Avio Linee Italiane

Die Avio Linee Italiane (ALI) w​ar eine Fluggesellschaft a​us Italien. Die Gesellschaft führte Linienflüge i​m Inland u​nd ins europäische Ausland durch.

Geschichte

Die Avio Linee Italiane w​urde 1926 a​ls Teil d​es Fiat-Konzerns gegründet. Im August 1934 entging s​ie als einzige Fluggesellschaft d​er durch staatliche Order veranlassten Zusammenlegung a​ller italienischen Fluggesellschaften z​ur Ala Littoria.

Ab 1936 wurden drei der vom Eigner Fiat Aviazione gebauten Fiat G.18 eingesetzt, die sehr stark der ebenfalls genutzten Douglas DC-2 ähnelte. Von der verbesserten Version Fiat G.18 V übernahm ALI ab 1937 alle sechs gebauten Exemplare.[1] Ebenfalls 1936 begann die Auslieferung von sechs fabrikneuen dreimotorigen Savoia-Marchetti SM.73 für die Europastrecken; sie wurden mit 18 Passagiersitzen ausgestattet und trugen die Luftfahrzeugkennzeichen I-SAMO, -SETI, -SUTO, -SAUL, -SITA und -STAR.[2]

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Betrieb vorerst teilweise eingestellt. Erst 1947 erfolgte eine Wiederaufnahme der Tätigkeit auf Inlandsstrecken. Dafür wurden insgesamt 4 Douglas DC-3 eingesetzt.

Ebenfalls i​n den Jahren 1947 u​nd 1948 wurden s​echs Maschinen d​es Typs Fiat G.212CP erworben,[3] d​ie im innereuropäischen Linienverkehr eingesetzt wurden.

Im Jahr 1949 entstand zusammen m​it den d​rei Konkurrenten Società Italiana Servizi Aerei (SISA), Transadriatica u​nd Airone d​ie neue Fluggesellschaft ALI-Flotte Riunite. Diese bestand jedoch n​ur bis 1952; d​ie Vermögenswerte u​nd die meisten Strecken wurden v​on der Linee Aeree Italiane (LAI) übernommen, d​ie selbst wiederum 1957 i​n der Alitalia aufging.

Flugziele

Avio Linee Italiane f​log hauptsächlich v​on Mailand aus. Die a​m stärksten ausgebauten Linien führten n​ach Rom, Paris u​nd London. Seit 1928 g​ab es e​ine Verbindung v​on Mailand n​ach München, d​ie 1931 b​is nach Berlin ausgedehnt wurde. Später überließ m​an die Strecke n​ach Berlin d​er Ala Littoria u​nd flog stattdessen n​ach Frankfurt u​nd Köln.

Flotte

1940:

Zwischenfälle

  • Am 26. November 1940 machte die Fiat G.18 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen I-ELIO der Avio Linee Italiane/Regia Aeronautica bei der Landung auf dem Flughafen Mailand-Linate Totalbruch. Alle Insassen überlebten.[5]
  • Am 16. November 1942 kam es zu einer Notlandung einer Fiat G.18 (I-ETNA) wegen Treibstoffmangels bei Nebel in der Nähe von Mailand; alle Personen an Bord überlebten.[6]
  • Am 29. Januar 1943 wurde die Fiat G.18 V I-EURE der Avio Linee Italiane/Regia Aeronautica bei einem Flug von Belgrad nach Venedig bei einer Flughöhe von 30 m in Nebelfeldern 500 Meter vor dem Flughafen Venedig ins Meer geflogen, wobei die vierköpfige Besatzung und eine weitere Person ums Leben kamen.[7]
  • Am 1. Juli 1948 stürzte eine Fiat G.212CP der Avio Linee Italiane (I-ELSA) nahe der belgischen Ortschaft Keerbergen im Anflug auf den falschen Flugplatz ab. Vier Crewmitglieder und vier der sieben Passagiere starben.[8]

Siehe auch

Literatur

  • John Stroud: European Transport Aircraft since 1910. Putnam & Company, London 1966.

Einzelnachweise

  1. Stroud 1966, S. 414–416.
  2. Stroud 1966, S. 648.
  3. Stroud 1966, S. 420.
  4. Unfallbericht SM.73 I-SUTO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 2. Juni 2020.
  5. Unfallbericht Fiat G.18 I-ELIO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 2. Juni 2020.
  6. Unfallbericht Fiat G.18 I-ETNA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 1. Dezember 2017.
  7. Unfallbericht Fiat G.18 I-EURE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 2. Juni 2020.
  8. Unfallbericht Fiat G.212 I-ELSA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 30. November 2017.
  9. Unfallbericht DC-3 I-ETNA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 1. Dezember 2017.
  10. Unfallbericht Fiat G.212 I-ELCE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. November 2017.
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