Korn (Familie)

Die Familie Korn w​ar eine v​on Johann Jakob Korn gegründete Breslauer Familie v​on Verlegern, Buchhändlern u​nd Druckern i​m 18. b 20. Jh. Ihre Unternehmen veröffentlichten u​nter anderem Publikationen, d​ie hauptsächlich für osteuropäische Länder, insbesondere Polen, bestimmt waren. Wilhelm Gottlieb Korn, veröffentlichte polnische Lehrbücher u​nd gründete i​m damaligen Polen-Litauen Buchhandlungen i​n Warschau, Lemberg u​nd Posen. Er w​ar ein Buchlieferant für König Stanislaus II. u​nd der Universität v​on Vilnius.

Wappen der Familie Korn
Wappen von Heinrich von Korn und Helena Eichborn auf der Vorderseite ihres Palastes
Wappen von Maria von Korn und ihrem Ehemann Konstantin von Schweinichen über dem Giebel ihres Hauses, neben dem Elternpalast

Familienmitglieder

  • Johann Jakob Korn (1702–1756), gebürtig aus der Gegend im ehemaligen Fürstentum Coburg war Stammvater der Familie und Gründer des Korn-Verlages, Gründer der ältesten Zeitung Schlesiens der Schlesischen Zeitung
  • Johann Friedrich Korn (1736–1802), Sohn von Johann Jakob; Verleger und Antiquitätenhändler
  • Wilhelm Gottlieb Korn (1739–1806), Sohn von Johann Jakob; Buchhändler und Verleger
  • Johann Gottlieb Korn (1765–1837), Sohn von Wilhelm Gottlieb; Buchhändler und Verleger
  • Julius Korn (1799–1837), Sohn von Johann Gottlieb; Herausgeber deutscher Werke und Zeitschriften, kümmerte sich um die technische Entwicklung des Unternehmens
  • Heinrich von Korn (1829–1907), Sohn von Julius; Besitzer von Papierfabriken im damaligen Sakrau bei Breslau; Unter anderem Mitbegründer des Schlesischen Museums für Kunsthandwerk und andere kulturelle Einrichtungen; Namensgeber einer Breslauer Straße (heute aleja Marcina Kromera).
  • Richard von Bergmann-Korn (1885–1945), Dr. phil., Major a. D., Enkel von Heinrich, der letzte Besitzer der Firma; Gründer des Bergstadtverlages

nicht m​it dem Familienunternehmen verbundene Mitglieder:

  • Jobst Korn (1616– ), Ältester bekannte Vorfahr der Familie Korn, Aus Lehesten bei Saalfeld, Rotgerber, Ratsherr und Bürgermeister[1]
  • Johann Jodokus (Jobst), (1644–1709) Rotgerber, Ratsherr und Bürgermeister[1]
  • Friedrich Wilhelm Korn, Sohn von Wilhelm Gottlieb
  • Julian Ferdinand Korn, Sohn von Wilhelm Gottlieb
  • Adolf Carl Korn (1820–1902), Sohn von Julian Ferdinand; Arzt in Argentinien
  • Alexander Korn (1860–1936), Sohn von Adolf Carl; Arzt und argentinischer Politiker
  • Marie von Korn (1866–1955), Tochter von Heinrich

Wappen

CANDIDE ET CAUTE

Das Wappen v​on Heinrich v​on Korn lautet w​ie folgt:

„Jedoch hält d​er Mann i​m Schilde sieben goldene Ähren empor. Auf d​em gekrönten Helme e​in wachsender, goldener Greif m​it sieben goldene Ähren i​n der Rechten.“[2]

Das Familienmotto v​on Korn w​ar "CANDIDE ET CAUTE" (Aufrichtig u​nd vorsichtig); Diese Inschrift erscheint a​uf dem Portal d​es Palastes i​n Pawlowitz u​nd auf d​er Ruine d​es Palastes i​n Schönfeld.

Schlösser

Schloss Pawelwitz

In d​er Gegend v​on Hundsfeld, erwarb Heinrich v​on Korn 1891 d​as Schloss Pawelwitz (heute beherbergt e​s das Überregionale Landwirtschaftskongresszentrum i​n Pawlowitz, Naturwissenschaftliche Universität Breslau, 1996 w​urde es i​n das Denkmalregister aufgenommen). Im Jahr 1867 erwarb Heinrich v​on Korn e​in weiteres Schloss i​n Niederschlesien, i​n Schönfeld. Pawelwitz k​am an s​eine Tochter Marie v​on Schweinichen geb. v​on Korn.

Literatur

  • Constantin von Schweinichen: Aus der Geschichte des Geschlechts derer von Schweinichen. Breslau 1905.
  • Klaus Ullmann: Schlesien-Lexikon. Würzburg 1992.
  • Encyklopedia Wrocławia. 2000, ISBN 83-7023-749-5, S. 381 "Kornowie", S. 607 "Pałac Kornów"
  • Ulrich Schmilewski: Verlegt bei Korn in Breslau: kleine Geschichte eines bedeutenden Verlages von 1732 bis heute. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Würzburg 1991, ISBN 3-87057-140-3.
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, 1908, Zweiter Jahrgang, S.597ff
  • Karl Friedrich Pfau: Korn. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 51, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 338 f.

Einzelnachweise

  1. Ulrich Schmilewski: Verlegt bei Korn in Breslau: kleine Geschichte eines bedeutenden Verlages von 1732 bis heute. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Würzburg 1991, ISBN 3-87057-140-3, S. 13.
  2. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser. Neunter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1915, S. 498 (online)
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