Palais Toggenburg

Das Palais Toggenburg (noch 1888 n​ach den Vorbesitzern Palais Sarnthein genannt,[1] Hausnummer Franziskanergasse 2) i​st eines d​er herrschaftlichsten Häuser i​n Bozen m​it einem ausgedehnten Park. Es befindet s​ich am Beginn d​er Runkelsteiner Straße u​nd steht s​eit 1951 u​nter Denkmalschutz. Als d​as Land v​on den Franzosen bedroht wurde, trafen s​ich 1796 h​ier die Tiroler Landstände z​um Herz-Jesu-Schwur.

Palais Toggenburg (Eingang zum Park)
Palais Toggenburg (Südwestansicht)

Das Haus war ursprünglich Gerichtssitz der Herren von Wangen. Später kam es zuerst in den Besitz der Herren von Völs und dann jener von Wolkenstein[2]. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es von der reichen Bozner Kaufmannsfamilie Menz erworben. Annette von Menz ließ das ganze Haus im Empirestil umgestalten und einen großen, zweigeschossigen Saal mit Galerie bauen. Hier wurde der wichtigste städtische Musiksalon des 19. Jahrhunderts eingerichtet. Der Saal wurde zum Treffpunkt für in- und ausländische Komponisten wie zum Beispiel Johann Gänsbacher. Die Menz'sche Bibliothek umfasst eine umfangreiche Sammlung von Operndrucken sowie Belege von Abrechnungen mit Orchestermusikern und Gesangssolisten, die im Palais Menz in der Mustergasse aufgetreten waren.[3] Im Erbwege über die gräfliche Familie Sarnthein[4][5] ging das Palais auf die ursprünglich aus Graubünden stammenden, nach Tirol gekommenen Grafen von Toggenburg über.[6] An der östlichen Außenmauer wurde am 1. Juni 1896 zur Erinnerung an die Weihe des Landes Tirol an das Herz Jesu eine von Andreas Kompatscher geschaffene Gedenktafel angebracht. Darauf steht:

„In diesem Hause h​at der Landschaftliche Congress a​m 1. Juni 1796 i​n schwerer Zeit d​en Bund Tirols m​it dem göttlichen Herzen Jesu beschlossen, welcher unserem Volke seinen unvergaenglichen Kriegsruhm s​owie gesegnete Friedensjahre brachte. Errichtet a​m 1. Juni 1896 d​urch Virginie Graefin v. Toggenburg geborne Graefin v. Sarnthein.[7]

Im Palais Toggenburg finden regelmäßig Kulturveranstaltungen statt.[8][9]

Commons: Palais Toggenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts

Einzelnachweise

  1. Report vom Begräbnis des Georg von Toggenburg in den „Innsbrucker Nachrichten“ d.d. 15. März 1888
  2. Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols. Band 2, 7. Auflage, Athesia/Tyrolia Bozen/Innsbruck 1991, S. 91
  3. Bozen. Wege durch Theater, Film und Schauspiel (PDF; 2,0 MB)
  4. T. O. Weigel: Deutsche Grafen-Haeuser der Gegenwart. Band 2, Leipzig 1853, S. 346 f.
  5. Südtiroler Landesarchiv, Adels-, Familien- und Hausarchive: Archiv Toggenburg
  6. Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Bolzanos. Österreichische Verlagsgesellschaft, Wien/Augsburg 1926, S. 177
  7. Bruno Mahlknecht: Die Gedenktafel am Palais Toggenburg. In: Bozen durch die Jahrhunderte, Bd. 2. Bozen 2006, ISBN 88-6011-021-1, S. 164–145
  8. Das Europäische Jugendorchester im Park des Palais Toggenburg (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)
  9. Palais Talks

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