Straßeninstandsetzung

Straßeninstandsetzung (umgangssprachlich a​uch Straßensanierung o​der Fahrbahnsanierung genannt) beschreibt bauliche Maßnahmen u​nd Bauverfahren z​ur Beseitigung v​on Schäden a​n der Fahrbahnoberfläche v​on Straßen. Dafür kommen i​m Wesentlichen d​rei verschiedene Verfahren z​um Einsatz.

Dünne Schichten

Das Auftragen v​on Dünnen Schichten k​ann auf z​wei Arten geschehen:

Dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise

Asphaltmischgut für Dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise (kurz DSK) wird aus den Komponenten Gesteinskörnung, hochmodifizierter Bitumenemulsion, Wasser und Zement von selbstfahrenden Arbeitsmaschinen angemischt und auf die Straßenunterlage in flüssiger Form aufgetragen. Im Querprofil erfolgt ein Ausgleich von Unebenheiten, wie z. B. Spurrinnen. Der Einbau erfolgt in Schrittgeschwindigkeit. Nach ca. 15–30 min. kann die sanierte Strecke wieder befahren werden. Die Schichtdicke der DSK-Decke beträgt durchschnittlich nur einen Zentimeter. Es handelt sich um ein bewährtes Erhaltungsverfahren insbesondere zur Wiederherstellung / Erhöhung der Griffigkeit.[1]

Die wesentlichen Vorteile sind:[2]

  • Geringe Einbaukosten
  • Geringe Lärmbelästigung für Anwohner
  • Geringe Verkehrsbehinderung
  • Rasche Freigabe für den Verkehr
  • Ressourcenschonung
  • Überbaubar
Dünne Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise
Dünne Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise

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Dünne Schichten in Heißbauweise

Hierbei handelt es sich um ein Gemisch aus Gesteinskörnungen und Straßenbaubitumen, das in der Regel mit einer Dicke ≤ 2 cm eingebaut wird. Mit Hilfe der dünnen Schichten in Heißbauweise (kurz DSH) können Netzrisse und Ausbrüche beseitigt werden und die Griffigkeit verbessert werden.

Ausbessern

Die Maßnahme des Ausbesserns eignet sich für örtlich stark begrenzte Schadstellen in der Straßenbefestigung und wird in der Regel von Hand ausgeführt. Hinsichtlich der Dauerhaftigkeit ist diese Maßnahme als ungenügend zu bewerten.

Komplettsanierung

Bei e​iner Komplettsanierung werden d​urch Ausfräsen (Betonfräsen b​ei Deckschichten a​us Beton) sämtliche Asphaltschichten entfernt u​nd anschließend d​ie Trag-, Binder- u​nd die Deckschicht n​eu eingebaut.

Oberflächenbehandlung

Bei der Oberflächenbehandlung wird lediglich die oberste Schicht saniert. Sie ist auch für den Zwischenausbau von Straßen geeignet. Sie ist gekennzeichnet durch das Anspritzen einer Unterlage mit einem Bindemittel und dem anschließenden Abstreuen mit einer Gesteinskörnung. Dieses Aufbringen kann mehrfach erfolgen. Zum Anspritzen werden meist bitumenhaltige Bindemittel verwendet; auch Epoxidharze kommen zur Anwendung. Zum Abstreuen wird in Deutschland gebrochener Naturstein verwendet, dieser kann vorbituminiert und/oder erhitzt sein.

Normen und Standards

In Deutschland s​ind u. a. folgende Normen u​nd Richtlinien z​u beachten:

  • ZTV BEA-StB 09/13 – Zusätzliche Techn. Vertragsbedingungen und Richtlinien für die Bauliche Erhaltung von Verkehrsflächenbefestigungen – Asphaltbauweisen
  • TLG Asphalt-DSK-StB 98/03 – Technische Lieferbedingungen für Asphalt im Straßenbau Teil: Güteüberwachung, Teil: Mischgut für Dünne Schichten im Kalteinbau (demnächst abgelöst durch TL G DSK-StB 14)
  • TLG Asphalt-OB-StB – Technische Lieferbedingungen für Asphalt im Straßenbau Teil: Güteüberwachung, Teil: Ausführung von Oberflächenbehandlungen (demnächst abgelöst durch TL G OB-StB 14)
  • TL Gestein-StB 04 – Technische Lieferbedingungen für Gesteinskörnungen im Straßenbau
  • DIN EN 13043 – Gesteinskörnungen
  • TL BE-StB 07 – Technische Lieferbedingungen für Bitumenemulsionen

Einzelnachweise

  1. Dünnschichtasphalt (Memento des Originals vom 12. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vsi-gmbh.de, VSI GmbH, abgerufen am 16. August 2012
  2. Dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise – DSK, Bitunova GmbH, abgerufen am 16. August 2012
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