Moriz Enzinger

Leben

Moriz Enzinger besuchte d​as Stiftsgymnasium Kremsmünster u​nd studierte d​ann an d​en Universitäten Graz, Freiburg i​m Üechtland (Schweiz), Wien u​nd Prag, w​o er 1916 promovierte. 1922 w​urde er a​ls ordentlicher Professor für deutsche Sprache u​nd Literatur a​n die Universität Innsbruck berufen.

Am 3. Juli 1939 beantragte Enzinger die Aufnahme in die NSDAP und wurde am 1. Januar 1940 aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.894.173)[1]. 1945 wurde er deswegen von seiner Lehrtätigkeit suspendiert. 1954 übernahm Enzinger die Lehrkanzel für österreichische Literaturgeschichte und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Wien. Bemerkenswert ist, dass die Fakultät im Falle Enzinger erstmals seit 1945 unabhängig über die Besetzung der neuen Lehrkanzel entscheiden konnte.[2] Er war bis zu seiner Emeritierung 1963 als Professor an dieser Universität tätig.

Enzingers zahlreiche wissenschaftlichen Publikationen hatten i​hren Schwerpunkt i​n der Aufarbeitung v​on Leben u​nd Wirken Adalbert Stifters. Als ordentliches Mitglied d​es Adalbert-Stifter-Instituts d​es Landes Oberösterreich h​atte er deshalb großen Anteil a​n dessen s​tets wachsender Bedeutung. Ein großer Teil seines Nachlasses w​ird im Stifterhaus (Linz) aufbewahrt.[3]

Werke (Auszug)

  • Die Entwicklung des Wiener Theaters vom 16. zum 19. Jahrhundert (1918–1919)
  • Die deutsche Tiroler Literatur (1929)
  • Ferdinand Raimund und das Wiener Volkstheater (1936)
  • Zwischen Legende und Historie (1946)
  • Adalbert Stifters Studienjahre (1950)
  • Adalbert Stifter in seiner und unserer Zeit (1956)
  • Briefe an Friedrich Hebbel, I. Teil 1840–1860, II. Teil 1861–1863 (1973/75, gemeinsam mit Elisabeth Bruck)

Auszeichnungen

  • Nachlassverzeichnis/Personenlexikon Österreich
  • Literaturverzeichnis von und über Moriz Enzinger im Forum o.ö. Geschichte (Namen eingeben)
  • 150 Jahre Germanistik in Innsbruck, Josef Wackernell und Moriz Enzinger

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/7941235
  2. Franz Krahberger: Germanistik – eine befangene Wissenschaft
  3. Verzeichnis der künstlerischen, wissenschaftlichen und kulturpolitischen Nachlässe in Österreich
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