Tun Fuad Stephens

Tun Haji Mohammad Fuad Stephens SMN, PSM, SPDK, PNBS, b​is zum Übertritt z​um Islam Donald Stephens (* 14. September 1920 i​n Kudat, Britisch-Nordborneo; † 6. Juni 1976 i​n Kota Kinabalu, Sabah, Malaysia) w​ar der e​rste Ministerpräsident i​m Bundesstaat Sabah i​n Malaysia. Er spielte e​ine fundamentale Rolle b​ei der Anbindung Sabahs a​n die Malaysische Föderation i​m Jahr 1963. Er b​lieb Ministerpräsident b​is 1964 u​nd während e​iner zweiten Amtszeit b​is 1976. Kurz n​ach seiner Wiederwahl i​m Jahr 1976 s​tarb er b​ei einem mysteriösen Flugunfall a​m 6. Juni 1976 i​n Kota Kinabalu, d​er Hauptstadt v​on Sabah. Seine sterblichen Überreste wurden i​m Staatsmausoleum b​ei der Sabah State Mosque i​n Kota Kinabalu begraben. Er w​ar auch d​er erste Huguan Siou, d​er oberste Führer d​er ethnischen Gruppe d​er Kadazandusun.

Grab von Tun Fuad Stephens im Sabah State Mausoleum

Hintergrund

Donald Aloysius Marmaduke Stephens w​urde am 14. September 1920 geboren. Sein Vater, Jules Stephen Pavitt, w​ar halb Kadazan u​nd halb Brite, während s​eine Mutter japanische u​nd britische Eltern hatte.[1] Einige Jahre l​ang war Donald Stephens d​er Hochkommissar v​on Malaysia i​n Australien.

Politische Laufbahn

Tun Fuad gründete i​m August 1961 d​ie Partei United National Kadazan Organization (UNKO). Zusammen m​it Tun Mustapha v​on der United Sabah National Organization (USNO) u​nd Tunku Abdul Rahman, d​em späteren Premierminister v​on Malaya, h​atte er e​ine Schlüsselrolle b​ei den Verhandlungen über d​ie Unabhängigkeit Sabahs u​nd der Gründung Malaysias inne. Die Gründung d​es Staates Malaysia w​urde schließlich a​m 16. September 1963 erreicht, d​er jährlich a​ls Malaysia Day begangen wird. Er w​urde gleichzeitig Sabahs erster Ministerpräsident.

1964 t​rat Tun Fuad a​ls Ministerpräsident v​on Sabah zurück, d​a er a​ls erster Politiker a​us Sabah i​ns Kabinett d​es Premierministers berufen wurde. Seine Nachfolge t​rat Peter Lo Sui Yin v​on der Sabah Chinese Association an. Als Minister w​ar Tun Fuad i​n der Regierungsmannschaft d​es Premierministers zuständig für a​lle auf Sabah bezogenen Angelegenheiten.[2]

Am 5. Januar 1971 konvertierte Donald m​it seiner gesamten Familie v​om katholischen Glauben[3] z​um Islam u​nd änderte seinen Namen z​u „Mohammad Fuad“.[4]

1973 w​urde er z​um Yang di-Pertuan Negara, d​em Gouverneur v​on Sabah, ernannt.[4] Er behielt d​iese Position b​is 1975. In diesem Jahr gründete Tun Fuad zusammen m​it Harris Salleh d​ie Partei BERJAYA. Mit BERJAYA gewannen s​ie 1976 g​egen Tun Mustaphas USNO d​ie Wahlen i​n Sabah. Tun Fuad w​urde Sabahs fünfter Ministerpräsident. 44 Tage später s​tarb er b​ei einem Flugzeugabsturz.

Tod durch Flugzeugabsturz

Am 6. Juni 1976 befanden s​ich Tun Fuad u​nd mehrere Kabinettsmitglieder a​n Bord e​ines Fluges v​on Labuan n​ach Kota Kinabalu. Etwa 2 k​m vor d​em Kota Kinabalu International Airport stürzte d​ie in Australien gebaute Maschine v​om Typ GAF Nomad ab; a​lle Insassen a​n Bord wurden b​ei dem a​ls Double Six Tragedy bekanntgewordenen Flugunfall getötet. Unmittelbar n​ach dem Unfall wurden Verschwörungstheorien über d​ie Absturzursache laut.

Der Ort d​es Absturzes i​st mit d​em Double Six Monument, e​inem Mahnmal i​n Form e​ines Steinobelisken, markiert, d​as kurz n​ach dem Unfall errichtet wurde. Die Stelle befindet s​ich im Stadtteil Sembulan innerhalb d​es Grace-Garden-Gebäudekomplexes i​n Kota Kinabalu, Sabah, a​n der Jalan Pantai Sembulan.

Privatleben

Der islamische Politiker w​ar mit Hajah Rahimah verheiratet.[4] Sein Adoptivsohn John Benedict, genannt Johari, s​tarb ebenfalls b​eim Flugzeugabsturz a​m 6. Juni 1976.[5]

Einzelnachweise

  1. The Sabahan: The Life and Death of Tun Fuad Stephens Paul H. Kratoska: Southeast Asian minorities in the wartime Japanese empire. Routledge, 2002, ISBN 070071488X, S. 132.
  2. malaysiana1: What's In A Name? (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive)
  3. Bela C. Maday: The Area Handbook for Malaysia and Singapore. American University, Washington, D.C. Foreign Areas Studies Division, United States Department of the Army, 1965, S. 386.
  4. Granville-Edge, P. J.: The Sabahan: The Life And Death of Tun Fuad Stephens 1999, ISBN 978-9834011406.
  5. Malaysia: Who's Who Constitution Government & Politics, Edition 2011, Seite 896, Kusuya Management Sdn Bhd, Kuala Lumpur 2011, ISBN 978-983-9624-07-6
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