Liste kugelförmiger Bauwerke

Die Liste kugelförmiger Bauwerke umfasst Bauwerke u​nd Entwürfe i​n der Kubatur e​iner Kugel, d​ie umgangssprachlich o​ft als Kugelhaus bezeichnet werden. Bei d​en realisierten Projekten handelt e​s sich n​icht um v​olle Kugeln, sondern u​m kugelförmige Gebäudehüllen m​it einem kreisförmigen Grundriss u​nd gegebenenfalls weiteren horizontalen Geschossebenen.

Zur Diskussion

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Abgrenzung

Halbkugelförmige Bauwerke werden a​ls Kuppelbauten bezeichnet. Kugelförmige Strukturen w​ie die Biosphère i​m Montreal v​on Buckminster Fuller werden a​ls Geodätische Kuppel bezeichnet.

Entwürfe und Konzepte

Claude-Nicolas Ledoux Haus des Gärtners, Entwurf 1789

Ausgeführte Bauwerke

  • 1928 wurde im Rahmen einer Jahresschau in Dresden das „erste Kugelhaus der Welt“ auf dem Städtischen Ausstellungsgelände am Großen Garten erbaut. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Kugelhaus als „undeutsch“ angesehen und 1938 abgerissen.[3][4][5]
  • Wenig später wurde in Cleveland, Ohio (USA), das Cunningham Sanitarium als zweites Kugelhaus der Welt errichtet. Es war ein fensterloses Sanatoriumsgebäude.[6]
  • Johann Wilhelm Ludowici (1896–1983) entwarf in den 1950er Jahren ebenfalls Kugelhäuser.[7] Ein Exemplar ist im Ziegeleimuseum in Jockgrim zu sehen. Es hat einen Durchmesser von 4,50 Metern und war für einen Zweipersonenhaushalt vorgesehen. Außer Flur, Küche und Bad besaß es nur einen größeren Wohn-Schlafraum. Ein weiterer zeitgleicher Prototyp von Ludowici steht in Neupotz.
  • 1958 wurde in Brüssel anlässlich der Weltausstellung das Atomium errichtet, eine Konstruktion aus neun metallisch glänzenden und teilweise begehbaren Kugeln (Restaurant, Souvenirshop) von je 18 Metern Durchmesser, die der Kristallstruktur von Eisen nachempfunden sind. Architekt war André Waterkeyn, erbaut wurde es als Symbol für das Atomzeitalter.
  • 1959–1961 wurden die Isothermischen Kugellabore in Berlin errichtet.
  • 1968 wurde in Auroville in Indien mit dem Bau des sogenannten Matrimandir begonnen. Das Gebäude ist aktuell noch nicht fertiggestellt.
  • 1969 wurde die weithin sichtbare kugelförmige Sternwarte des Forschungsinstituts „Manfred von Ardenne“ in Stahlkonstruktion nach Plänen von J. Bauer errichtet.[8]
  • 1976 rief der Künstler Edwin Lipburger die Republik Kugelmugel aus, die ausschließlich aus einem Kugelhaus von acht Metern Durchmesser besteht. Es handelt sich dabei um eine vollständige Kugel.
  • Die Kugelhausidee des spanischen Architekturbüros Rinaldo besteht aus zusammengesetzten Kugeln, verschiedener Durchmesser und Höhen, mit einem innenliegenden Gartenatrium. Bei unterschiedlichen Projekten sind auch erdüberdeckte, ökologische und autarke Kugelhäuser Bestandteil.
  • 1989 wurde das bis heute größte sphärische Gebäude der Welt eingeweiht, die Globenarena (2021 in Avicii Arena umbenannt), eine Veranstaltungshalle in Stockholm, Schweden. Sie hat einen Durchmesser von 110 Metern und eine Höhe von 85 Metern.
  • 2000 wurde in Frankreich eine kugelförmige Autobahnraststätte erbaut.[2]
  • Am westlichen Rand der schweizerischen Gemeinde Meyrin befindet sich im Bereich vom Besucherzentrum des CERN ein Kugelhausbau, dessen tragende Konstruktion und Außenhaut aus Holzelementen gestaltet ist. Es wurde erstmals auf der Schweizerischen Landesausstellung 2002 gezeigt, obwohl sein Baumaterial bereits eine Vorgeschichte aufzuweisen hatte. Das Bauwerk trägt den Namen Globe of Science and Innovation.
  • 2003 entstand das Eingangsgebäude des earthDATAsafe der Kapsch AG bei Kapfenberg (Steiermark, Österreich), an der S 6.
  • Im Jahr 2005 wurde das Glaskugelhaus Dresden fertiggestellt.[2]
  • 2020 wurde in Leipzig ein kugelförmiger Baukörper aus Beton und Glas nach einem Entwurf des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer, die Niemeyer-Kugel, auf eine Industriehalle aus Backstein-Mauerwerk aufgesetzt.
Commons: Kugelförmige Gebäude – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Löffler, S. 424 und Gantz, S. 62f, Nr. 62 (Ausstellungshalle Dresden, Straßburger Platz)
  2. "Zu kurz gesprungen! - zum neuen Glaskugelhaus am Wiener Platz in Dresden. 10. Februar 2007, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  3. Fritz Löffler: Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten. E. A. Seemann, Leipzig 1981, ISBN 3-363-00007-3.
  4. Holger Gantz: 100 Bauwerke in Dresden. Ein Wegweiser zu Bauwerken von historischem und baukünstlerischem Rang. Schnell und Steiner, Regensburg 1997, ISBN 3-7954-1111-4.
  5. Walter May, Werner Pampel, Hans Konrad: Architekturführer DDR, Bezirk Dresden. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1979.
  6. Cleveland, Cunningham Sanitarium
  7. Stefan Hellmann: Die Kugelhäuser des Johann Wilhelm Ludowici - rottenplaces.de. In: rottenplaces.de. 16. Mai 2017 (rottenplaces.de [abgerufen am 24. Juni 2017]).
  8. May u. a., S. 73, Nr. 127
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