Fedir Krytschewskyj

Fedir Hryhorowytsch Krytschewskyj (* 10. Maijul. / 22. Mai 1879greg. i​n Lebedyn, Gouvernement Charkow i​m Russischen Reich; † 30. Juli 1947 i​n Irpin b​ei Kiew, Ukrainische SSR) w​ar ein ukrainischer Maler, Kunstlehrer s​owie Mitgründer u​nd erster Rektor d​er Akademie d​er Bildenden Künste i​n Kiew.[1][2]

Kyrillisch (Ukrainisch)
Фе́дір Григо́рович Криче́вський
Transl.: Fedir Hryhorowytsch Krytschewskyj
Transkr.: Fedir Hryhorowytsch Krytschewskyj
Kyrillisch (Russisch)
Фёдор Григорьевич Кричевский
Transl.: Fëdor Grigor'evič Kričevskij
Transkr.: Fjodor Grigorjewitsch Kritschewski
Selbstporträt Fedir Krytschewskyj

Biografie

Krytschewskyj wuchs mit seinem älteren Bruder Wassyl Krytschewskyj (Василь Григорович Кричевський, 1873–1952), der ebenfalls Maler wurde, in Lebeydn auf. Der Vater der Geschwister war ein jüdischer Landarzt, der zum orthodoxen Christentum konvertiert war, ihre Mutter war Ukrainerin. Fedirs Talent fiel den Töpfern der Gegend auf, woraufhin er nach Moskau eingeladen und auf die Aufnahmeprüfung an die Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur vorbereitet wurde, an der er dann zwischen 1896 und 1901 studierte. Von 1907 bis 1910 studierte er an der Russischen Kunstakademie in Sankt Petersburg. Nach seinem Abschluss an der Akademie reiste er 1911 durch Europa (Paris, München, Berlin, Rom, Wien). Nach seiner Rückkehr ließ er sich in Kiew nieder, wo er 1917 Mitgründer und erster Rektor der Akademie der Bildenden Künste wurde. Im Jahr 1930 war er Professor am Charkow-Kunst-Institut. Im Juni 1939 erhielt er, gemeinsam mit seinem Bruder Wassyl, den Titel eines Doktors der Kunstwissenschaften und im Mai 1940, ebenfalls zusammen mit seinem Bruder, den Titel „Verdienter Künstler der UdSSR“ verliehen. 1941 unternahm er eine kreative Reise in die Westukraine, aus der er zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges wieder nach Kiew zurückkehrte. Von dort wurde er nach Ufa evakuiert, kehrte aber nach Kiew zurück. Von dort ging er im Herbst 1943 in die Westukraine und schließlich nach Königsberg zu seinem Bruder, der sich bereits dort aufhielt. Hier versuchte er noch der schnell vorrückenden Roten Armee nach Westen zu entkommen, wurde jedoch vom Geheimdienst SMERSCH verhaftet und nach längeren Verhören und Folterungen, nachdem er aller seiner Titel und Ehren beraubt wurde, nach Irpin bei Kiew verbannt. Dort erneut verhaftet wurde er wegen Krankheit entlassen. Er starb während der Hungersnot 1947 hoffnungslos geschwächt in Irpin. Zwölf Jahre nach seinem Tod wurde er im Rahmen der Entstalinisierung rehabilitiert, woraufhin im Jahr 1959 die erste posthume Retrospektive seiner Werke in Kiew stattfand.[2][1][3] 1965 wurde sein Sarg auf den Lukjaniwska-Friedhof (Grundstück Nr. 25, Reihe 15, Platz 3) in Kiew umgebettet.

Werk

Krychevsky s​chuf annähernd tausend Kompositionen, Porträts, Landschaftsbilder, Skizzen u​nd Studien, bevorzugt a​uf großen Leinwänden. Eine Zeit l​ang näherte e​r sich d​em Stil d​es Neobyzantinismus v​on Mychajlo Bojtschuk (Миха́йло Льво́вич Бойчу́к; 1882–1937) wendete s​ich jedoch, a​uch durch s​eine Westeuropareise v​on Gustav Klimt u​nd Ferdinand Hodler beeinflusst, letztlich z​u einem realistischen Stil. Während s​eine frühen Arbeiten a​ls seine wertvollsten u​nd anerkanntesten gelten, litten s​eine späteren Werke u​nter dem ideologischen Zwang d​es Sozialistischen Realismus. Zu seinen wichtigsten Werken zählen: Drei Lebensalter v​on 1913 u​nd Leben (TriptychonLiebe, Familie u​nd Heimkehr), entstanden zwischen 1925 u​nd 1927, m​it welchem e​r 1928 a​uf der Biennale i​n Venedig aufsehen erregte. Er w​ar seit d​en 1930er Jahren e​ine der führenden Persönlichkeiten i​n der ukrainischen Kunst u​nd organisierte i​n den Jahren 1911 u​nd 1913 d​ie ersten r​ein ukrainischen Kunstausstellungen. Seine Werke wurden s​eit 1897 a​uf über 34 Einzel- u​nd Gruppenausstellungen, innerhalb u​nd außerhalb d​er Ukraine, ausgestellt. Als Kunstlehrer unterrichtete e​r Schüler w​ie Tetjana Jablonska, Serhij Schyschko, Wolodymyr Kostezkyj (Володи́мир Микола́йович Косте́цький; 1905–1968) u​nd Heorhij Melichow (Георгій Степанович Меліхов; 1908–1985).[1] Eine große Zahl seiner Werke befinden s​ich heute i​m Nationalen Kunstmuseum d​er Ukraine i​n Kiew.

Commons: Fedir Krytschewskyj – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Biographie Fedir Krytschewskyj in der Encyclopedia of Ukraine, abgerufen am 28. Mai 2015
  2. Biographie und Literaturverzeichnis F. Krytschewskyj auf uartlib.org, abgerufen am 28. Mai 2015
  3. Biographie auf Ukrainische Welt.org, abgerufen am 28. Mai 2015
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