Giovanni Bembo

Giovanni Bembo (* 21. August 1543 i​n Venedig; † 16. März 1618 i​n Venedig) w​ar der 92. Doge v​on Venedig. Er regierte v​on 1615 b​is 1618.

Domenico Tintoretto Giovanni Bembo, 1616

Während seiner Regierungszeit spitzten sich die Spannungen mit Österreich wegen der Uskokenfrage zu, die schließlich 1617 mit der Eroberung der Stadt Gradisca und dem Rückzug österreichischer Truppen aus Teilen der Adria endeten. Im Friedensvertrag von Madrid verpflichtete sich Österreich, die Uskoken ins Binnenland umzusiedeln und deren Schiffe zu verbrennen. Venedig hatte im Gegenzug alle eroberten österreichischen Städte an der Adria zurückzugeben.
Wegen der enormen Kriegskosten kam es in der Folge in Venedig zu einer Finanzkrise.

Familie

Die Familie Bembo gehörte z​u den ältesten Familien Venedigs. Sie w​ird erstmals 998 i​n venezianischen Akten erwähnt, h​at in i​hrer Geschichte a​ber nur e​inen Dogen gestellt. Bekanntestes Mitglied d​er Familie i​st der humanistische Autor u​nd Dichter Pietro Bembo.

Leben

Giovanni war dritter von fünf Söhnen von Agostino Bembo und der reichen bürgerlichen Chiara Basso. Er war nicht verheiratet. Bembo war lange Marineoffizier gewesen, also ein geeigneter Kandidat für die kommenden kriegerischen Auseinandersetzungen mit Österreich. In jungen Jahren hatte er an der Schlacht von Lepanto teilgenommen und dabei drei türkische Schiffe erobert. Mit Bembo hatte sich nach Marcantonio Memmo ein weiteres Mal ein Doge aus den case vecchie durchgesetzt, allerdings erst im 114. Wahlgang nach einem langen Konklave von 24 Tagen. Bembo war zum Zeitpunkt seiner Wahl bereits 78 Jahre alt. Das letzte Jahr seines Dogats war bestimmt durch innervenezianische Spannungen, da Mitglieder des Senats anonym beschuldigt wurden, sich am Krieg bereichert, bzw. mit dem Kriegsgegner Spanien kooperiert zu haben. Bembo starb am 16. März 1618, seine Grabstätte in Venedig ist nicht bekannt.

Literatur

VorgängerAmtNachfolger
Marcantonio MemmoDoge von Venedig
1615–1618
Nicolò Donà
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