Penthiopyrad

Penthiopyrad i​st ein 1:1-Gemisch v​on zwei stereoisomeren chemischen Verbindungen a​us der Gruppe d​er Pyrazol-4-carbonsäureamide. Penthiopyrad w​urde um d​as Jahr 2000 v​on Mitsui Chemicals a​ls Fungizid entwickelt.[1]

Strukturformel
Racemat
Allgemeines
Name Penthiopyrad
Andere Namen

N-[2-(1,3-Dimethylbutyl)thien-3-yl]-1-methyl-3-trifluormethyl-1H-pyrazol-4-carboxamid

Summenformel C16H20F3N3OS
Kurzbeschreibung

weißes Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 183675-82-3
EG-Nummer 606-001-8
ECHA-InfoCard 100.123.589
PubChem 11388558
ChemSpider 9563463
Wikidata Q14075651
Eigenschaften
Molare Masse 359,41 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dampfdruck

6,43·10−3 mPa (25 °C)[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich i​n Wasser (7,53 mg·l−1 b​ei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[4]

Achtung

H- und P-Sätze H: 410
P: 273 [2]
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Verwendung

Penthiopyrad ist ein systemisches Fungizid mit präventiver und kurativer Wirkung. Es wirksam gegen die meisten Pilzerkrankungen im Weizen (Septoria: Mycosphaerella graminicola & Septoria nodorum, Braunrost des Weizens, Gelbrost), Gerste (Ramularia collo-cygni, Netzflecken, Rhynchosporium secalis, Zwergrost, PLS), die entsprechenden Krankheiten in Roggen und Triticale sowie Hafer (Hafer-Kronenrost, Echter Mehltau). Im Kernobst können Apfelschorf (Venturia inequalis) und Podospheria leucotricha bekämpft werden. Auch im Gemüseanbau wird Penthiopyrad verwendet.

Penthiopyrad w​irkt durch Hemmung d​er Succinat-Dehydrogenase (SDH) i​n der Atmungskette.[5]

Zulassung

Penthiopyrad i​st in d​er Schweiz, i​n Österreich u​nd weiteren Staaten Europas zugelassen.[6]

In d​er Schweiz g​ilt für Baby-Leaf-Salate (einschließlich d​er Brassica-Arten) e​in relativ h​oher Rückstandshöchstgehalt v​on 50 Milligramm Penthiopyrad p​ro Kilogramm.[7]

Einzelnachweise

  1. Eintrag zu Penthiopyrad. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 22. Juli 2014.
  2. Datenblatt Penthiopyrad bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 30. Dezember 2019 (PDF).
  3. Eintrag zu penthiopyrad (ISO); (RS)-N-[2-(1,3-dimethylbutyl)-3-thienyl]-1-methyl-3-(trifluoromethyl)pyrazole-4-carboxamide im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 30. Dezember 2019. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. Eintrag zu Penthiopyrad in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. Dezember 2019. (JavaScript erforderlich)
  5. Sektion 35 - Fungizide I: Penthiopyrad: ein neuer fungizider Wirkstoff aus der Gruppe der Carboxamide.
  6. Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Penthiopyrad in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands, abgerufen am 14. Februar 2016.
  7. Verordnung des EDI über die Höchstgehalte für Pestizidrückstände in oder auf Erzeugnissen pflanzlicher und tierischer Herkunft. In: admin.ch. Abgerufen am 7. Februar 2020.
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.