Oberströbl

Oberströbl i​st ein Ortsteil d​es bayerischen Marktes Waidhaus i​m Landkreis Neustadt a​n der Waldnaab i​m Regierungsbezirk Oberpfalz.

Oberströbl
Markt Waidhaus
Höhe: 507 m ü. NN
Postleitzahl: 92726
Vorwahl: 09652

Geographische Lage

Oberströbl l​iegt etwa z​wei Kilometer östlich v​on Waidhaus a​m Westufer d​es Rehlingbaches (tschechisch: Hraniční Potok = Grenzbach), d​er hier d​ie deutsch-tschechische Grenze bildet. Auf d​er gegenüberliegenden Uferseite a​uf tschechischem Gebiet l​iegt die ehemalige Dorfstelle Ströbl. Etwa e​inen Kilometer nördlich v​on Oberströbl ebenfalls a​m Ufer d​es Rehlingbaches befand s​ich die Speckermühle, d​ie jetzt verfallen ist. Ströbl u​nd die Speckermühle gehörten früher z​u Oberströbl. Ungefähr 500 Meter südlich v​on Oberströbl überquert d​ie Autobahn A6 d​en Rehlingbach u​nd die tschechische Grenze. Der Rehlingbach fließt östlich v​on Reichenau entlang d​er tschechischen Grenze v​on Norden n​ach Süden u​nd mündet b​ei Pfrentschweiher i​n die Pfreimd, d​ie dort n​och Katharinabach heißt.[1]

Geschichte

Der Ströblhammer, östlich des Rehlingbaches gelegen, wird 1322 erstmals genannt unter dem Namen Reichlieb. Von diesem geht er an den Besitzer Ströbel, der ihn 1479 an den Hammermeister Mayer gibt, wonach er dann Mayer-Hammer und später Mayerhof genannt wird.[2]

Am Platz d​er verfallenen Speckermühle befand s​ich einst d​er Eisenhammer Oberströbl.[3]

Im 18. Jahrhundert gehörte Oberströbl z​u Waidhaus, Landkreis Vohenstrauß, u​nd bestand a​us Ströbl u​nd der Speckermühle.[4]

1808 wurden Steuerdistrikte gebildet. Die Speckermühle (= Oberströbl) gehörte zusammen mit dem Dorf Frankenreuth, dem Weiler Reichenau und den Einöden Kühmühle und Richterhaus und dem Dorf Waidhaus zum Steuerdistrikt Waidhaus. Der Steuerdistrikt Waidhaus gehörte zum Landgericht Vohenstrauß.[5]

Aus den Steuerdistrikten entstanden Märkte, Ruralgemeinden und Dorfgemeinden. 1821 gehörte die Speckermühle (= Oberströbl) mit zwei Familien zur Dorfgemeinde Waidhaus. Außerdem gehörten zur Gemeinde Waidhaus die Einöden Richterhaus und Hörlmühle mit jeweils zwei Familien, der Weiler Reichenau mit 9 Familien und das Dorf Waidhaus selbst mit 147 Familien.[6]

Auf einer historischen Karte von 1830 bis 1840 ist Oberströbl westlich des Rehlingbaches eingezeichnet. Etwas südlich davon eine Schleifmühle. Noch weiter südlich östlich des Rehlingbaches Ströbel und südlich davon eine weitere Schleifmühle.[7]

Eine andere historische Karte 1808–1864 z​eigt die Speckermühle a​uf dem Westufer u​nd Ströbl a​uf dem Ostufer.[8]

1867 h​atte Oberströbl (Speckermühle) s​echs Gebäude u​nd 17 Einwohner. Es gehörte z​ur Gemeinde Waidhaus. Zur Gemeinde Waidhaus gehörten z​u dieser Zeit d​ie Ortsteile Waidhaus, Birkenlohe, Buchen, Bucher, Forsthaus, Frankenreuth, Grafenau, Hörlmühle, Kühmühle, Oberströbl (= Speckermühle), Pfälzerhof, Reichenau, Richterhaus (= Hermannsbach) u​nd Ziegelhütte.[9]

