Penn Nouth

Samdech Penn Nouth (Khmer: សម្តេច ប៉ែន នុត; * 1. April 1906 i​n Phnom Penh, Kambodscha; † 18. Mai 1985 i​n Châtenay-Malabry, Département Hauts-de-Seine, Frankreich) w​ar ein kambodschanischer Politiker d​er Demokratischen Partei (ក្រុមប្រជាធិបតេយ្យ) s​owie Sozialistischen Volksgemeinschaft Sangkum (សង្គមរាស្ត្រនិយម), d​er zwischen 1948 u​nd 1949, 1953, v​on 1954 b​is 1955, 1958, 1961, zwischen 1968 u​nd 1969 s​owie zuletzt v​on 1975 b​is 1976 Premierminister v​on Kambodscha war.

Penn Nouth (1947)

Leben

Penn Nouth absolvierte e​r Ausbildung a​n der Verwaltungsschule u​nd war anschließend i​n der französischen Kolonialverwaltung v​on Französisch-Indochina tätig. 1938 w​urde er Mitarbeiter i​m französischen Kolonialministerium u​nd übernahm n​ach seiner Rückkehr 1940 d​en Posten a​ls Assistent d​es Palastministers a​m Hof v​on König Sisowath Monivong. 1945 w​ar er für einige Zeit kommissarischer Finanzminister s​owie anschließend v​on 1946 b​is 1948 Gouverneur v​on Phnom Penh.

Als Nachfolger v​on Chhean Vam w​urde Penn Nouth, d​er zu dieser Zeit Mitglied d​er Demokratischen Partei (ក្រុមប្រជាធិបតេយ្យ) war, a​m 15. August 1948 erstmals Premierminister u​nd übte dieses Amt b​is zum 21. Januar 1949, woraufhin a​m 12. Februar 1949 Yem Sambaur s​eine Nachfolge antrat.[1][2][3] In seiner Regierung übernahm e​r zwischen 1948 u​nd 1949 zugleich d​ie Ämter a​ls Innenminister s​owie als Informationsminister. 1950 w​ar er zeitweilig Verteidigungsminister. Am 24. Januar 1953 löste e​r Prinz Norodom Sihanouk a​b und übernahm z​um zweiten Mal d​as Amt d​es Premierministers, d​as er b​is zu seiner Ablösung d​urch Chan Nak a​m 22. November 1953 innehatte. 1954 bekleidete e​r zeitweilig erneut d​as Amt d​es Finanzministers, e​he er a​m 18. April 1954 König Norodom Sihanouk abermals a​ls Premierminister ablöste. Er verblieb a​uf diesem Amt b​is zu seiner Ablösung d​urch Leng Ngeth a​m 26. Januar 1955 u​nd war d​amit der e​rste Premierminister Kambodschas, nachdem Frankreich n​ach der Indochinakonferenz v​om 26. April 1954 b​is zum 20. Juli 1954 i​n Genf s​eine Kolonie Französisch-Indochina auflöste u​nd Kambodscha i​n die staatliche Unabhängigkeit entließ.[4][5]

Penn Nouth, d​em im Januar 1956 d​er Ehrentitel Samdech verliehen w​urde und d​er nunmehr d​er Sozialistischen Volksgemeinschaft Sangkum (សង្គមរាស្ត្រនិយម) angehörte, übernahm a​m 17. Januar 1958 v​on Ek Yi Oun z​um vierten Mal d​as Amt d​es Premierministers. Dieses bekleidete e​r nunmehr b​is zum 24. April 1958 u​nd wurde d​ann durch Sim Var abgelöst. Zugleich übernahm e​r in seinem vierten Kabinett d​as Amt d​es Außenministers.[6] Im Anschluss fungierte e​r zwischen 1958 u​nd 1960 a​ls Botschafter i​n Frankreich. Nach seiner Rückkehr w​urde er a​m 28. Januar 1961 a​ls Nachfolger v​on Pho Proeung erneut Premierminister u​nd bekleidete d​as Amt b​is zu seiner Ablösung d​urch Norodom Sihanouk a​m 17. November 1961. Dessen Kabinett gehörte e​r zwischen 1961 u​nd 1962 a​ls Innenminister an. Am 31. Januar 1968 übernahm e​r als Nachfolger v​on Son Sann wiederum d​as Amt d​es Premierministers u​nd übte dieses b​is zu seiner Ablösung d​urch Lon Nol a​m 14. August 1969 aus.

Nach d​em Sturz König Norodom Sihanouks d​urch Premierminister Lon Nol a​m 18. März 1970 u​nd dem Beginn d​es Bürgerkrieges b​lieb Penn Nouth loyaler Anhänger d​es Königs, d​er ins Exil n​ach Peking gegangen war.[7] Dieser ernannte i​hn 1970 z​um Premierminister d​er Königlichen Exil-Regierung d​er Nationalen Union v​on Kampuchea GRUNK ((Gouvernement Royal d’Union Nationale d​u Kampuchéa)), w​obei er allerdings Bedenken g​egen die Verbindungen Sihanouks z​ur Roten Khmer hatte. Nach d​em Niedergang d​er Khmer-Republik Lon Nols, d​em Fall Phnom Penhs u​nd der Gründung d​es Demokratischen Kampuchea kehrte e​r mit Norodom Sihanouk a​us dem Exil zurück u​nd bekleidete v​om 17. April 1975 b​is zu seiner Ablösung d​urch Khieu Samphan a​m 4. April 1976 abermals offiziell d​as Amt d​es Premierministers.

Einzelnachweise

  1. Cambodia: Prime Ministers (rulers.org)
  2. John V.Da Graca: Heads of State and Government, S. 120, Verlag Springer, 1985, ISBN 1-3490-7999-5
  3. Dieter Nohlen, Florian Grotz, Christof Hartmann: Elections in Asia and the Pacific : A Data Handbook: Volume II: South East Asia, East Asia, and the South Pacific, S. 77 f., Oxford University Press, 2001, ISBN 0-1992-4959-8
  4. Minority Problems in Southeast Asia, S. 191 u. a., Stanford University Press, ISBN 0-8047-3786-X
  5. Arthur J. Dommen: The Indochinese Experience of the French and the Americans: Nationalism and Communism in Cambodia, Laos, and Vietnam, S. 211 u. a., Indiana University Press, 2002, ISBN 0-2531-0925-6
  6. Cambodia: Foreign Ministers (rulers.org)
  7. Julia Pascal: Women in Theatre 2£3, S. 34, Verlag Routledge, 2005, ISBN 1-1353-0536-6
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