Haus Temminghoven

Haus Temminghoven (auch Knippenbergs-Hof) w​ar eine mittelalterliche Wasserburg i​m heutigen Duisburger Stadtteil Neumühl, Stadtbezirk Hamborn.

Haus Temminghoven
Staat Deutschland (DE)
Ort Neumühl (Duisburg)
Burgentyp ehem. Wasserburg
Erhaltungszustand Nicht mehr erhalten
Geographische Lage 51° 29′ N,  49′ O
Haus Temminghoven (Nordrhein-Westfalen)

Geschichte

Haus Temminghoven l​ag mitten i​n einer Flussschlinge d​er alten Emscher a​n der Grenze zwischen Oberhausen u​nd Duisburg. Früher gehörte e​s zu d​em seit 1886 z​u Oberhausen gehörenden Ort Buschhausen.

Erste urkundliche Erwähnung findet d​as Haus i​m Jahr 1292 (Thymichaven). Seit spätestens 1372 w​ar es e​in Lehen d​er Grafen v​on Kleve, i​m 17. Jahrhundert d​ann Lehnsgut d​es preußischen Kurfürsten. Im Jahr 1734 besaß Temminghoven 24 holländische Morgen. Außerdem gehörten d​er Hof Buschmann s​owie die Buschhäuser Katen Wittmann, Winter, Vorgenholt u​nd Katermann z​u Temminghoven.[1] Außerdem w​ar mit Haus Temminghoven d​as Jagdrecht i​n der Bauerschaft Buschhausen verbunden; allerdings musste s​ich der Besitzer v​on Temminghoven dieses m​it den Besitzern v​on Haus Averhaus u​nd der Abtei Hamborn teilen.[2]

Eine klevische Katasterkarte v​on 1727 z​eigt Haus Temminghoven a​ls ein v​on Wassergräben umgebenes Gut m​it vier Gebäuden. Die Anlage w​ar über z​wei Brücken z​u erreichen. Die Wassergräben wurden a​us der Emscher gespeist.

Besitzer d​es Hauses w​aren unter anderem:

  • 1292: Nikolaus von Temminghoven (de Theminghaven), der 1303 eine Tochter im Kloster Duissern hatte.[3][4] Eine Nesa van Tempmynghaven (Agnes von Temminghoven) war 1402 Meisterin der Franziskanerinnen in Duisburg.[5] Noch 1414/1415 erscheint in den Duisburger Stadtrechnungen ein von Temminghoven (Tymmynchoff; ohne Vorname) als Zahlungsempfänger.[6]
  • Im 15. Jahrhundert: Angehörige der Geschlechter Romswinkel und Ovelacker
  • Ende des 15. Jahrhunderts: Elbert von Hanxleden zu Haus Temminghoven und Haus Knipp
  • 1530: Johann van der Eyck
  • Ab 1. Juli 1547: Elbert von Wrede zu Temminghoven, Schulte zum Beecker Oberhof
  • Ab 1579: Familie von der Knippenburg (inkl. Konrad von der Knippenburg (1710)). Temminghoven wurde daher auch Knippenbergs-Hof genannt.
  • Anfang des 18. Jahrhunderts: Ludwig Lindgens zu Temminghoven
  • 1770: Johann Lindgens von Gut Temminghoven heiratete Margaretha Beekmann[7]

1848 übernahm Ludwig Lindgens, Sohn v​on Friedrich Lindgens u​nd Anna Lindgens geb. Läppchen, d​as Haus Temminghoven v​on seinem Vater. Ludwig tauschte d​as Haus g​egen die Neumühler Mühle a​n der Emscher i​n Hamborn.

Im Zweiten Weltkrieg w​urde Haus Temminghoven zerstört u​nd nach Kriegsende a​ls Hofanlage weiter nördlich n​eu errichtet. Diese a​n der Baldhausstr. 30 gelegenen Gebäude wurden 1976 abgerissen.[8] Noch h​eute ist e​in ca. e​in Meter hoher, langovaler Hügel m​it einer Einsenkung i​n der Mitte i​m Gelände z​u erkennen. Der Hügel deutet darauf hin, d​ass die Anlage ursprünglich e​ine Turmhügelburg bzw. Motte war.

Literatur

  • Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg, Bd. 2: Die Ortsteile von den Anfängen; Die Gesamtstadt seit 1905. Verlag Braun, Duisburg 1974, Seiten 23, 135, 162, 213 und 215, ISBN 3-87096-101-5.[9]
  • Kai Thomas Platz: Die archäologischen Aktivitäten in Duisburg, Stadtbezirk 2. In: Kai Thomas Platz (Hrsg.): Dispargum. Band 2. 2017. Jahresberichte der Duisburger Stadtarchäologie, Verlag Dr. Faustus, Büchenbach 2018, S. 207–246 (zu Haus Temminghoven: S. 226–228), ISBN 978-3-946387-16-9.

Einzelnachweise

  1. Ludger Horstkötter: Urkundenbuch der Abtei Hamborn. Mit Übersetzung und Kommentar, Bd. 2, Münster 2008, S. 919.
  2. Freunde der Piblizität und der Staatskunde (Hrsg.): Neueste Staatsanzeigen. Bd. 1, Hefte 1–4, Germanien 1797, S. 51 (Google Bücher).
  3. Ludger Horstkötter: Urkundenbuch der Abtei Hamborn. Mit Übersetzung und Kommentar, Bd. 1: (1139-1467). Verlag Monsenstein & Vannerdat, Münster 2008, S. 83, ISBN 978-3-86582-774-6 (1 CD-ROM).
  4. Günter von Roden: Die Zisterzienserinnenklöster Saarn, Duissern, Sterkrade. In: Germania Sacra, Neue Folge Bd. 18, Erzbistum Köln Bd. 4, Berlin, New York 1984, S. 130 (Google Bücher).
  5. Hans Schubert: Urkundenbuch und Erläuterungen zur Geschichte der Stadt Mülheim a. d. Ruhr, Bonn 1926, S. 188, Nr. 198.
  6. Margret Mihm, Arend Mihm: Mittelalterliche Stadtrechnungen im historischen Prozess - Die älteste Duisburger Überlieferung (1348-1449), Bd. 1 (Untersuchungen und Texte), Köln 2007, S. 418.
  7. Roden (1974), S. 151.
  8. Ludger Horstkötter: Urkundenbuch der Abtei Hamborn. Mit Übersetzung und Kommentar, Bd. 2, Münster 2008, S. 639.
  9. Die Basis dieses Buch bildet: Heinrich Averdunk, Walter Ring: Geschichte der Stadt Duisburg. Baedeker, Essen 1949.
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