Ab 1939 gehörten z​ur Gemeinde Waidhaus d​ie Ortsteile Birklohe, Forsthaus, Frankenreuth, Grafenau, Hörlmühle, Kühmühle, Marxmühle, Oberströbl (= Speckermühle u​nd Ströbl), Ödkührieth, Papiermühle, Pfälzerhof, Reichenau u​nd Ziegelhütte.[10]

Religion

Oberströbl gehört zur Pfarrei St. Emmeram Waidhaus und zum Dekanat Leuchtenberg. 1838 hatte die Speckermühl (Oberströbl) zwei Häuser und 18 Katholiken. Sie war zu 100 % katholisch und gehörte zur Pfarrei Waidhaus.[11] 1913 hatte Ströbl ein Haus und 10 Katholiken und die Speckermühle ein Haus und 6 Katholiken. Auf dem Gebiet der Pfarrei Waidhaus wohnten zu dieser Zeit 1653 Katholiken, 8 Protestanten und 16 Juden.[12] 1990 lebten in Oberströbl 9 Katholiken. Die Einwohner der Pfarrei Waidhaus waren zu dieser Zeit zu 95,39 % katholisch.[13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Nördlich von Oberströbl befindet sich das Schlachtfeld auf dem die Schlacht im Jahr 1621 zwischen dem kaiserlichen Heer unter dem Heerführer Tilly und dem pfälzischen Söldnerheer Ernst von Mansfelds während des Dreißigjährigen Krieges stattfand. Hier sind noch Reste der Mansfeldischen Schanzen zu sehen.[14][15][16]

Tourismus

In Oberströbl g​ibt es e​inen Gasthof m​it Übernachtungsmöglichkeit.[17]

Einzelnachweise

  1. Fritsch Wanderkarte Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, Maßstab 1 : 50.000
  2. Karlmann Pöhnl: Die Eisenerzgruben von Eisendorf. In Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler, Eichstätt 1967, S. 642, 643
  3. http://geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_374164.pdf
  4. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 121
  5. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 211
  6. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 218
  7. http://bvbm1.bib-bvb.de/view/action/singleViewer.do?dvs=1445550974870~618&locale=de_DE&VIEWER_URL=/view/action/singleViewer.do?&DELIVERY_RULE_ID=35&x=2781&y=5692&res=2&frameId=1&usePid1=true&usePid2=true
  8. http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?bgLayer=historisch&X=5501790.07&Y=4537750.24&zoom=12&lang=de&topic=ba&catalogNodes=122
  9. Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon., Band 5, München 1867, Literarisch-artistische Anstalt der J.G. Cotta'schen Buchhandlung, S. 806, online: Statistisches Handbuch Bayern, 1867
  10. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 226
  11. Joseph Lipf (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag Friedrich Pustet, 1838, S. 169, online: Matrikel Regensburg 1838: Waidhaus
  12. Bistum Regensburg (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. hrsg. i. A. Sr Exzellenz des Hochwürdigsten Herrn Bischofs Dr. Antonius von Henle vom Bischöflichen Ordinariate Regensburg. Regensburg 1916, S. 335 (Digitalisat).
  13. Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 760
  14. http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?bgLayer=tk&X=5501772.00&Y=4537980.21&zoom=10&lang=de&topic=ba&catalogNodes=122
  15. http://www.waidhaus.de/rathaus-info/geschichte/@1@2Vorlage:Toter+Link/www.waidhaus.de (Seite+nicht+mehr+abrufbar,+Suche+in+Webarchiven) Datei:Pictogram+voting+info.svg Info:+Der+Link+wurde+automatisch+als+defekt+markiert.+Bitte+prüfe+den+Link+gemäß+Anleitung+und+entferne+dann+diesen+Hinweis.+
  16. http://www.mittelbayerische.de/bayern/die-letzten-spuren-des-schanzenkrieges-21704-art1163598.html
  17. http://www.roemmererhaeusl.de/
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