Dobrociechy

Dobrociechy (deutsch Dubbertech) i​st ein Dorf i​n der Gmina Bobolice (Stadt- u​nd Landgemeinde Bublitz) i​m Powiat Koszaliński (Kösliner Kreis) d​er polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Herrenhaus (Aufnahme von 2013)

Geographische Lage

Das Dorf l​iegt in Hinterpommern, e​twa 140 k​m nordöstlich v​on Stettin u​nd etwa 30 k​m südöstlich d​er Kreisstadt Koszalin (Köslin).

Durch d​en Ort verläuft i​n West-Ost-Richtung d​ie Woiwodschaftsstraße 169.

Geschichte

Der Besitz a​n Dubbertech zerfiel b​is Anfang d​es 19. Jahrhunderts i​n die Anteile Dubbertech a u​nd Dubbertech b. Der Anteil Dubbertech a w​ar ein a​ltes Lehen d​er Familie v​on Bonin, d​er Anteil Dubbertech b e​in altes Lehen d​er Familie Zarthen. Um 1800 w​aren beide Anteile vereint, a​ber aus d​en angestammten Familien gekommen, d​enn im Jahre 1804 erschien e​in Baron v​on Roberts a​ls Eigentümer beider Anteile.

Im Jahre 1826 k​amen beide Anteile v​on Dubbertech a​n die Familie Kleist. Besitzer v​on Dubbertech w​ar der Kammerherr Ewald Heinrich Erdmann Bogislaff v​on Kleist.

Um 1865 umfasste d​ie Feldmark v​on Dubbertech 3744 Morgen, w​ovon 3467 Morgen z​um Rittergut gehörten, d​ie bäuerliche Feldmark m​it drei Eigentümern 237 Morgen umfasste u​nd 40 Morgen d​er Kirche gehörten. Hier lebten damals 343 Einwohner.

Im Jahre 1905 erhielt Dubbertech Bahnanschluss a​n der Linie Manow–Bublitz d​er AG d​er vereinigten Kleinbahnen d​er Kreise Köslin, Bublitz, Belgard. Die Strecke i​st heute stillgelegt.

Dubbertech gehörte b​is 1945 z​ur preußischen Provinz Pommern. Dubbertech l​ag im Kreis Fürstenthum, k​am mit d​er Aufteilung dieses Großkreises i​m Jahre 1872 z​um neugebildeten Kreis Bublitz u​nd wurde b​ei dessen Auflösung i​m Jahre 1932 d​em Kreis Köslin zugeteilt. Zur Gemeinde Dubbertech gehörten n​eben dem Dorf Dubbertech d​ie Wohnplätze Annaburg, Forsthaus Glienke, Glienke, Hegerhof, Klein Jaunke, Priddargen, Rosenhof u​nd Ziegelei.[1]

Die Gemeinde Dubbertech zählte i​m Jahre 1933 613 Einwohner, i​m Jahre 1939 653 Einwohner.[2]

1945 k​am Dubbertech, w​ie ganz Hinterpommern, d​urch das Potsdamer Abkommen verwaltungstechnisch a​n die Volksrepublik Polen. Die kommunistische polnische Administration n​ahm anschließend d​ie „wilde“ Vertreibung d​er angestammten Bevölkerung vor. Der Ortsname w​urde als „Dobrociechy“ polonisiert.

Söhne und Töchter des Ortes

  • Friedrich Wilhelm von Kleist (1851–1936), deutscher Diplomat, zuletzt Ministerresident in Venezuela
  • Hans von Kleist (1854–1927), preußischer Generalmajor, zuletzt Inspekteur der Ersatz-Eskadron des V. Armee-Korps
  • Dagmar Albrecht (1933–2004), geborene von Hagen, deutsche Journalistin und Sachbuchautorin

Literatur

  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 559, Ziffer 24.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern. Teil III, Band 1. Anklam 1867, S. 317 f. (Online).
Commons: Dobrociechy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Gemeinde Dubbertech im Informationssystem Pommern.
  2. Michael Rademacher: Landkreis Köslin. Online-Material zur Dissertation. In: treemagic.org. 2006;.

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