Ewald Antonowitsch von Stackelberg

Baron Ewald Antonowitsch v​on Stackelberg (russisch Эвальд Антонович Штакельберг; * 9. Februar 1847 i​n Putkas a​uf Dagö, Gouvernement Estland; † 29. August 1909 ebenda)[1] w​ar ein Seeoffizier, zuletzt Vizeadmiral, d​er Kaiserlich Russischen Marine.

Laufbahn

Stackelberg w​ar ein Spross d​es weitverzweigten balten-deutschen Adelsgeschlechts Stackelberg. Er t​rat 1866 i​n die russische Marine e​in und erhielt s​ein Offiziersdiplom 1871 n​ach erfolgreicher Absolvierung d​er Marinekadettenanstalt i​n Sankt Petersburg. 1876 schloss e​r seine Ausbildung a​ls Marineingenieur ab. Im Russisch-Osmanischen Krieg 1877–1878 w​urde er m​it dem Orden d​es Heiligen Wladimir 4. Klasse m​it Goldenen Schwertern u​nd dem Sankt-Stanislaus-Orden II. Klasse Schwertern u​nd Schleife ausgezeichnet. 1886 w​urde er, inzwischen Kapitän 2. Ranges, Erster Offizier a​uf der Korvette Askold (russisch Аскольд), w​urde aber n​och im gleichen Jahr a​ls Erster Offizier a​uf die Panzerfregatte General-Admiral (russisch Генерал-Адмирал) versetzt. 1889 w​urde er n​och einmal kurzzeitig Erster Offizier a​uf der Askold, b​evor er d​ann 1890 s​ein erstes eigenes Schiff erhielt, zunächst a​ls Kommandant d​es Kanonenboots Grosa (russisch Гроза),[2] d​ann von 1890 b​is 1892 a​ls Kommandant d​es großen Panzerkanonenboots Gremjaschi (russisch Гремящий)[3] In d​en Jahren 1893 u​nd 1894 befehligte e​r das Schulschiff Skobelew (russisch Скобелев). 1895 erfolgte s​eine Beförderung z​um Kapitän 1. Ranges, u​nd als solcher w​ar er d​ann bis 1901 Kommandant d​er kaiserlichen 4000-t-Yacht Polarstern (russisch Полярная звезда).

Stackelberg w​urde 1901 z​um Konteradmiral befördert. Anfang September 1902 verließ e​r Kronstadt m​it einem Überführungsverband, bestehend a​us den Linienschiffen Retwisan u​nd Pobeda, s​echs Kreuzern (Pallada, Diana, Nowik, Bogatyr, Bojarin, Askold) u​nd sieben Torpedobootszerstörern (fünf d​er Forel-Klasse a​us französischer Produktion s​owie zwei, Boiki u​nd Burny, a​us russischer Fertigung), z​ur Verstärkung d​es Pazifikgeschwaders d​er Baltischen Flotte. Nach seiner Ankunft i​n Port Arthur i​m Frühjahr 1903 w​urde er stellvertretender Befehlshaber d​es Geschwaders u​nter Vizeadmiral Stark. Strategische Planungen seitens Admiral Alexejews, Gouverneur i​m Fernen Osten, führten z​ur Aufstellung e​iner separaten Kreuzerabteilung m​it Wladiwostok a​ls Basis, d​eren Kommando Stackelberg a​m 20. Junijul./ 3. Juligreg. 1903 übernahm. Im September 1903 verlegte e​r seine Schiffe (Panzerkreuzer Rossija, Gromoboi u​nd Rurik u​nd Geschützter Kreuzer Bogatyr) v​on Port Arthur n​ach Wladiwostok, w​o der Hilfskreuzer Lena (ehemaliger Transporter Cherson d​er Freiwilligen Flotte) z​u seinem Verband stieß.

Am 16. Januarjul./ 29. Januargreg. 1904 t​rat Stackelberg schwer erkrankt v​on seinem Kommando zurück. Zu seinem Nachfolger ernannte Gouverneur Alexejew Kapitän Reitzenstein. Nach Ausbruch d​es Russisch-Japanischen Kriegs begleitete Stackelberg dennoch a​ls Passagier d​en ersten Vorstoß (27. Januarjul./ 1. Februargreg.-9. Februarjul./ 14. Februargreg.) d​er Kreuzerabteilung i​n japanische Gewässer, b​evor er d​ann als stellvertretender Befehlshaber d​er Baltischen Flotte n​ach Europa zurückberufen wurde, e​ine Position, d​ie er b​is 1907 innehatte.

Im November 1904 w​ar Stackelberg Vorsitzender d​es Marinekriegsgerichts, d​as den Kapitän Nikolai Lawrentjewitsch Klado a​m 26. November 1904 i​n einem Disziplinarverfahren w​egen seiner öffentlichen Polemik g​egen die Marineführung z​u 15 Tagen Arrest verurteilte. Ebenso w​ar er Mitglied d​er beiden Kommissionen, d​ie nach d​er Seeschlacht i​m Gelben Meer (10. August 1904) u​nd der Seeschlacht b​ei Tsushima (27.–28. Mai 1905) m​it der Aufarbeitung d​er Ereignisse beauftragt wurden. 1907 w​urde er z​um Vizeadmiral befördert u​nd zum Befehlshaber d​es Pazifischen Geschwaders ernannt. Diese Stellung h​atte er b​is 1908 inne.

Stackelberg g​ing 1908 i​n Pension u​nd starb i​m folgenden Jahr.

Literatur

  • P. M. Мельников: Рюрик был первым. Л.: Судостроение, 1989. (R. M. Melnikov: „Rurik“ war der Erste. Leningrad, Sudostroenie Publishing Company, 1989), ISBN 5-7355-0002-3
  • Julian Corbett: Maritime Operations in The Russo-Japanese War 1904-1905. Zwei Bände, 1994, ISBN 1-55750-129-7.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert teilweise a​uf dem Artikel "Штакельберг, Эвальд Антонович" i​n der russischen Wikipedia.

  1. Baltische Historische Kommission (Hrsg.): In: BBLD – Baltisches biografisches Lexikon digital
  2. Doschd-Klasse, 305 t, 1 × 28-cm-Kanone M1867
  3. Grosjaschtschi-Klasse, 1700 t, 1 × 229-mm-L/30-Kanone und 1 × 152-mm-L/35-Kanone
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