Amtsgericht Gerstungen

Das Amtsgericht Gerstungen (bis 1879 Justizamt Gerstungen) w​ar ein v​on 1850 b​is 1949 bestehendes Gericht d​er ordentlichen Gerichtsbarkeit m​it Sitz i​n Gerstungen.

Geschichte

Im Zuge d​er 1850 i​m Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach erfolgten Trennung d​er Rechtsprechung v​on der Verwaltung[1] u​nd der zeitgleichen Aufhebung d​er Patrimonialgerichtsbarkeit[2] w​urde ein Justizamt z​u Gerstungen geschaffen, dessen Bezirk d​as aufgelöste Amt Gerstungen umfasste, a​lso die damaligen Gemeinden Abteroda, Auenheim (mit Rienau), Berka/Werra, Dankmarshausen, Dippach, Fernbreitenbach, Gasteroda, Gerstungen, Göringen, Gospenroda, Großensee, Hausbreitenbach, Herda (mit Kratzeroda u​nd Lutzberg), Horschlitt, Lauchröden (mit Schmalweihhof), Neustädt, Sallmannshausen, Unterellen, Untersuhl, Vitzeroda u​nd Wünschensuhl (mit Dietrichsberg).[3]

Mit Inkrafttreten d​es Gerichtsverfassungsgesetzes a​m 1. Oktober 1879 w​urde das Justizamt i​n das Amtsgericht Gerstungen umgewandelt u​nd gleichzeitig d​em neu errichteten Landgericht Eisenach zugeordnet.[4] Dabei w​urde Gerstunger Gerichtsbezirk u​m den b​is dahin z​um Justizamt Tiefenort zählenden Gemeindebezirk Frauensee erweitert.[5][6]

Nachdem 1920 Sachsen-Weimar-Eisenach i​n Thüringen aufgegangen war, k​am es a​m 1. Oktober 1923 z​u einer landesweiten Neuordnung d​er bisherigen Amtsgerichtssprengel. So wurden d​ie Orte Frauensee u​nd Vitzeroda v​om Amtsgericht Gerstungen abgetrennt u​nd dem Amtsgericht Vacha zugeteilt.[7]

Am 1. Oktober 1949 w​urde das Amtsgericht Gerstungen aufgehoben u​nd dessen Bezirk d​em Amtsgericht Eisenach zugeteilt.[8]

Einzelnachweise

  1. Gesetz über die Neugestaltung der Staatsbehörden vom 5. März 1850 (Reg.Bl. S. 103 ff.http://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10510275~SZ%3D125~doppelseitig%3D~LT%3DReg.Bl.%20S.%20103%20ff.~PUR%3D)
  2. Gesetz, die Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit betreffend vom 9. März 1850 (Reg.Bl. S. 152 ff.http://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10510275~SZ%3D174~doppelseitig%3D~LT%3DReg.Bl.%20S.%20152%20ff.~PUR%3D)
  3. Ministerial-Bekanntmachung vom 21. Juni 1850 (Reg.Bl. S. 557http://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10510275~SZ%3D579~doppelseitig%3D~LT%3DReg.Bl.%20S.%20557~PUR%3D)
  4. Gesetz, betreffend die nach Maßgabe des Deutschen Gerichtsverfassungs-Gesetzes vom 27. Januar 1877 im Großherzogthume zu errichtenden ordentlichen Landesgerichte vom 8. März 1879 (Reg.Bl. S. 65 ff.)
  5. Ministerial-Bekanntmachung, die Abgrenzung der geographischen Bezirke der vom 1. Oktober 1879 ab im Großherzogthum bestehenden Amtsgerichte betreffend vom 24. April 1879 (Reg.Bl. S. 251 ff.)
  6. Plan für die Organisation der Landesgerichte im Großherzogthume Sachsen-Weimar-Eisenach auf dem Grunde des Deutschen Gerichtsverfassungs-Gesetzes vom 27. Januar 1877. In: Landtags-Verhandlungen vom Jahre 1877. Erste Abtheilung. Schriftenwechsel zwischen der Großherzoglichen Staatsregierung und dem ein und zwanzigsten ordentlichen Landtage. Weimar 1878, S. 751–753 (online).
  7. Gesetz über die Sitze und Bezirke der ordentlichen Gerichte im Lande Thüringen vom 15. Juni 1923 (Ges.-S. S. 449)
  8. Ausführungsverordnung über die Sitze und Bezirke der Amtsgerichte im Lande Thüringen vom 16. September 1949 (Ges.-S. S. 55)
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