St. Philippus und Jakobus (Ershausen)

Die römisch-katholische denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus steht in Ershausen, dem Kern-Ortsteil von Schimberg im Landkreis Eichsfeld in Thüringen. Die Pfarrgemeinde Ershausen mit den Filialgemeinden Bernterode und Martinfeld gehört zum Dekanat Dingelstädt im Bistum Erfurt.[1]

Innenansicht
St. Philippus und Jakobus

Geschichte

Eine e​rste Kirche i​m Ort w​ird bereits 1272 i​n einer Urkunde erwähnt. Sie w​ar der heiligen Walburga geweiht u​nd bestand vermutlich b​is ca. 1688, d​enn aus diesem Jahr i​st ein Vertrag z​um Neubau e​iner Kirche belegt. Es g​ab weitere Vorgängerbauten. Um 1905 entstanden e​rste Pläne, d​en letzten Vorgängerbau d​urch einen Neubau z​u ersetzen. Grund dafür w​ar der schlechte bauliche Zustand d​es Kirchengebäudes, d​er 1907 z​u dessen Abriss führte. Nach langer Planungszeit w​urde zwischen 1908 u​nd 1911 d​ie heutige Kirche gebaut u​nd 1912 geweiht. Der Kirchenneubau w​urde den Aposteln Philippus u​nd Jakobus geweiht. Bis h​eute wurden verschiedene Instandhaltungsmaßnahmen i​n der Kirche u​nd an d​en Außenanlagen vorgenommen, außerdem w​urde die Kirchenausstattung erneuert.

Baubeschreibung

Buntglasfenster
ganz linkes Chorfenster
linkes Chorfenster
rechtes Chorfenster

Die dreischiffige Basilika wurde nach einem Entwurf von Paschalis Gratze 1908-10 an Stelle eines Vorgängerbaus von 1564 erbaut. Das rechteckige, werksteinsichtige Langhaus, das mit einem schiefergedeckten Satteldach versehen ist, hat im Westen einen bündig vorgesetzten Kirchturm und einen polygonalen Schluss des Chores. Die Seitenschiffe sind über die halbe Tiefe der Seitenfronten des Turms gezogen. Die Haube des Turms ist mit einem Stehfalzdach bedeckt. Seit 2009 gibt es ein neues Geläut, das die alten Stahlglocken ersetzt. Der dreiachsige Wandaufbau ist durch Rundbogenfenster und Lisenen gegliedert. Am Chor und an den Seitenschiffen befinden sich Strebepfeiler. Der Innenraum ist von einem Gewölbe überspannt. Die Gurtbögen werden über Lisenen abgefangen, die mit einem verkröpften Gesims versehen sind.

Ausstattung

Die Orgel

Aus den Vorgängerbauten ist noch der Hochaltar mit der Kreuzigungsgruppe und Statuen des Philippus und des Jakobus von 1731 erhalten. Das Taufbecken über einem achtseitigem Postament und die Kuppa sind aus dem Jahr 1575. Ein Stein aus dem spitzbogigen Portal mit der Aufschrift 1564 befindet sich in der Kirche. Er wurde in einem Pfeiler in der Nähe der Kirche verbaut und dort zufällig entdeckt. Die Wangen der Kirchenbänke sind aus dem 18. Jahrhundert. Der Tabernakel und die Mensa wurden 1908 erneuert. Die Kanzel in Formen der Renaissance stammt aus dem 16. Jahrhundert. In runden, mit Beschlagwerk verzierten Nischen zwischen Säulen stehen Statuen von Bonifatius, Philippus, Jakobus sowie Christus Salvator. Die Orgel mit 21 Registern, verteilt auf 2 Manuale und Pedal, wurde um 1900 von einem unbekannten Orgelbauer hergestellt.[2]

Literatur

  • Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Thüringen. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2003, ISBN 3-422-03095-6.
Commons: St. Philippus und Jakobus (Ershausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Dekret über die Neuordnung der Dekanate im Bistum Erfurt
  2. Information zur Orgel

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