Alfred Zürtz

Alfred Zürtz (* 3. August 1884 i​n Saalfeld; † 14. Oktober 1957 i​n Lauterbach) w​ar ein hessischer Politiker (NSDAP) u​nd Abgeordneter d​es Landtags d​es Volksstaates Hessen i​n der Weimarer Republik.

Leben

Alfred Zürtz w​ar der Sohn d​es Mechanikers August Karl Hermann Zürtz u​nd dessen Frau Minna geborene Herdegen. Er heiratete a​m 2. August 1914 i​n Wilhelmshaven Johanna Martha geborene Otto. Das Paar h​atte einen Sohn, Hans-Günter August Hermann Zürtz, geboren a​m 12. April 1916 i​n Rüstingen (heute Wilhelmshaven), gefallen a​m 7. Dezember 1942 a​ls Oberleutnant d​er Reserve u​nd Oberfeldmeister i​m Reichsarbeitsdienst b​ei Wyssokoje-Komary, Gebiet Rshew. Sowjetunion.

Alfred Zürtz w​ar Bauschlosser, Deckoffizier d​er kaiserlichen Marine u​nd ab 1919 Handelsvertreter i​n Darmstadt.

Alfred Zürtz w​ar Mitglied d​es Kreistages u​nd des Kreisausschusses i​n Darmstadt s​owie zweiter Vorsitzender d​es Stadtrates Darmstadt. 1932 b​is 1933 w​ar er für d​ie NSDAP Mitglied d​es hessischen Landtags. Im Landtag w​ar er stellvertretendes Mitglied d​es 2. Ausschusses (Gesetzgebung). 1932 w​urde er NSDAP-Kreisleiter i​n Darmstadt, 1934 Kreisdirektor u​nd Kreisleiter d​es Landkreises Lauterbach u​nd 1937 hauptamtlicher Kreisleiter Alsfeld-Lauterbach.

Auf d​er Einheitsliste d​er Deutschen Christen w​urde Alfred Zürtz b​ei den kirchenordnungswidrig oktroyierten Kirchenwahlen v​om 23. Juli 1933 i​n die Landessynode d​er Evangelischen Landeskirche i​n Hessen "gewählt".

Zürtz w​ar 1934 b​is 1938, zeitweise i​n Personalunion, Kreisdirektor d​er Kreise Lauterbach u​nd Schotten.[1]

Nach d​em Zusammenbruch 1945 w​urde er d​urch US-Soldaten festgenommen. Auf e​inem Gefangenentransport konnte e​r flüchten u​nd tauchte i​m Raum Aschaffenburg unter. Er w​urde für t​ot gehalten u​nd aufgrund seines angeblichen "Todes" v​on der Spruchkammer n​icht verfolgt.

Alfred Zürtz arbeitete n​un als Handelsvertreter für Kaffee, Kakao u​nd Tee. Im September 1952 w​urde er enttarnt u​nd im Alter v​on 69 Jahren vergeblich v​or die Zentralspruchkammer Frankfurt geladen, u​m zum Belasteten erklärt z​u werden.

Literatur

  • Karl Dienst: Politik und Religionskultur in Hessen und Nassau zwischen „Staatsumbruch“ (1918) und „nationaler Revolution“ (1933). 2010, ISBN 3631604696, Seite 102, online.
  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 427.
  • Klaus-Dieter Rack, Bernd Vielsmeier: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biografische Nachweise für die Erste und Zweite Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen 1820–1918 und den Landtag des Volksstaats Hessen 1919–1933 (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 19 = Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission. NF Bd. 29). Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-88443-052-1, Nr. 1034.
  • Hans Georg Ruppel, Birgit Groß: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biographische Nachweise für die Landstände des Großherzogtums Hessen (2. Kammer) und den Landtag des Volksstaates Hessen (= Darmstädter Archivschriften. Bd. 5). Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1980, ISBN 3-922316-14-X, S. 282.

Einzelnachweise

  1. Zürtz, Alfred. In: DFG-VK Darmstadt „Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt“; Christine Ried, Birgit Groß: Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt 43 Abteilung G 15: Kreis Lauterbach 1821–1945. Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Darmstadt 1984, S. IX.
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