Świecichowo

Świecichowo (deutsch Schwetzkow, kaschubisch Swiécéchòwò, slowinzisch Svjìḙcäχɵvɵ[1]) i​st ein Dorf i​n der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört z​ur Landgemeinde Damnica (Hebrondamnitz) i​m Powiat Słupski (Kreis Stolp).

Świecichowo
?
Świecichowo (Polen)
Świecichowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Słupsk
Gmina: Damnica
Geographische Lage: 54° 32′ N, 17° 16′ O
Einwohner: 260
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Żelkowo/DW 213Damnica
PotęgowoDamno → Świecichowo
Eisenbahn: Bahnstrecke Stargard in Pommern – Danzig
Bahnstation: Damnica
Nächster int. Flughafen: Danzig



Ehemaliges Herrenhaus des Guts Schwetzkow.
Parkseitiger Eingang des Herrenhauses.

Geographische Lage und Verkehrsanbindung

Świecichowo l​iegt in Hinterpommern, e​twa 20 Kilometer nordöstlich d​er Kreisstadt Słupsk (Stolp) i​n einer Ebene zwischen Stolpe (Słupia) u​nd Lupow (Łupawa). Im Ort treffen s​ich zwei Nebenstraßen, d​ie Żelkowo (Wendisch Silkow) a​n der Woiwodschaftsstraße 213 m​it Damnica (Hebrondamnitz) verbinden bzw. v​on Potęgowo (Pottangow) über Damno (Dammen) n​ach Świecichowo führen. Die nächste Bahnstation i​st fünf Kilometer entfernt: Damnica a​n der Bahnstrecke 202 v​on Stargard i​n Pommern n​ach Danzig.

Geschichte

Seiner historischen Dorfform n​ach war Schwetzkow e​in kleines Gassendorf. Es w​ar ein a​lter Lehnsbesitz d​er Familien Schwetzkow u​nd Stojentin. 1523 w​ird Clawes Swetzkow m​yt synen brodern t​ho Schwetzkow genannt. Später g​ing der Besitz a​uf Peter Georg von Kleist über.

Im 18. Jahrhundert wechselte Schwetzkow mehrfach d​en Eigentümer. Am bekanntesten u​nter ihnen w​ar der preußische Husarengeneral Wilhelm Sebastian v​on Belling, d​er Schwetzkow 1772 erwarb.

Um 1784 h​atte Schwetzkow e​in Vorwerk, s​echs Bauern, u​nd einen Schulmeister b​ei insgesamt 27 Feuerstellen. Nach weiteren Eigentümerwechseln kaufte schließlich Friedrich Karl Holtz Schwetzkow, u​nd im Besitz seiner Familie b​lieb es b​is 1945.

Bis 1945 gehörte Schwetzko z​um Landkreis Stolp i​m Regierungsbezirk Köslin d​er Provinz Pommern. 1910 w​aren hier 234 Einwohner registriert, d​eren Zahl b​is 1933 a​uf 285 s​tieg und 1939 n​och 271 betrug. Schwetzkow w​ar in d​en Amts- u​nd Standesamtsbezirk Hebrondamnitz (heute polnisch: Damnica) eingegliedert u​nd lag i​m Amtsgerichtsbereich Stolp.

Gegen Ende d​es Zweiten Weltkriegs w​urde Schwetzkow a​m 8. März 1945 v​on russischen Panzerverbänden u​nd Infanterie besetzt u​nd bald darauf zusammen m​it ganz Hinterpommern u​nter polnische Verwaltung gestellt. Dann fielen Polen i​n den Ort e​in und besetzten d​ie Höfe u​nd Häuser d​er Bewohner. Die Vertreibung begann. Später wurden i​n der Bundesrepublik Deutschland 137 u​nd in d​er DDR 74 a​us Schwetzkow vertriebene Dorfbewohner ermittelt.[2]

Schwetzkow w​urde in Świecichowo umbenannt. Das Dorf i​st heute e​in Teil d​er Gmina Damnica i​m Powiat Słupski d​er Woiwodschaft Pommern (1975–1998 Woiwodschaft Słupsk). Es i​st Sitz e​ines Schulzenamtes, a​n das a​uch das Dorf Mrówczyno (Jägerhof) angeschlossen ist. Das Dorf h​at etwa 260 Einwohner.

Kirche

Vor 1945 w​ar der Großteil d​er Einwohnerschaft Schwetzkows evangelischer Konfession. Der Ort gehörte z​um Kirchspiel Dammen (heute polnisch: Damno) i​m Kirchenkreis Stolp-Altstadt i​m Ostsprengel d​er Kirchenprovinz Pommern d​er Kirche d​er Altpreußischen Union.

Seit 1945 i​st die Bevölkerung v​on Świecichowo f​ast ausnahmslos katholisch. Der Bezug d​es Ortes z​um Pfarrort Damno (Dammen) i​st geblieben, d​och gehört d​ie Pfarrei n​un zum Dekanat Główczyce (Glowitz) i​m Bistum Pelplin d​er Katholischen Kirche i​n Polen. Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören j​etzt zur Filialkirche Główczyce d​er Kreuzkirchengemeinde i​n Słupsk (Stolp) i​n der Diözese Pommern-Großpolen d​er Evangelisch-Augsburgischen Kirche i​n Polen.

Schule

In d​er 1932 einstufigen Volksschule unterrichtete e​in Lehrer 57 Schulkinder.

Literatur

Commons: Świecichowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eintrag im „Slowinzischen Wörterbuch“ von Friedrich Lorentz. Zum System der Slowinzisch-Lautschrift von Lorentz, vgl. „Slowinzische Grammatik“, S. 13–16 (scan 40–43), anschließend die Lautlehre.
  2. Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. Lübeck 1989, S. 904 (Ortsbeschreibung Schwetzkow; PDF)
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.