Illuka (Dorf)

Illuka (Dorf)
Estland

Illuka i​st ein Dorf (estnisch küla) i​m Kreis Ida-Viru (Ost-Wierland) i​m Nordosten Estlands. Es w​ar bis 2017 d​er Hauptort d​er gleichnamigen Landgemeinde (Illuka vald). Seit d​er Auflösung d​er Landgemeinde 2017 gehört Illuka z​ur Landgemeinde Alutaguse.

Beschreibung und Geschichte

Illuka (deutsch Illuck) h​at 88 Einwohner (Stand 2011).[1] Es l​iegt 15 Kilometer v​on der Hauptstadt d​es Landkreises, Jõhvi, entfernt.

1424 w​urde der Ort u​nter dem Namen Somovere erstmals urkundlich erwähnt. Für d​as Jahr 1782 i​st eine kleine orthodoxe Kapelle d​er örtlichen russischen Bauern nachgewiesen. 1930 w​urde die hölzerne evangelisch-lutherische Kirche v​on Illuka eingeweiht.[2]

Gut Illuka

Das historische Gut v​on Illuka w​urde erstmals 1657 urkundlich erwähnt. In d​er zweiten Hälfte d​es 19. Jahrhunderts gehörte e​s den beiden Brüdern Oscar u​nd Eduard Dieckhoff, d​ie das Gut v​on ihrer Mutter, Karoline Dieckhoff (geborene v​on Bellingshausen) geerbt hatten.[3]

Zwischen 1885 u​nd 1888 entstand u​nter der Leitung d​es Besitzers Oscar Dieckhoff d​as heutige eingeschossige Herrenhaus a​us Stein. Es w​urde nach Plänen d​es aus Rakvere stammenden Architekten Friedrich Modi[4] i​m Stil d​es Historismus gebaut. In d​er Fassade erhebt s​ich ein h​oher neogotischer Mittelrisalit m​it Stufengiebel u​nd Türmchen.[5]

1912 erwarb e​s die adlige deutschbaltische Familie von Nottbeck. Mit d​er estnischen Landreform v​on 1919 w​urde der letzte Privateigentümer, Claus v​on Nottbeck, enteignet. Er k​am 1939 i​m Zuge d​er Umsiedlung d​er Deutsch-Balten m​it seiner Familie über d​en Warthegau n​ach Deutschland. Seit 1921 befindet s​ich in d​em Gebäude d​ie Schule d​es Ortes. Es w​ird als Ausgangspunkt für Bären- u​nd Elchjagden genutzt.

Der großzügig angelegte Park i​st im englischen Stil gehalten.[6]

Einzelnachweise

  1. Tutvustus (Memento vom 21. August 2012 im Internet Archive)
  2. Heinz von zur Mühlen (Hg.), Baltisches historisches Ortslexikon, Teil I: Estland. Köln 1985, S. 128f.
  3. Zu den Gebrüdern Oskar und Eduard Dieckhoff vgl. Dirk-Gerd Erpenbeck, Die Familien Dieckhoff im Baltikum und in Rußland, in: Ostdeutsche Familienkunde 44/3 (1996), S. 225–231.
  4. Baumeister und Architekt Friedrich Ferdinand Modi, * 13./25.4.1839 Bromberg/ Preussen , + nach 1901. – Seit 1874 in Wesenberg. I. oo Rappel 15.9.1867 Henriette Louise Treublut, * 24. 8.1848 St. Petersburg , + 31.7.1897 …; II. oo Wesenberg 18.10.1898 Anne Auguste Mortenson ( * 25.1.1865), vgl. Kirchenbücher für Rappel/Rapla und Wesenberg/Rakvere.
  5. Ivar Sakk: Eesti mõisad. Reisijuht. Tallinn 2002 (ISBN 9985-78-574-6), S. 189
  6. http://www.eestigiid.ee/?SCat=15&CatID=0&ItemID=1665
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