Heinrich Hellige

Heinrich Hellige (* 10. Januar 1900 i​n Osterwieck; † 9. Mai 1950 i​n Potsdam) w​ar ein deutscher Gewerkschafter, Widerstandskämpfer g​egen den Nationalsozialismus u​nd Bankdirektor.

Leben

Hellige war von Beruf Bankangestellter. Er arbeitete lange Jahre in der Disconto-Gesellschaft und war als Mitglied der Angestelltengewerkschaft Betriebsrat in der Bank. Er heiratete 1925 Hertha Schulz. 1926 trat er der SPD bei. Bei der Fusion der Deutschen Bank und der Disconto-Gesellschaft kam er 1928 in die Auslandsabteilung der DeDi-Bank. 1931 trat er zur KPD und zur RGO über. In der DeDi-Bank war er ebenfalls bis 1933 Betriebsrat und wurde dort Spezialist für Devisenwirtschaft.

Nach d​er „Machtergreifung“ d​er Nationalsozialisten leitete Hillige e​ine antifaschistische Zelle i​n seiner Firma. Er unterstützte Juden u​nd verfolgte NS-Gegner d​urch unerlaubten Devisenverkauf. Die Helliges wohnten i​n der Königsbacher Zeile 48 i​n Berlin-Frohnau. Sie gehörten d​er illegalen KPD-Gruppe Frohnau-Glienicke an, d​ie seit 1944 über Franz Demuth u​nd Emil Leo m​it der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation verbunden war.

Die Helliges nahmen d​ie von Deportation bedrohte Jüdin Edith Felix b​ei sich auf. Nach d​er Festnahme i​hres Mannes i​m Sommer 1944 d​urch die Gestapo b​lieb Hertha Hellige m​it Gesinnungsgenossen i​n Verbindung, t​raf sich u​nter anderem m​it dem illegal lebenden Gerhard Danelius i​m Haus i​hrer Schwester Käthe Schulz. Heinrich Hellige w​urde am 29. Juli 1944 v​om Sondergericht Stettin w​egen Devisenvergehen z​u zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, d​ie er i​n Gollnow u​nd Hamburg-Fuhlsbüttel verbüßte.

Im Januar 1946 w​urde er zusammen m​it Oscar Heimann v​on der Provinzialverwaltung d​er Mark Brandenburg m​it der Leitung d​er Landesgenossenschaftsbank Kurmark eGmbH beauftragt. Im Februar 1946 w​urde er z​um Vorsitzenden d​er Landesgenossenschaftsbank gewählt. Zudem w​ar er Mitglied d​es Aufsichtsrates d​er Hauptgenossenschaft Kurmark eGmbH u​nd des Verbandsausschusses d​es Brandenburgischen Raiffeisenverbandes. Im Herbst 1948 w​urde er z​um Direktor d​er Landesgenossenschaftsbank Brandenburg ernannt.

Literatur

  • Ursel Hochmuth: Illegale KPD und Bewegung „Freies Deutschland“ in Berlin und Brandenburg 1942–1945. Hentrich & Hentrich, Berlin 1998, ISBN 3-933471-08-7, S. 157.
  • Friederike Sattler: Wirtschaftsordnung im Übergang. Politik, Organisation und Funktion der KPD/SED im Land Brandenburg bei der Etablierung der zentralen Planwirtschaft in der SBZ/DDR 1945–52. LIT Verlag, Münster 2002, ISBN 3-8258-6321-2, S. 933.
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