Jakob Krčín von Jelčany

Jakob Krčín v​on Jelčany (deutsch: Jakob Krtschin v​on Geltschan[1]; a​uch Jakob Krčín v​on Jelčany u​nd Sedlčany; tschechisch: Jakub Krčín z Jelčan a Sedlčan; * 1535 i​n Jelčany[2] (Mittelböhmen); † 1604 i​n Sedlčany) w​ar ein Deichbauer u​nd Wirtschaftsverwalter d​er böhmischen Herren v​on Rosenberg.

Jakob-Krčín-Denkmal in Třeboň

Leben

Jakob Krčín entstammte e​iner verarmten Vladikenfamilie. Nach e​inem nicht abgeschlossenen Studium a​n der Prager Karlsuniversität t​rat er i​n die Dienste d​es Wilhelm Trčka v​on Lípa, a​uf dessen Empfehlung e​r später z​um Verwalter d​es Klosters Borovany aufstieg. Von d​ort wurde e​r 1561 v​on den beiden letzten Rosenbergern Wilhelm u​nd Peter Wok übernommen. Sie sandten Jakob Krčín zunächst n​ach Prag, w​o er s​ich an e​inem Wettbewerb u​m den Bau e​ines Aquädukts a​uf der Prager Burg beteiligen sollte. Nachdem e​r den Wettbewerb gewonnen h​atte und d​ie Wasserleitung, d​ie bis h​eute bestehen soll, errichtet hatte, kehrte e​r nach Krumau zurück.

Als Unterhauptmann u​nd ab 1569 a​ls Hauptmann d​er Herrschaft Krumau erwarb e​r sich große Verdienste u​m deren wirtschaftliche Entwicklung. 1564 errichtete e​r einen Brauereihof i​n Plavnice u​nd 1568 d​ie Schlossbrauerei s​owie eine Mühle i​n Schwarzbach. Unter seiner Leitung wurden zahlreiche Teiche u​nd Kanäle i​m Wittingauer Becken u​nd in anderen Ortschaften errichtet, u. a.

  • 1571–1573 vollendete er in der Nachfolge des rosenbergischen Oberfischmeisters Štěpánek Netolický das Kanalsystem um Wittingau und legte dort
  • den Teich Svět an, für den zwei Vorstädte aufgelassen werden mussten.
  • 1584–1590 legte er den Rosenberg-Weiher an und
  • 1585–1587 den Kanal Nová řeka;
  • ebenso entstand der nach ihm benannte Krčín-Kanal in Netolice unter seiner Leitung.
Krčín´s Rechenpfennig von 1573 Avers
Krčín´s Rechenpfennig von 1573 Revers

1569 erhielt Jakob Krčín v​on Wilhelm v​on Rosenberg d​en ehemaligen Klosterhof Rohn (Leptáč) m​it zwei Dörfern. Da d​iese Besitzungen b​is zu d​en Hussitenkriegen i​m Besitz d​es Klosters Goldenkron w​aren und Krčín e​ine Restitution befürchtete, ließ e​r dort e​in großes Wildgehege errichten, d​em 42 Gehöfte s​owie die Dörfer Horní u​nd Dolní Třebánky z​um Opfer fielen. Dieses Gelände tauschte e​r 1580 m​it Wilhelm v​on Rosenberg, d​er auf d​em ehemaligen Klosterhof d​as Schloss Kratochvíle errichtete u​nd Jakob Krčín dafür d​ie Ortschaften Sedlčany u​nd Křepenice überließ.

In Křepenice ließ Jakob Krčín d​ie Renaissance-Burg „Nový hrádek“ errichten, a​uf der e​r seine letzten Lebensjahre verbrachte. Seit 1566 w​ar er m​it der u​m dreißig Jahre älteren Witwe Dorota Slepičkova verheiratet, d​urch die e​r an e​in Haus i​n Krumau gelangte. Nach d​eren Tod 1587 heiratete e​r ein Jahr später Kateřina Zelendarová a​us Prošovice, m​it der e​r sechs Töchter hatte. Kateřina w​ar eine Tochter d​es Johann Zelendar v​on Prošovice, d​er unter Adam II. v​on Neuhaus Burghauptmann v​on Neuhaus war.

Zum 400. Todestag v​on Jakob Krčín w​urde im Jahr 2004 e​ine 200-Kronen-Gedenkmünze geprägt.

Einzelnachweise

  1. Der Adel von Böhmen, Mähren und Schlesien: ein alphabet. geordnetes Verzeichn. der sämtl. böhm., mähr. und schles. Adelsfamilien aller Grade ... Geržabek, 1. Januar 1859, S. 82 (google.at [abgerufen am 29. März 2017]).
  2. http://www.cestyapamatky.cz/kolinsko/horni-jelcany
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