Ulrich Lampert

Leben

Der Sohn e​ines Schuhmachers besuchte d​ie protestantische Stadtschule i​n Chur. Unter d​em Einfluss d​es Churer Domkapitulars Franz Josef Kind t​rat nach u​nd nach Lamperts g​anze Familie v​om reformierten z​um katholischen Glauben über. Ulrich Lampert besuchte d​as Gymnasium i​n Engelberg, Schwyz u​nd Monza. Er studierte Theologie a​m Borromäum i​n Mailand u​nd Rechtswissenschaft a​n den Universitäten Turin, Freiburg i​m Breisgau, Innsbruck u​nd Würzburg. Von 1890 b​is 1893 arbeitete e​r als Gerichtsschreiber i​n Wil. Bis 1898 w​ar er Redaktor b​ei Ostschweizer Zeitungen.

1895 promovierte Lampert i​n Würzburg. Von 1898 b​is 1942 w​ar er Professor für Kirchen-, Staats- u​nd Völkerrecht a​n der Universität Freiburg (Schweiz). Er w​ar viermal Dekan d​er Rechts-, Wirtschafts- u​nd Sozialwissenschaftlichen Fakultät u​nd 1907/08 Rektor. Sein Nachfolger a​uf dem Lehrstuhl w​urde 1943 Eugen Isele.

Lampert w​ar ein glühender Antiliberaler. Er verfasste a​uch zahlreiche Rechtsgutachten. Lampert w​ar 1904 Mitgründer d​er Freiburger Nachrichten (auch Verwaltungsrat) u​nd 1918 Mitgründer d​er Hochschulverbindung AV Fryburgia. Er gehörte d​er Konsultatorenkommission d​es Codex Iuris Canonici v​on 1917 an. 1909 w​urde er z​um Commendatore d​es Gregoriusordens ernannt.

Schriften (Auswahl)

  • Félix Sardá y Salvany: Der Liberalismus ist Sünde: Brennende Fragen. Nach der 7. Auflage des spanischen Originals in’s Deutsche übertragen von Ulrich Lampert. Mittermüller, Salzburg 1889.
  • Zur rechtlichen Behandlung des kirchlichen Eigentums in der Schweiz. Sonderdruck aus: Monatsschrift für christliche Sozialreform. 1904, Heft 1, 2, 4.
  • Die kantonalen Kultusbudgets und der Anteil der verschiedenen Konfessionen an denselben vom rechtlichen und rechtshistorischen Standpunkt beleuchtet. Baessler & Drexler, Zürich 1906.
  • Die rechtliche Stellung der Landeskirchen in den schweizerischen Kantonen: Rede beim Antritt des Rektorates der Universität Freiburg, Schweiz, gehalten am 15. November 1907. St. Paulus-Druckerei, Freiburg 1907.
  • Die kirchlichen Stiftungen Anstalten und Körperschaften nach schweizerischem Recht. Zürich 1912.
  • Wie gründet und leitet man Vereine? Darstellung des schweizerischen Vereinsrechtes mit Mustern, Formularen und Gesetzestext (= Orell Füssli’s praktische Rechtskunde. Bd. 9). Orell Füssli, Zürich 1913. Diverse Neuauflagen.
  • Die völkerrechtliche Stellung des Apostolischen Stuhles. Petrus-Verlag, Trier 1916.
  • Das schweizerische Bundesstaatsrecht: Systematische Darstellung mit dem Text der Bundesverfassung im Anhang. Orell Füssli, Zürich 1918.
  • Zur bundesrechtlichen Stellung der Schule. Walter, Olten 1918.
  • Die Schulartikel im neuen kirchlichen Gesetzbuch, mit besonderer Berücksichtigung der schweizerischen Verhältnisse. Walter, Olten 1919.
  • Die Kunst der Debatte & Polemik. Verlag der Kanisiusdruckerei, Freiburg 1924.
  • Die Verfügung über die Konfession und religiöse Erziehung der Kinder nach schweizerischer Gesetzgebung, mit besonderer Rücksicht auf die Stellung des Vormundes und der Heimatbehörden (= Volksbildung. Heft 26). Räber, Luzern 1926.
  • Kirche und Staat in der Schweiz: Darstellung ihrer rechtlichen Verhältnisse. 3 Bände. 1929/38/39.

Literatur

  • Festgabe Ulrich Lampert zum sechzigsten Geburtstage am 12. Oktober 1925. Universitätsbuchhandlung Weizinger und Meyer, Freiburg 1925.
  • Oskar Vasella: † Prof. Dr. Ulrich Lampert (1865–1947). In: Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte. Bd. 41 (1947), S. 339–342 (online).
  • Ulrich Lampert 1865–1947: In memoriam. Universitätsbuchhandlung, Freiburg 1948 (mit Bibliographie).
  • Louis Carlen: Kirchenrecht und Kirchenrechtslehrer an der Universität Freiburg im Üechtland. Universitätsverlag, Freiburg 1979.
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