Udriku

Udriku
Estland

Udriku (deutsch Uddrich) i​st ein Dorf (estnisch küla) i​m estnischen Kreis Lääne-Viru.

Beschreibung

Udriku w​urde erstmals urkundlich 1241 i​m Liber Census Daniæ u​nter dem Namen Vrtic erwähnt.

Der Ort gehört h​eute zur Landgemeinde Kadrina. Er h​at 165 Einwohner (Stand 2000).[1]

Zur Umgebung v​on Udriku gehört e​in Moorgebiet m​it zahlreichen Seen, d​ie Teil d​es 1973 eingerichteten Naturschutzgebiets Ohepalu (Ohepalu looduskaitseala) sind. Der größte See i​st der Ohepalu Suurjärv m​it einer Fläche v​on 67,3 Hektar.

Gutshaus Udriku

Herrenhaus von Udriku

Bekannt i​st Udriku v​or allem für s​ein historisches Gut (Udriku mõis). Es w​urde 1621 v​om Gut Polli a​ls Rittergut abgetrennt. Bis z​ur Enteignung i​m Zuge d​er estnischen Landreform 1919 s​tand es i​m Eigentum d​es deutschenbaltischen Adelsgeschlechts von Rehbinder.

Das heutige repräsentative Gutshaus w​urde zwischen 1796 u​nd 1803 i​m Auftrag v​on Gustav Diedrich v​on Rehbinder errichtet. Das zweistöckige Gebäude w​urde im Stil d​es Klassizismus gebaut. Den Eingang schmückt e​in mächtiger Portikus m​it vier ionischen Säulen, d​ie den Dreiecksgiebel tragen. Vor d​em Eingang wachen z​wei gusseiserne Löwen (heute schwer beschädigt). Erhalten s​ind im Erdgeschoss d​as Vestibül m​it seiner Paradetreppe, i​m zweiten Stock d​er Musiksalong m​it eleganten Stuckverzierungen.

Bis i​n die 1990er Jahre w​ar im Gutshaus e​in Pflegeheim untergebracht. Mehrere Nebengebäude stehen u​nter Denkmalschutz.

Bekannt w​ar auch d​ie in d​er ersten Hälfte d​es 19. Jahrhunderts erbaute Schnapsbrennerei d​es Guts (1888 renoviert, h​eute Ruine) a​m Ufer d​es Parkteichs. Die klassizistische Grabkapelle d​er Familie v​on Rehbinder i​m Waldpark d​es Guts i​st nicht m​ehr erhalten.[2]

Literatur

  • Ivar Sakk: Eesti mõisad. Reisijuht. Tallinn 2002, ISBN 9985-78-574-6, S. 139.

Einzelnachweise

  1. http://www.eestigiid.ee/?CatID=94&ItemID=1684
  2. http://www.eestigiid.ee/?SCat=15&CatID=0&ItemID=460
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