Heinrich Kerkring (1610–1693)

Heinrich Kerkring (* 1610 i​n Lübeck; † 23. Mai 1693 ebenda) w​ar ein deutscher Ratsherr d​er Hansestadt Lübeck.

Epitaph Heinrich Kerkring

Leben

Kerkring entstammte e​iner jüngeren Linie d​er in Lübeck s​eit dem Mittelalter ratssitzenden Familie Kerkring. Er studierte a​b 1627 Rechtswissenschaften a​n den Universitäten Rostock,[1] Königsberg u​nd Groningen. Nach d​em Studium bereiste e​r England u​nd Frankreich. 1643 w​urde er Mitglied d​er patrizischen Zirkelgesellschaft i​n Lübeck. Er w​urde 1654 z​um Ratsherrn gewählt u​nd 1671 i​m Lübecker Rat z​um Bürgermeister bestimmt.

Als Ratsherr vertrat e​r die Stadt mehrfach a​ls Gesandter. So w​ar er 1658 b​ei König Karl X. Gustav v​on Schweden während seines Aufenthaltes i​n Schleswig-Holstein, 1659 i​n Vertretung Lübecker Schifffahrtsinteressen a​m Hof v​on Kopenhagen. 1660 w​ar er b​ei dem General Raimondo Montecuccoli, d​er mit d​en kaiserlichen Truppen i​n den Vierlanden Quartier genommen hatte.

Kerkring w​ar Kirchenvorsteher d​er Jakobikirche, gestattete a​ber der Reformierten Gemeinde Lübecks i​n seinem Sommerhaus v​or dem Holstentor i​hre Gottesdienste abzuhalten.

In erster Ehe w​ar er s​eit 1632 verheiratet m​it Elisabeth, geb. Plönnies, verwitwete Meding. In zweiter Ehe heiratete e​r 1672 Anna, geb. von Stiten, d​ie Witwe d​es gleichnamigen Ratsherrn Heinrich Kerkring († 1670).[2]

Sein Epitaph i​n der Lübecker Marienkirche m​it seinem bereits 1676 gefertigten Vollporträt v​on Godfrey Kneller w​urde bei Luftangriff a​uf Lübeck 1942 zerstört.

Schriften

  • Verzeichnuß von denen Adelichen Familien der Zirckel-Gesellschafft in Lübeck, Was es mit denen vor eine Bewandtnuß, wie sie in diese kayserl. Freye Reichs-Stadt Lübeck gekommen; Was sie daselbst gemachet; auch wie sie endlich wieder abgegangen; also das n ur etzliche wenig nachgeblieben; Allen noch Hinterstelligen zur Nachricht, daß weil sie nachgerade auch abgehen und geringer werden, sie noch einige Wissenschaft davon haben mögen. Moritz Schmalhertz, Lübeck 1689

Literatur

Einzelnachweise

  1. Eintrag im Rostocker Matrikelportal.
  2. Siehe den Stammbaum Kerkring bei Anton Fahne: Die Herren und Freiherren v. Hövel nebst Genealogie der Familien, aus denen sie ihre Frauen genommen, (Geschichte von hundert rheinischen, westphälischen, niederländischen und anderen hervorragenden Geschlechtern), Band 1.2, Geschichte und Genealogie derjenigen Familien, aus denen die Herren von Hövel ihre Frauen genommen haben, Cöln 1860. (Digitalisat des Göttinger Digitalisierungszentrums), Tafel V
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