundert i​st die Allerheiligenkirche Teil d​er Pfarrei St. Nikolaus (Kornburg).[5]

Literatur

Einzelnachweise

  1. E. Wagner: Stadt und Landkreis Schwabach, S. 74. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: àlháiliŋ.
  2. Allerheiligen im BayernAtlas
  3. E. Wagner: Stadt und Landkreis Schwabach, S. 74.
  4. W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 351.
  5. F. Eigler: Schwabach, S. 423.
  6. J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 45.
  7. Allerheiligen im BayernAtlas (Bayerische Uraufnahme)
  8. F. Eigler: Schwabach, S. 475f.
  9. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1900 als Wohngebäude.
  10. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 48 (Digitalisat).
  11. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 236 (Digitalisat).
  12. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1086, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1252, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1187 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1259 (Digitalisat).
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